“Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht; steht nun fest und lasst euch nicht wieder unter einem Joch der Knechtschaft halten.” (Galater 5,1)
Zu diesem Türchen findet sich kein konktreter Text, aber hilfreich wäre sicher das Johannesevangelium Kapitel 8.
1952 sagte Adenauer angesichts der kommunistischen Bedrohung für Deutschland einen Satz, der formell bis heute ein Leitmotiv der CDU ist: „Es ist die Schicksalsfrage Deutschlands. Wir stehen vor der Wahl zwischen Sklaverei und Freiheit. Wir wählen die Freiheit.“
Freiheit! Was für ein Wort. Wie sehr ich die Freiheit liebe! So sehr, dass ich für ein Stückchen Freiheit und Unabhängigkeit wirklich bereit bin, einiges zu opfern: vorteilhafte Privilegien, Bequemlichkeit, Beziehungen…
Hier wird aber auch deutlich, dass Menschen unter Freiheit ganz unterschiedliche Aspekte verstehen. In meinem Denken meint Freiheit individuelle Unabhängigkeit ganz im Sinne von „My Home is my castle“.
Adenauer verstand parlamentarische Demokratie, Rechtsstaat und vor allem einen Schutz durch ein westliches Militärbündnis, sprich die NATO.
Für Adenauer entsteht Freiheit durch politische Ordnung. Es geht um Machtbalance, die durch Wahlen, Gesetze und Bündnisse sichergestellt wird. Bei allen Vorzügen der bürgerlichen Grundordnung gegenüber kommunistischen Autokratien weiß man nun, dass das bei weitem nicht genug ist.
Eine freie Wahl bringt einem keine innere Erlösung. MIliärbündnisse keine Vergebung. Und das ist ja bereits eine sehr optimistische Sicht. Denn nach 70 Jahren vornehmlich CDU-geführter Regierung ist viel mehr Überreglementierung und Bürokratie zu spüren als Freiheit. Womöglich spricht das auch darüber, dass wir oft Freiheit nicht für das hohe Gut halten, das sie ist, und diese oft gegen Sicherheit eintauschen.
Aber auch diese individuelle Autonomie, zu der ich von Natur aus tendiere, ist kaum das, was Jesus meint, wenn er von Freiheit spricht:
“und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.” (Johannes 8,32)
Und wenn man darüber nachdenkt, wird einem klar: Der ist nicht klar, der einfach willkürlich und orientierungslos handelt. Das ist ja gerade das, was Wahrheit einem bietet: klare Orientierung! Einen klaren Kurs Richtung der Freiheit, die zählt: nämlich der Freiheit einer echten, authentischen, einer eben freien und befreiten Beziehung zu Gott.
Adventsimpuls:
Wer Christus begegnet findet Freiheit, die auf einem richtigen Fundament aufbaut
Frage:
Was ist die Freiheit dir wert?

