Adventskalender

24. Dezember: Die Weihnachtsgeschichte

Wie war das eigentlich so ganz genau mit der Geburt Jesu? Ausgehend von den biblischen Texten (genauer: Matthäus 1-2 und Lukas 1-2) möchte ich gerne möglichst nah am biblischen Text die Geburt Jesu nacherzählen. Die genauen Bibelstellen habe ich in Klammern angegeben.

Wie wäre es doch mal, diese Geschichte im Familienkreis gemeinsam zu lesen?

1. Station: Die Verheißung an Zacharias

Zur Zeit des Königs Herodes lebte der Priester Zacharias. Er war mit Elisabeth verheiratet. Beide lebten in Ehrfurcht vor Gott, doch sie hatten keine Kinder, und sie waren schon alt.

Als Zacharias im Tempel diente, erschien ihm ein Engel des Herrn. Zacharias erschrak, doch der Engel sagte:

„Fürchte dich nicht. Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn schenken. Du sollst ihm den Namen Johannes geben. Er wird viele zum Herrn zurückführen und dem Herrn den Weg bereiten.“

Zacharias zweifelte daran, dass er noch einen Sohn bekommen kann, denn beide waren alt. Darum sagte der Engel, dass er stumm bleiben werde, bis sich alles erfüllt habe.

(nach Lukas 1,5–25; Lukasevangelium)


2. Station: Die Ankündigung an Maria

Sechs Monate später wurde der Engel Gabriel von Gott nach Nazareth zu einer jungen Frau namens Maria gesandt. Sie war mit Josef verlobt, einem Nachkommen Davids

Der Engel sagte:

„Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir.“

Maria erschrak. Der Engel sagte:

„Fürchte dich nicht. Du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Du sollst ihm den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden.“

Maria fragte, wie das geschehen solle. Der Engel antwortete:

„Der Heilige Geist wird über dich kommen. Darum wird das Kind heilig sein und Sohn Gottes genannt werden.“

Maria sprach:

„Siehe, ich bin die Dienerin des Herrn. Mir geschehe, wie du gesagt hast.“

(nach Lukas 1,26–38; Lukasevangelium)


3. Station: Maria bei Elisabeth

Maria besuchte anschließend ihre Verwandte Elisabeth. Als Elisabeth Marias Gruß hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib, und sie sagte:

„Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“

Maria antwortete mit dem Lobgesang, in dem es unter anderem heißt:

„Meine Seele erhebt den Herrn,
und mein Geist freut sich über Gott, meinen Retter.“

Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabeth und kehrte anschließend nach Hause zurück.

(nach Lukas 1,26–38; Lukasevangelium)


4. Station: Die Geburt des Johannes

Elisabeth gebar einen Sohn. Als man ihn Zacharias nennen wollte, schrieb Zacharias selbst auf eine Tafel:

„Johannes ist sein Name.“

Alle wunderten sich, denn es war üblich einen Namen aus der Verwandschaft zu wählen. Gerade da löste sich die Zunge von Zacharias und er pries Gott. Zacharias weissagte, dass Johannes dem Herrn den Weg bereiten werde. So erfüllte sich eine alte Verheißung, dass Jesus einen „Wegbereiter“ bekommt.

(nach Lukas 1,57–80; Lukasevangelium)


5. Station: Josefs Traum

Maria war schwanger, noch bevor sie mit Josef zusammengekommen waren. Als Josef erfuhr, dass Maria schwanger war, wollte er sie heimlich verlassen. Da erschien ihm im Traum ein Engel, der ihm sagte:

„Fürchte dich nicht, Maria zu dir zu nehmen. Das Kind ist vom Heiligen Geist. Du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von seinen Sünden retten.“

Josef tat, wie der Engel gesagt hatte.

So erfüllte sich die Verheißung, dass der Messias von einer Jungfrau geboren werden sollte.

(nach Matthäus 1,18–25; Matthäusevangelium)


6. Station: Die Geburt Jesu

In jener Zeit erging ein Befehl des Kaisers Augustus, dass das ganze römische Reich in Steuerlisten erfasst werden sollte. Josef zog dafür mit der hochschwangeren Maria von Nazareth in seine Geburtstadt Bethlehem, der Stadt Davids.

Dort, in Bethlehem, kam es zur Geburt Jesu. Maria gebar ihren ersten Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil kein Platz in der Herberge war. So erfüllte sich eine alte Verheißung, dass der Messias in Bethlehem geboren wird.

