Genügt die Bibel für seelsorgerliche Beratung?

Genügt die Bibel für seelsorgerliche Beratung?

Ein Artikel von Ed Welch. Erschienen am 23.10.2019 unter dem Titel: „Is Scripture Sufficient for Counseling?” bei CCEF. Übersetzt von Ruth Metzger.

“Sie verwenden einfach nur die Bibel.” So habe ich Leute über biblische Seelsorge reden hören. Eigentlich würde ich über diesen Kommentar gar nicht weiter nachdenken, gäbe es da nicht zwei Dinge. Erstens wollen sie uns damit nicht anerkennend auf die Schulter klopfen; das verrät das Wort „einfach“. Würden sie sagen: „Sie verwenden die Bibel”, würde ich mich ermutigt fühlen und es dabei belassen, aber das will man damit nicht aussagen. Und zweitens führt uns diese Frage zu der größeren Frage nach der Reichweite der Schrift. Genügt die Heilige Schrift? Und wenn ja, was bedeutet das? „Genügt die Bibel für seelsorgerliche Beratung?“ weiterlesen

Geistlicher Missbrauch in der Ehe

Ein Artikel von Darby Strickland. Erschienen am 18.09.2019 unter dem Titel: „Spiritual Abuse in Marriage (ursprünglich in zwei Teilen)” bei CCEF. Übersetzt von Ruth Metzger. (download als .pdf)

Ich habe oft mit Frauen zu tun, deren Ehemänner die Heilige Schrift als Waffe benutzen, um sie zu kontrollieren. Beth war eine dieser Frauen. Als ich sie fragte, wie ihr Mann Joe für sie betet, erzählte sie mir das jüngste Beispiel. “Letzte Woche betete er Matthäus 6,24 über mir: ‚Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!‘  Er bat Gott dann, mir zu helfen, nicht so egoistisch und gierig zu sein und mich davor zu bewahren, dem falschen Herrn zu dienen. Er flehte Gott an, über mir zu wachen, weil man mir nicht trauen kann.“ Unter Tränen fuhr sie fort: “Im Gebet sagte er, dass ich keine Selbstkontrolle habe, und dass das bedeutet, dass ich Gott nicht diene, und dass Gott jedes Recht hätte, mich aus seinem Reich zu verstoßen.  Er flehte Gott an, ihm zu helfen, das zu ertragen, was Gott selbst kaum ertragen kann.“ Im weiteren Verlauf des Gesprächs erfuhr ich, dass Beths Mann, ein Ältester ihrer Gemeinde, so darauf reagiert hatte, dass sie das Lebensmittel-Budget für ihre neunköpfige Familie um 6$ überzogen hatte.

Nachdem er jahrelang auf diese Weise mit ihr gebetet hatte, war es Beth fast unmöglich, die Bibel aufschlagen, ohne davon auszugehen, dass sie von Gott verdammt war, wie es ihr Mann ihr unterstellte. Sie war dadurch innerlich zerstört. Beten war fast unmöglich geworden. Schlimmer noch, sie konnte die missbrauchenden Worte ihres Mannes nicht mehr unterscheiden von dem, was Gott über sie sagte. Sie war überzeugt, dass sie des Herrn unwürdig und seiner Fürsorge nicht wert war. „Geistlicher Missbrauch in der Ehe“ weiterlesen

Vergeude ich mein Leben in einem weltlichen Beruf?

 

Ein Artikel von John Piper im Rahmen der Serie „Ask Pastor John“: Am I wasting my life in a secular job? Ein Artikel vom 24.07.2020. Übersetzung von Ruth Metzger, mit freundlicher Genehmigung von Desiring God.

