Die letzten beiden Tage des Kalenders wollen wir persönlicher und konkreter werden:
Warum begegnen heute so wenige Ihrem Gott? Es wäre doch falsch, meine Leser ständig mit Verheißungen über die Begegnung mit Jesus zu trösten, wenn sie gar nicht an einer Begegnung mit Ihm interessiert sind. Oder wenn interessiert, dann so am Rande, irgendwie so als nette Bekanntschaft, ohne wahre Bedeutung und Tiefgang. Was hindert uns, Jesus zu begegnen, so wie es unzählige Menschen bereits erfahren haben.
Eine Auswahl von möglichen Hindernissen.
Zu beschäftigt
Ich befürchte, die Weihnachtszeit ist die unpassende Zeit geworden, um Jesus zu begegnen. Gejagt von dem Wunsch, ein „besinnliches“ und ruhiges Fest zu finden, gibt es wohl keinen Monat des Jahres, der mehr von Beschäftigung, Hobbys, Aufgaben, Ablenkungen gefüllt ist. Alles dabei natürlich immer Prio 1. Jesus soll dabei bloß nicht in den Weg kommen. Diese Beschäftigungen waren übrigens der Auslöser für diesen Artikel
Zu abgelenkt
Wie viele Minuten konzentrierte Arbeit halten wir aus? Wie viele Sekunden Stille? Kaum greifen die Gedanken um uns, lenken wir uns ab. Die Mittel sind bekannt: Musik, Filme, der Fernseher in Dauerschleife. Der neueste Trend der berieselnden Ablenkung: Youtube Shorts.
Wer überwindet, wird Jesus sehen. Aber wann trauen wir uns, unsere vielen Ablenkungsmittel zu überwinden?
Zu reich
„Niemand kann zwei Herren dienen“, sagte Jesus seinen Jüngern und meinte damit, dass wir zwischen Geld und Gott zu wählen haben. Der durchschnittliche Europäer ist aber vollständig davon überzeugt, dass er folgenlos beides unter einen Hut bringen kann. Gerade meine Migrantengeneration ist heute viel wohlhabender als ihre Eltern. Aber sind wir auch gottesfürchtiger geworden? Ich fürchte nicht.
Zu „fromm“
Ich habe einen Bekannten, der mir nahezu täglich neu aufgestellte Regeln per Whatsapp schickt, die er noch zusätzlich halten will, um ein besserer Christ zu werden. Manche davon kann man nicht einmal mit gutem Willen noch mit christlicher Ethik vereinbaren. Dennoch werden diese eigenen Regeln strenger befolgt als alle Gebote Christi! Er ist nur ein besonders auffälliges Beispiel für ein auf Perfektionismus bedachtes Zeitalter, das „die Ehre vor den Menschen lieber hat als von Gott“. Andere wiederum brauchen Jesus deswegen nicht, weil sie ja keine Sünde haben.
Zu „gebildet“
Andere wiederum halten sich für zu intelligent, um Jesus zu erwägen. Ich meine, schließlich gibt es auch Goethe, oder Plato, oder Schleiermacher oder Kierkegaard, man muss doch erstmal klären, was die alles über Jesus gedacht haben und über Gott, und waren doch auch schlaue Köpfe… als hätte einer von denen sein Leben für die Sünder gegeben….
Zu leidend
Und wieder andere haben einfach zu viel gelitten. Wenn es Gott wirklich gäbe, hätte er das alles niemals so zugelassen. Ihr Leiden wird zu einem Heiligtum, das bis aufs Blut verteidigt wird. Sie weiden sich an ihrer eigenen Verbitterung. Im besten Fall ertragen sie ihren Kummer stoisch und zähneknirschend. So werden sie Auslöser zu einer Spirale des Leids: Ihre Bitterkeit wird zu einer Belastung für viele um sie herum…
Hindernisse durch andere
Jesus war so realistisch, dass er auch klar sah, dass er in seinem Volk solche sah, die anderen ein Anstoß gaben, sich ihm anzuschließen. Sie verärgern Große und Kleine. Ich denke, Jesus sah hier nicht bloß ein fiktives eigentlich seltenes Problem, sondern gab eine sehr realistische Einschätzung. In welcher Gemeinde muss man heute nicht erst einen gewaltigen Katalog an kulturellen Ansprüchen adäquat beantworten, bevor man dann endlich so weit ist, um „Jesus zu treffen“.
Was hindert dich?