(nach Lukas 2,1–7; Lukasevangelium)


7. Station: Die Hirten auf dem Feld

In derselben Gegend waren Hirten auf dem Feld. Ein Engel erschien ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn leuchtete um sie. Der Engel sagte:

„Fürchtet euch nicht. Ich verkünde euch große Freude: Heute ist euch der Retter geboren, der Messias, der Herr.“

Plötzlich war da eine große Schar himmlischer Heerscharen, diese sagten::

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

Die Hirten gingen nach Bethlehem, fanden Maria, Josef und das Kind. Anschließend erzählten sie überall, was sie gehört und gesehen hatten.

So wurde die Verheißung erfüllt, dass Gott den Armen und Geringen zuerst sein Heil verkündet. (Jesaja 61,1)

(nach Lukas 2,8–20; Lukasevangelium)


8. Station: Beschneidung und Darstellung im Tempel

Am achten Tag wurde das Kind beschnitten und Jesus genannt. 40 Tage nach der Geburt brachten Josef und Maria Jesus in den Tempel, um für ihn das Opfer gemäß Lev. 12 zu bringen. Sie opferten gemäß ihrer einfachen Verhältnisse zwei Turteltauben.

Dort war ein Mann, Simeon, dem der Heilige Geist gesagt hat, dass er nicht sterben wird, bis er den Messias sieht. Er wird vom Heiligen Geist zu Jesus gebracht und segnet die Familie und ruft aus:

„Meine Augen haben dein Heil gesehen.“

Auch Hanna, eine alte Witwe, die schon viele Jahre im Tempel mit Beten und Fasten Gott dient war da. Sie preist laut Gott, ihren Herrn.

(nach Lukas 2,21–38; vgl. Levitikus 12; Levitikus)


9. Station: Die Sterndeuter

Weise aus dem Osten sahen einen besonderen Stern aufgehen. Sie deuteten ihn als Zeichen dafür, dass der König der Juden geboren worden war. Darum machten sie sich auf den Weg nach Jerusalem und fragten dort offen:

„Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, um ihn anzubeten.“

Als Herodes davon hörte, erschrak er – und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ die führenden Priester und Schriftgelehrten zusammenrufen und fragte sie, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm anhand der Schrift: in Bethlehem, der Stadt Davids.

Herodes ließ die Weisen heimlich zu sich kommen, erkundigte sich genau nach der Zeit, zu der der Stern erschienen war, und schickte sie nach Bethlehem mit den Worten, sie sollten das Kind suchen und ihm Nachricht geben, damit auch er es anbeten könne.

Als die Weisen weiterzogen, ging der Stern vor ihnen her, bis er über dem Ort stehen blieb, wo das Kind war. Voll Freude traten sie in das Haus, sahen das Kind mit Maria, seiner Mutter, fielen nieder und beteten es an. Dann öffneten sie ihre Schätze und brachten ihm Gaben dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Im Traum wurden sie von Gott gewarnt, nicht zu Herodes zurückzukehren. So zogen sie auf einem anderen Weg wieder in ihr Land zurück.

So erfüllte sich die Verheißung, dass auch die Völker das Licht des Messias sehen würden.
(nach Matthäus 2,1–12; Matthäusevangelium)


10. Station: Flucht nach Ägypten und Rückkehr

Nach dem Weggang der Sterndeuter erschien Josef im Traum ein Engel des Herrn und sprach:

„Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten. Bleib dort, bis ich es dir sage. Denn Herodes wird das Kind suchen, um es umzubringen.“

Josef stand noch in der Nacht auf, nahm Maria und das Kind und zog nach Ägypten. Dort blieben sie, bis Herodes gestorben war. So erfüllte sich, was der Herr durch den Propheten gesagt hatte: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“

Als Herodes merkte, dass die Weisen nicht zu ihm zurückgekehrt waren, geriet er in großen Zorn. Er ließ in Bethlehem und der ganzen Umgebung alle Jungen bis zu zwei Jahren töten, entsprechend der Zeit, die er von den Weisen erfahren hatte. Große Klage erhob sich im Land.

Nach dem Tod des Herodes erschien Josef in Ägypten erneut ein Engel im Traum und sagte:

„Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und zieh in das Land Israel zurück.“

Josef kehrte zurück. Als er jedoch hörte, dass in Judäa der Sohn des Herodes herrschte, fürchtete er sich. Wieder im Traum gewarnt, zog er weiter und ließ sich in Nazareth in Galiläa nieder.

So erfüllte sich, was durch die Propheten gesagt worden war: Er sollte Nazarener genannt werden.
(nach Matthäus 2,13–23)

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