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Audio-Transkript

Die Frage heute kommt von unserem Hörer Joshua. „Hallo, Pastor John! Habe ich als Christ am Ende meines Lebens wirklich alles für Christus getan, wenn ich nicht zum Märtyrer für ihn geworden bin? Zurzeit arbeite ich in einem Handwerksberuf, und allem Anschein nach bin ich erfolgreich auf dem Weg nach oben. Aber seit ein paar Jahren empfinde ich, dass Gott mich vielleicht dazu beruft, in wirkungsvollerer und direkterer Weise für das Reich Gottes zu arbeiten. Es kam mir mehr und mehr so vor, als ob ein Leben in der Arbeitswelt oder in amerikanischen Unternehmen eine Verschwendung von Zeit und Energie ist. Seit mehreren Jahren versuche ich, Gottes Berufung für mein Leben herauszufinden, bisher ohne Erfolg.

Meine Frage ist folgende: Wenn ich mein Leben in einem Beruf verbringe, der nicht direkt dazu dient, das Evangelium zu verbreiten, ist das nicht Vergeudung? Warum sollte Gott mich an einen Arbeitsplatz stellen, der nichts mit der Ausbreitung seines Reiches zu tun hat, sondern meine Energie für die Produktion materieller Güter aufzehrt? Oder noch direkter: Habe ich wirklich alles getan, alle meine Kraft eingesetzt, jede Faser meines Seins dem Reich Gottes geweiht, wenn ich nicht zum Märtyrer für Christus werde?“ Pastor John, was würden Sie Joshua antworten?

Ich habe drei Warnhinweise für Joshua, und dann ein paar Ermunterungen. „Vergeude ich mein Leben in einem weltlichen Beruf?“ weiterlesen

10 Dinge, die man über Priesterschaft wissen sollte

Ein Artikel von Ed Welch: „10 Things you should know about the Priesthood” erschienen am  13.01.2020, bei CCEF. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von CCEF (download als .pdf).

Wenn wir über die Priester der Bibel nachdenken, stellen wir uns bärtige Männer vor, die räuchern und Tiere opfern. Doch die Priesterschaft ist ein zentrales Thema der ganzen Schrift und ist vor allem eine Rolle, die von allen Gläubigen getragen wird – von Männern und Frauen aus jedem Stamm und jeder Nation. Die Gemeinde spricht nicht viel über diese Rolle, doch sie ist zentral für unsere Identität als Volk Gottes.

Du solltest 10 Dinge über die Priesterschaft wissen:

1.   Priester sind dazu aufgerufen, näher zum Herrn zu kommen

Der levitische Priester besaß eine ausfüllende Tätigkeit, doch die Essenz ihrer Arbeit war der Aufruf in das Haus Gottes (die Stiftshütte) zu kommen. Könnten es für sie etwas Besseres geben? Natürlich konnten die Priester nicht einfach so in das Allerheiligste – den eigentlichen Thronsaal spazieren – was ausschließlich einmal jährlich dem Hohepriester vorbehalten war. Doch der Herr reinigte und kleidete die Priester zur Arbeit an allen anderen Teilen der Stiftshütte, damit sie in seiner Einladung und seinem Segen Vertrauen schöpfen.

Wer von uns fühlt sich einer solchen Einladung würdig, Gott nahe zu sein? Keiner! Unsere Sünde und unser Scham legen uns nahe, weit weg von Gott sein zu wollen. Doch er hat uns geschaffen, um uns zu sich zu ziehen, um Priester zu sein und er zeigt uns den Weg zu diesem Amt. „10 Dinge, die man über Priesterschaft wissen sollte“ weiterlesen

Gott – ich kann das nicht!

Ein Artikel von Jon Bloom. Erschienen am 26.01.2019 unter dem Titel: I Can’t do this, God. Übersetzt von Ruth Metzger, mit freundlicher Genehmigung von Desiring God (.pdf-download).

