Charles H. Spurgeon: Der gekreuzigte Christus

Eine Predigt, gehalten am Sonntagabend zu Beginn des Jahres 1858 von C.H. Spurgeon in der New Park Street Chapel in Southwark (Download als .pdf):

Korinth befand sich in Mitten eines Volkes, das Eloquenz und Weisheit bewunderte. Der Brief wurde im Zeitalter der Redner und Philosophen verfasst. Der Apostel Paulus war ein Mensch tiefer Gelehrsamkeit – er wurde an den Füßen Gamaliels in aller Weisheit des Ostens ausgebildet. Wir können uns sicher sein, dass er ein sehr begabter Mensch war, denn, obwohl seine Schriften durch den Heiligen Geist inspiriert wurden, hat der Heilige Geist gerade Ihn als Sein Instrument wählte. Einen Menschen, der offensichtlich die Fähigkeit für tiefes und kraftvolles Denken und Argumentieren besaß. Auch bezüglich seiner Redefähigkeit glaube ich, dass wenn Er sich entscheiden würde, diese zu trainieren, sie von erstklassiger Qualität wären, denn wir finden in einigen seiner Briefe eine Eloquenz, die alles, was je von den Lippen Ciceros[1] oder Demosthenes[2] fiel, überragt.

In den Gedanken eines einfachen Menschen, der eine solche Stadt wie Korinth betritt, besteht die Versuchung, zu sich selbst zu sagen: „Ich will mich bemühen, meine Redefähigkeit auszubauen. Ich habe ein gesegnetes Evangelium zu predigen, das der höchsten Gaben wert ist, die ich diesem überhaupt weihen kann.“ Paulus könnte so denken: „Ich bin redebegabt. Ich muss nun alles daransetzen, meine Predigten aufzupolieren und meine Ansprachen so einzukleiden, um alle Redner, die gerade die Korinther fesseln, überbieten zu können. Das will ich natürlich besten Gewissens tun, denn ich werde meine Absicht im Auge behalten, Jesus Christus zu predigen – und ich werde Jesus Christus mit einer derartig edlen Sprache verkündigen, dass es mir gelingen wird, mein Publikum dazu zu bewegen, über das Evangelium nachzudenken.“ „Charles H. Spurgeon: Der gekreuzigte Christus“ weiterlesen

Eine Viertelstunde über eine lustvolle Bankrotterklärung

Auf der Gebetsstunde der Gemeinde haben wir über den 16.ten Psalm nachgedacht.

Dabei sprach ich über:

  • den Schutzsuchenden, der voller Leidenschaften undLust ist
  • wo dieser Leidenschaftliche seine Sehnsüchte gestillt bekommen hat
  • wie man bei der Erfüllung seiner Lüste leer ausgeht: Wenn man sie löscht, statt sie zu stillen
  • und was das alles mit Jesus zu tun hat!

 

Eine Viertelstunde über einen drastischen Gemeindeausschluß (Apg. 8,22-23)

Auf unserer Bibelstelle haben wir über den Konflikt zwischen Petrus und Simon, dem Zauberer nachgedacht. Dabei betrachteten wir diese Punkte:

  • Petrus macht Simon die Notwendigkeit der Buße sehr deutlich
  • Dies macht er in der Gewissheit, dass der Mensch keine Buße tun will
  • Er verweist intensiv auf das Trachten des Herzens, dass eine Umkehr benötigt
  • Dabei konzentriert er sich ausschließlich auf die Harten Brocken

Martin Luthers Predigt von der Buße

Im Andachtsbuch “Aus der Tiefe rufe ich her zu dir” (Andacht vom 15. Mai) habe ich den Hinweis zu dieser Predigt Luthers gefunden, die, so weit ich ermitteln konnte, in den populär und frei zugänglichen Sammlungen von Luthers Werken nicht verfügbar ist. Ich habe den Text aus der Frakturschrift kopiert und etwas mehr ins Hochdeutsche gebracht (pdf, docx, epub, mobi).

