Die Begegnung der Hirten mit Jesus berichtet uns die Bibel in Lukas 2,8-20.
Die Szene beginnt im Alltag. Nichts Außergewöhnliches: Hirten bei Nacht, Feuer, Wachsamkeit. Kaum ein Beruf war unspektakulärer als der des Hirten, kaum eine Aufgabe alltäglicher als das Bewachen der Herde.
Die übernatürliche Erscheinung des Engels löst Entsetzen aus – nicht nur wegen des Lichtes, das die Nacht zerreißt, sondern auch, weil sie genau dieses nicht erwartet hatten. Doch auf einen Retter hatten sie durchaus gehofft. Vielleicht nicht konkret, aber doch innerlich: „Es müsste endlich einer kommen, der unsere Welt verändert.“
„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird.“
Mit diesen Worten nimmt der Engel die Furcht – und eröffnet eine Freude, die größer ist als die Nacht um sie herum. Die Hirten erleben, dass Gottes Licht oft genau dann kommt, wenn man es am wenigsten erwartet. Manchmal fehlt uns nur ein kleines Stückchen Geduld, um wieder Licht zu bekommen! Gebt nicht auf, Freunde.
Ihr sofortiger Aufbruch nach Bethlehem zeigt das. Und der nächste Schritt – das Weitererzählen – bestätigt es. Man kann sich fast fragen, was aus den Schafen wurde, die in dieser Nacht zurückblieben.
Die Menschlichkeit der Menschwerdung Jesu ist wohl nirgendwo so nahbar wie in diesem kleinen Kind in einer notdürftig hergerichteten Geburtsstation! Den Hirten wird das stallähnliche Gebäude auf jeden Fall vertraut gekommen sein.
Diese Verknüpfung von Natürlich und Übernatürlich wird natürlich(!) weiterhin Jesu Leben begleiten. Die Hirten verstanden auf jeden Fall, dass auch in der Krippe nicht einfach nur ein weiteres Kind zu finden ist. Sondern das Kind. Man kann sich nur fragen, von was sie in ihrem missionarischen Eifer mehr berichtet haben! Von den Engeln oder von Jesus! Engelsprache kann hier nur eine Reflexion Jesu Prache sein. Ich denke, spätestens beim dritten Bericht wurde den Hirten klar, dass nicht die Engelserscheinung das Besondere ist, sondern das, auf was selbst die Engel nur als Diener hinweisen können!
Mich ermutigt diese Neuerfahrung Jesu in einer ganz alltäglichen Situation. Obwohl kaum jemand heute Schafe zu hüten hat, stellt sich doch oft alltäglicher Trott ein. Nichts erscheint dann unwahrscheinlicher als die Begegnung mit Jesus. Doch er ist uns dann meist noch näher, als er damals den Hirten war!
Adventsimpuls
Das wünsche ich mir für dich und mich, dass wir in unserem alltäglichen Trott aufs Neue der Herrlichkeit Jesu begegnen können. Und vielleicht finden wir jemanden, den wir in der Langweile des Alltags aufs Neue mit dem Unerwarteten beglücken können!
Frage für den Tag
Wo erlebt du Dunkelheit oder Unsichtbarkeit – und glaubst du, dass Gott gerade dort sein Licht hineinsprechen möchte