Schwach, unbedeutend, verachtet und unqualifiziert – das sind die wesentlichen Eigenschaften, nach denen Gott bei denen Ausschau hält, die ihm dienen sollen. Und er wählt diese Eigenschaften ganz bewusst. (1. Korinther 1,27-29)

Du glaubst es nicht? Dann schau dir mal diese merkwürdige Liste von Qualifikationen an, aufgrund derer Gott unglaublich wichtige Positionen in der Geschichte vergeben hat:

–           Vater (und Mutter) des Bundesvolkes Gottes: Ehepaar, muss unfruchtbar und alt sein (1.Mose 17,8.15-16)

–           größter König Israels: muss bei seiner Erwählung ein Hirte im Teenageralter sein, Musiker und Dichter, für einige Jahre Flüchtling unter ständiger Todesdrohung (1.Samuel 20,30)

–           Messias:  persönlicher Hintergrund im Zimmermanns-Gewerbe (Markus 6,3), muss in einer unbedeutenden Stadt mit schlechtem Ruf heranwachsen (Johannes 1,46), darf keine formale theologische Ausbildung haben (Johannes 7,15)

–           leitender Apostel: muss aus der Fischindustrie kommen und darf keine formale theologische Ausbildung haben (Matthäus 4,18; Apostelgeschichte 4,13)

–           der Meister-Theologe, -Apologet und -Missiologe unter den Aposteln: muss ein eifriger Verfolger von Christen gewesen sein (Apostelgeschichte 8,3)

Ganz abstrakt wissen wir es vielleicht, dass Gott gerne Schwachheit und Gebrochenheit benutzt. In einer biblischen Geschichte oder einer Missionsbiografie finden wir das vielleicht sehr ermutigend. Unter Umständen lehren wir es sogar und predigen es andern. Aber wenn es um unsere eigene Qualifikation geht, ist es doch immer eine unangenehme und verwirrende Überraschung, dass Gott unsere Schwachheiten hervorheben will. Und wie Mose wünschen wir uns manchmal, dass Gott sich für diese Aufgabe doch bitte jemand anderen aussucht. „Gott – ich kann das nicht!“ weiterlesen

Wie kann ich anderer Meinung sein als mein Mann und mich dennoch unterordnen?

Ein Artikel von John Piper vom 13.07.2020 der unter dem Titel: „how can i disagree with my husband and still submit?” erschienen ist. Übersetzt von Ruth Metzger, mit freundlicher Genehmigung von Desiring God (.pdf-download).

Audio-Transkript

Heute geht es um eine Frage zum Thema Ehe, die eine Zuhörerin namens Mary gestellt hat. „Hallo, Pastor John! Ich weiß, dass von der Ehefrau Unterordnung gefordert ist, und ich habe mich in letzter Zeit sehr bemüht, meine Zunge zu zügeln und mich mit meinem Mann selbst dann einverstanden zu zeigen, wenn ich die Dinge anders sehe. Kürzlich hat er ein neues Auto gekauft. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass das keine weise Entscheidung war. Ich habe einmal etwas dazu gesagt, aber es war auch offensichtlich, dass sein Entschluss schon feststand. Also habe ich mich seiner Entscheidung gefügt. Nun zeigt sich, dass mein Bauchgefühl richtig war. Der Kauf des Autos war nicht klug. Jetzt wissen wir das beide. Und nun fühle ich mich verantwortlich, weil ich mich damals nicht mehr bemüht habe, ihn zu überzeugen. Bin ich schuld, weil ich mich nicht nachdrücklicher geäußert habe? Ich würde gerne Ihre Meinung hören: Wie soll eine Frau mit ihren Bedenken umgehen, wenn sie sich unterordnen möchte?“

Bei einer Frage wie dieser ist es entscheidend, die unmittelbare Frage „Bin ich schuld, weil ich nicht nachdrücklicher meine Meinung vertreten habe, als mein Mann im Begriff stand, eine törichte Entscheidung zu treffen?“ in einen größeren Rahmen einzuordnen.  Ich komme nachher auf die Frage zurück. „Wie kann ich anderer Meinung sein als mein Mann und mich dennoch unterordnen?“ weiterlesen

Buße – Aber wie?

Eine Andacht von John Piper für den 28. Januar. Übersetzt von Ruth Metzger, mit freundlicher Genehmigung von Desiring God (Download als .pdf).

Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. (1.Johannes 1,9)

So ein vages negatives Gefühl, dass du ein mieser Typ bist, ist nicht dasselbe wie Sündenerkenntnis. Sich schlecht fühlen ist etwas anderes als Buße zu tun.

