In den ersten 13 Artikeln dieses Kalenders haben wir vor allem auf die Menschen geschaut, die Jesus begegnet sind. Wir haben gesehen: Die Begegnung mit ihm steht jedem offen. Kein Lebenslauf, keine Schuld, kein Scheitern schließen jemanden aus. Jesus lässt sich finden – von Suchenden, von Zweifelnden, von Schuldigen und von Hoffenden.
Heute nun eine andere Perspektive: Wer ist das, dem man begegnet? Wer ist Jesus selbst?
Die Bibel nennt ihn den Messias – das bedeutet: der Gesalbte. Gesalbt wurde man für drei Ämter: zum König, zum Priester und zum Prophet.
Was heißt es nun, dass Jesus der König ist?
„Seht, euer König kommt zu euch! Er ist gerecht und bringt euch Rettung. Und doch kommt er nicht stolz daher, sondern reitet auf einem Esel, ja, auf dem Fohlen einer Eselin.“
(Sacharja 9,9)
„Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, sagte Jesus, der auch sonst ständig von einem Reich Gottes sprach. Dass der Sohn Gottes herrschen wird, besingen die Psalmen regelmäßig, nämlich im 2, 8, 24, 45, 72, 89 und 110 Psalm. Und diese Liste ist damit noch gar nicht vollständig. In den Psalmen findet sich ein ganzer Block an Königsliedern (Psalm 96-99).
Was für ein König ist denn das (zum Ersten)?
Und doch war das gar nicht so sehr der König, den das Volk erwartete. Ja, einen Brot-König, das wollte man gerne haben. Einer, bei dem man nicht mehr hungern müsste. So als wäre Jesus nicht fundamental davon überzeugt, dass man nicht von Brot allein lebt!
So war der Einzug Jesu ganz entsprechend. Einerseits erwartet – sprachen doch die alten Propheten davon, und gleichzeitig völlig unerwartet, denn eben – was für ein König soll den das sein?
Einige Tage vergehen und Jesus landet am Kreuz unter der spöttischen Überschrift: „Jesus, König der Juden…“ Was für ein König ist denn das? Wir sehen:
- Jesus zwingt nicht – er lädt ein.
- Jesus beherrscht nicht – er dient.
- Jesus unterdrückt nicht – er befreit.
Was für ein König ist denn das (zum Zweiten)?
Und doch wäre die Darstellung nicht vollständig, wenn wir im König Jesus nur diesen dienenden, freundlichen, eselreitenden König sehen würden und nicht auch den, der sowohl Dämonen wie Stürmen befehlen kann und diese bedingungslos gehorchen müssen!
Dass Jesus freiwillig auf seine Majestät verzichtet, um uns zu nahen, macht ihn eigentlich nur edler. Kein Wunder, wird einmal bei seiner Wiederkunft am Ende aller Tage jeder bereitwillig und erstaunt seine Knie vor ihm beugen.
Wir erkennen in Jesus nur dann recht den König, wenn wir sowohl den herrschenden als auch den dienenden König sehen. Nur das ist der wahre König, denn ansonsten würde Jesus ja nur eine Kopie menschlicher Herrscher werden, dabei möchte er, dass sie eine Kopie seiner Herrschaft werden. Wer soll denn sonst über uns herrschen, wenn es nicht Jesus tut?
Hier fällt mir etwas aus „Der König von Narnia“ ein. Als Herr Biber den Kindern zum ersten Mal von Aslan erzählt, sind die Kinder sich unsicher, wie sie Aslan einordnen sollen:
„Ist er denn… sicher?“
fragte Lucy.
„Sicher?“, sagte Herr Biber.
„Wer sagt denn etwas von sicher? Natürlich ist er nicht sicher. Aber er ist gut. Er ist der König.“
Ein starkes literarisches Bild der Königsherrschaft Jesu. Diese ist:
- nicht harmlos
- nicht ungefährlich
- aber vollkommen gut
- und absolut königlich
Adventsimpuls
Für einen Protestanten reicht es nicht, einfach nur darüber zu reden, dass Jesus der König ist. Wir fragen auch immer nach dem persönlichen individuellen Glauben: Ist denn Jesus auch dein König?