Luther ist hier at his best. Noch ganz katholisch setzt er sich fest für die Absolution ein, arbeitet aber schon ganz klar am “Sola Fide”. So schreibt er:

“Es fällt also dahin der Irrtum derer, die da sagen, dass die Sakramente des neuen Gesetzes in der Weise wirksame Gnadenzeichen seien, dass, wenn auch einer schon keine rechte Reue, sondern nur einen Reueanflug hätte, wo er nur nicht ein Hindernis durch eine wirkliche Sünde oder den Vorsatz zum Bösen entgegen stellte, so könne er Gnade erlangen. Ich aber sage dir, wenn du auch mit einer rechten Reue hinzugingest, aber nicht glaubtest an die Absolution, so gereichen dir die Sakramente zum Tod und zur Verdammnis. Denn der Glaube ist notwendig; um wie viel weniger genügt also ein Reueanflug oder die Nichtsetzung eines Hindernisses; endlich aber gibt es keinen solchen in der ganzen Welt, der nicht ein Hindernis entgegensetzte, ohne allein, der da glaubt, da allein der Glaube rechtfertigt, und „wer zu Gott kommen will, der muss glauben” (Hebr. 11, 6.). Denn jener gemeine Spruch ist ganz wahr und richtig: „Nicht das Sakrament, sondern der Glaube an das Sakrament rechtfertigt”; oder wie St. Augustinus sagt: „Das Sakrament wirkt nicht, weil es geschieht, sondern weil es geglaubt wird.” Wenn aber das Sakrament nicht rechtfertigt, sondern der Glaube an das Sakrament, um wieviel weniger rechtfertigt die Reue oder die Nichtsetzung eines Hindernisses; sondern allein der Glaube!”

Sehr treffend durchschaut er auch unsere Versuche unsere Reue als gutes Werk statt als demütigen Glauben zu verkaufen: „Martin Luthers Predigt von der Buße“ weiterlesen

Worte des Heils (3): Der Herr erweckte ihnen einen Heiland

Die Blendung Simsons (Rembrandt van Rijn)

Heute möchte ich darüber nachdenken, wie zentral der Gedanke eines rettenden Gottes im Buch Richter ist. Dabei zeichnet sich das Volk vor allem durch Bundesbrüche aus. Doch unterschiedliche “Heilande”, oder Richter werden berufen. Der Ablauf, der die Erzählungen prägt, ist dabei immer identisch: Das Volk wendet sich vom Herrn ab, der Herr bestraft das Volk, es ruft zum Herrn, und der Herr beruft Richter, die die Erlösung bewirken. Doch schon bald ist das Volk erneut abgefallen, zumeist tiefer als davor. Ein Teufelskreis? Dem hält Gottes Wort entgegen, dass es dem HERRN nicht schwer ist, durch viel oder durch wenig zu helfen (zu retten) (Vgl. 1. Sam. 14,6).

Unten geht es zum Audio-File

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Eine Viertelstunde über einen Gläubigen in Schwierigkeiten

Victor Wolfvoet II, Lots Flucht aus Sodom, (c) gemeinfrei
Victor Wolfvoet II, Lots Flucht aus Sodom, (c) gemeinfrei

Lot wird spektakulär in apokalyptischen Zuständen bewahrt. Dabei hat er das alles andere als verdient. Nicht nur, dass es seine Entscheidung war, nach Sodom zu ziehen, als er mit den Sodomitern in Schwierigkeiten (Gen. 14) gerät und fulminant von Abraham gerettet wird, kehrt er nicht zu den abrahamitischen Verheißungen zurück, nein, sein Weg führt stracks nach Sodom zurück, diesmal nicht nur in die Nähe, sondern mitten hinein in die Stadt. Wäre da nicht die Fürsprache Abrahams… (zum Download)

„Eine Viertelstunde über einen Gläubigen in Schwierigkeiten“ weiterlesen

Wie Jesus dir in deiner Not helfen kann? – Predigt von Danny Fröse

Spannend finde ich, dass gerade Markus 9,24 zur Jahreslosung “gelost” wurde. Es ist einer meiner Lieblingsverse und sicherlich ein Vers, der sehr gut in unsere Zeit passt, vor allem wenn man den Kontext betrachtet. “Wenn du etwas vermagst…!”, genau so redet der moderne Mensch mit Gott. Er beansprucht ein Recht auf Unglauben und empfindet seinen Zweifel als gerechtfertigt. Das kann in der Tat nur Gnade durchbrechen.