Als ich heute Morgen beten wollte, fühlte ich mich unwürdig, mit dem Schöpfer des Universums zu reden. Es war ein ganz undefinierbares Gefühl von Unwürdigkeit, und ich sagte es ihm. Was jetzt?

Nichts änderte sich, bis ich bezüglich meiner Sünden auf den Punkt kam. Sich schlecht zu fühlen, kann manchmal nützlich sein, wenn es dazu führt, dass uns bestimmte Sünden bewusst werden. Aber nur so ein diffuses Gefühl, dass man ein schlechter Mensch ist, ist normalerweise nicht sehr hilfreich.

Im Nebel der Unwürdigkeit müssen sich die dunklen Säulen des Ungehorsams herauskristallisieren und klare Form annehmen. Dann können wir mit dem Finger darauf zeigen, Buße tun und um Vergebung bitten und mit unserer Evangeliums-Panzerfaust darauf zielen und sie in die Luft jagen.

Ich habe mir also die Gebote, die ich häufig breche, in Erinnerung gerufen. Die folgenden sind die, die mir in den Sinn kamen:

  • Liebe Gott mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Verstand und aller Kraft. Nicht 95%, sondern 100%. (Matth. 22,37)
  • Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Sei genauso eifrig bemüht, dass es ihm gut geht, wie du bemüht bist, dass es dir selbst gut geht. (Matth. 22,39)
  • Tue alles ohne Murren. Kein Murren, weder innerlich noch äußerlich. (Phil. 2,14)
  • Wirf all deine Sorgen auf ihn – so dass sie dich nicht mehr runterziehen. (1.Pet. 5,7)
  • Sag nur Dinge, die anderen Gnade vermitteln – besonders denen, die dir nahestehen. (Eph. 4, 29)
  • Nutze die Zeit. Verplempere sie nicht und trödele nicht herum. (Eph. 5,16)

So viel zu jeglicher Anmaßung von wegen großer Heiligkeit! Ich bin erledigt.

Das ist viel schlimmer als das vage Gefühl von Unwürdigkeit. Ah, aber jetzt ist der Feind sichtbar! Die Sünden sind ganz spezifisch. Sie sind aus ihrem Versteck gekommen. Ich kann ihnen ins Auge schauen. Ich jammere nicht mehr herum über meine Unwürdigkeit. Ich bitte Christus um Vergebung für die Dinge, die ich entgegen seinem klaren Gebot unterlassen habe.

Ich bin zerbrochen und habe einen Zorn auf meine Sünde. Ich möchte sie töten – und nicht mich. Ich bin kein Selbstmörder, sondern ein Sünden-Hasser und ein Sünden-Mörder. „Darum tötet alles, was zu eurer irdischen Natur gehört.“ (Kol. 3,5) „Wenn ihr aber durch den Geist die alten Verhaltensweisen tötet, werdet ihr leben.“ (Röm. 8,13). Ich möchte leben, deswegen bin ich ein „Killer“ – meiner Sünde.

In diesem Kampf höre ich die Verheißung: Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit (1.Joh. 1,9). Der Frieden ist in Sicht.

Nun fühlt sich das Gebet wieder möglich und richtig und kraftvoll an.

“Mit Christus zu Christus gehen…” – CSA – Seelsorgeausbildung, jetzt auch online möglich

Als ich letztes Jahr mit der Seelsorgeausbildung bei der CSA Aarau  angefangen habe, war ich mehr als skeptisch, ob es das richtige für mich ist.

Es schienen zahlreiche Gründe dagegen zu sprechen. Zunächst bin ich persönlich eher an Themen wie Geschichte oder Bibelkunde interessiert. Gleichzeitig halte ich mich auch nicht für den begehrtesten Genossen mit dem man in den Kampf gegen die Sünde treten würde wollen.

Nun, ich wurde Besseres gelehrt. Zunächst einmal verweist Beat Tanner, der verantwortliche Ausbilder regelmäßig darauf hin, dass Seelsorge Herzensangelegenheit ist. Ob ich es will oder nicht: ich bin immer Seelsorger! Was vermittele ich dann meinen Mitmenschen in Not, in Problemen, in Sorgen, in Verzweiflung, in Ängsten oder im Versagen gegen die Sünde? Ich habe mich rückblickend zu oft dabei erwischt, dass mein Rat in solchen Situationen völlig weltkonform war. Jeder würde so raten: “Stell dich nicht so an!”, “Streng dich doch ein bisschen mehr an!”, “Ändere dich doch endlich mal!”, “So schlimm ist das nicht” usw. usf. bis in alle Ewigkeit. Immer und immer wieder die spulen wir die alte Leier ab, die mehr mit Selbstgerechtigkeit zu tun hat, als mit der Botschaft vom Kreuz. Konfrontiert mit der Liebe Gottes, die ihren Höhepunkt darin findet, dass Gott seines eigenen Sohnes nicht schont, um uns zu erlösen, finden wir bessere Antworten. Hier ist für einen Geängstigten Trost, für einen Verzweifelten Hoffnung und für einen verstockten Sünder Befreiung zu finden.

Die Ausbildung hilft mir, diese recht einfache Antwort auf unterschiedliche Lebensbereiche und Situationen anzuwenden. An dieser Stelle ist womöglich ein Hinweis nötig. Ich habe mich dabei erwischt, dass ich unter “Seelsorge” etwas anderes verstehe, als es die CSA Aarau tut. Ein Grund dürfte in meiner theologischen Herkunft aus dem evangelikalen Fundamentalismus liegen. Hier versteht man unter Seelsorge vor allem das Gespräch, dass nach einem Zuruf zwischen einem Bruder und einem reuigen Sünder stattfindet (Wahrscheinlich sind hier mehr Parallelen zur katholischen Beichte vorhanden, als man sich eingestehen möchte). Entsprechend ist Seelsorge dann auch besonderen heiligen Momenten vorbehalten.  Obwohl das Zusprechen des Heils und der Rechtfertigung für mich ein zentrales Element ist (und immer zentraler wird), wenn ich mit meinen Mitmenschen im Gespräch bin, dürfte es dennoch besser sein unter Seelsorge das zu verstehen, was Beat Tanner als “mit Christus zu Christus gehen” beschreibt. Es geht nicht um das Erteilen der Absolution sondern um das Zusprechen der Gnade in dem man auf das Kreuz weißt.  Es ist möglich unseren Mitchristen einen Rat zu geben, der zu Christus zeigt. Echten Trost- der hält, Echte Hoffnung, die besteht. Das das die Pflicht eines jeden Christen ist, macht Beat in seinem Essay: “Qualifikation für einen Seelsorger” deutlich.

Licht in die ganzen Begriffe brachte mir, als ich über den englischen Begriff “Counseling” nachdachte, der im deutschen häufig mit Seelsorge wiedergegeben wird, aber auch mit (Lebens-)Beratung übersetzt werden könnte. Genau deswegen profitiere ich ungemein von der CSA Seelsorgeausbildung. Welchen Rat kann ich meinem Bruder, meiner Schwester in ihrer Not, ihrer Angst und ihrer Sorge geben. Wie kann dieser Rat wirklich weise sein und Liebe und Wahrheit vermitteln? Was muss ich an mir ändern, damit ich besser auf Christus hinweisen kann? Wie kann ich meinen Bruder besser verstehen? Wie kann ich zwischen Sünde und Scham unterschieden? Wie kann ich Strategien entwickeln, um auch mit einem sehr beunruhigten Menschen ins Gespräch über das Wort Gottes zu kommen? Das sind nur einige der Themen, die ausführlich einschließlich persönlichem Mentoring und zusätzlicher Vorbereitungslektüre im Laufe von zwei Jahren besprochen werden.