Vor einigen Tagen besuchte ich die EFK Bad Krotzingen, in der Danny Fröse über diesen Text gepredigt hat. Danny und seine Frau Rahel, sind Missionare aus Albanien. Über ihren Dienst bloggen sie ausführlich und auf angenehme Weise, christusallein hat den Blog besprochen.

Die Predigt findet sich hier: Ich hatte zudem die Möglichkeit kurz mit beiden zu reden. Der Eifer für die Sache, aber vielleicht sogar ein bisschen mehr die Ehrlichkeit der beiden, begeistert. Ich bin mir sicher, dass Gott diese Familie in ihrem Feld Frucht sehen lassen wird.

Man kann diese Aussage natürlich unabhängig vom Kontext betrachten, aber um dem Sinn des Bibeltextes besser auf die Spur zu kommen, ist es besser den Gesamtzusammenhang zu betrachten.

Dies habe ich in meiner Predigt dann getan. Ich habe über die gesamte Geschichte der Heilung eines dämonenbesessenen Jungen gepredigt und ich leitete aus der Geschichte ab, dass Jesus unserer Not begegnen will. Die Predigt nannte ich dann. Wie Jesus dir in deiner Not helfen kann. (…)

Beten Sie für diesen Dienst und erwägen Sie auch, Danny und Rahel zu unterstützen!

Sollte man den Kopf in den Sand stecken?

Ein väterlicher Freund unserer Familie ist todkrank. Ein unheilbarer Krebs hat ihn beinahe von innen aufgefressen. Als Klavierstimmer und Vater von acht Kindern liefert er seine Pflichten mit den allerletzten Kraftreserven ab. Was uns als Familie bewegt ist, dass Viktor F. jede (möglicherweise letzte?) Gelegenheit nutzt, die ihm noch geblieben ist. Und zwar nicht zum jammern über Umstände, die sich eh nicht ändern lassen! Nein, geradezu täglich teilt er über sein Whatsapp-Profil Botschaften des Heils, veröffentlicht Lieder mit seiner Familie und kämpft einen guten Kampf des Glaubens. Für uns durchschnittliche Westler, die nur bereit sind, was zu tun, wenn die Umgebungen zumindest nahezu perfekt sind, eine dringend notwendige Herausforderung.

Sein heute erschienenes Video möchte ich auch mit meinen Lesern teilen:

Weitere vollständige Beiträge, teilweise ganze Predigtreihen zu Bibelbüchern finden sich in seiner Telegramm-Gruppe

Eine Viertelstunde über Apg. 3,24-25

Petrus predigt mal wieder ganz typisch. Die ganz alten Geschichten Abrahams hat er genauso im Blick wie das tagesaktuelle Geschehen in Jerusalem. Für Petrus ist durch die Tat Christi eine völlig neue Zeit angebrochen.

Diesmal nutze ich die 15 Minuten um einen sehr groben Überblick über die zentrale Bedeutung des Bundes für das jüdische Volk und somit für das Verständnis des Alten Testaments zu entwickeln.

Download (rechtsklick –> link speichern unter)

Eine Viertelstunde über die Selbstzufriedenheit

Ich halte die Zufriedenheit mit sich selbst für das Hauptleiden des konservativen Evangelikalismus. Darüber dachten wir gemeinsam in der Gemeinde auf der Gebetsstunde nach. Die Frage ist also nicht nur, ob Veränderung möglich ist, sondern auch notwendig ist. Die Bibel bejaht beides und sieht in Stolz einen Widerstand gegen die Autorität Gottes. Das dürfte ein lebenslanges Kampffeld werden.