Ich kann diesen Kurs somit nur jedem empfehlen, der überhaupt in eine Gespräch mit seinen Geschwistern tritt. Doch Achtung! Der Kurs ist gefährlich! Er wird dich verändern. Eine derartige Konfrontation mit dem Wort Gottes wird nicht ohne tiefgreifende Änderungen bleiben.

Bei der Ausbildung wird sich seit diesem Jahr etwas ändern: Ab 2020 wird es möglich sein, diese Ausbildung auch online zu absolvieren.

Mehr erfährst du hier und in diesem Video:

Möge sie IHN immer mehr lieben!

Autor: Bobby Scott, Titel: “May She Always Love Him More – The Prayer of Every Christian Husband” Veröffentlicht am 17.04.2020,  Übersetzt von Simon Klippenstein mit freundlicher Genehmigung von Desiring God (download .pdf).

Wenn du deine Frau mehr lieben willst, lerne es, sie dich weniger lieben zu lassen – weniger, als sie Jesus liebt. Jesus erklärt ganz klar: “Wer Vater oder Mutter mehr lieb hat als mich, ist meiner nicht würdig; und wer Sohn oder Tochter mehr lieb hat als mich, ist meiner nicht würdig (Matthäus 10,37, CSV)”. Ohne es ausdrücklich zu erwähnen, enthält die Liste Jesu offensichtlich auch Ehemänner und Ehefrauen (und alle anderen Beziehungen).

Wenn ich ehrlich bin, habe ich es gehasst, im Leben meiner Frau an zweiter Stelle zu stehen. Ich hatte mit Eifersucht zu kämpfen wegen der Zeit, die sie mit unseren sechs Kindern verbrachte, wegen ihrer Verpflichtungen im Dienst, und ja, es ist mir peinlich, das sagen zu müssen, sogar wegen ihrer Zeit in inniger Gemeinschaft mit dem HERRN. Obwohl ich schon länger Pastor bin, als ich verheiratet bin (26 Jahre!), hatte mein Egoismus eine scheinbar endlose Fähigkeit, Gründe dafür zu finden, warum ich die höchste und dringlichste Priorität im Leben meiner Frau sein sollte.

Junge Ehemänner, hier  ist das, was ich darüber gelernt habe (und lerne), ein gottgefälliger Ehemann zu sein, der seine Frau wirklich lieben möchte: Sie soll Jesus mehr lieben als dich. Das wichtigste und dringlichste Bedürfnis in unserem täglichen Leben ist es, Christus über alles zu lieben. Jeder und alles andere muss nach der Liebe zu Jesus an zweiter Stelle stehen – und dazu gehört auch ihre Liebe zu dir.

Deine Frau muss Jesus mehr lieben als sie dich liebt. Und du solltest es wollen. Hier sind ein paar Erinnerungen daran, warum. „Möge sie IHN immer mehr lieben!“ weiterlesen

Pflegeeltern als Missionare vor Ort

Ein Artikel von Julie Lowe: Seeing Foster Parents as Local Missionaries, erschienen 28.Mai 2020 bei CCEF. Übersetzt von Alexander Schneider. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Christian Counseling & Educational Foundation (CCEF) (pdf-download).

Als Christen wissen wir, dass wir dazu berufen sind, uns um Waisenkinder zu kümmern. Deshalb wurde Adoption in der Kirche schon immer sehr hochgeschätzt. Erfreulicherweise gibt es inzwischen ein wachsendes Verständnis für die Komplexität und die Herausforderungen von Adoption und Pflegeelternschaft. Damit hat sich auch die Unterstützung für Pflegeeltern durch die Kirchen verbessert. Gleichzeitig bleiben viele Kirchen unabsichtlich zurückhaltend und passiv, wenn es darum geht, Pflegeeltern zu unterstützen. Wie kommt es dazu?

Als Seelsorgerin habe ich mit vielen Pflegefamilien zu tun, die davon berichten, dass Leute ihnen gegenüber mit einer Mischung aus Bewunderung, Unsicherheit oder Gleichgültigkeit reagieren. Man ist von dem Engagement beeindruckt, gleichzeitig schwingt der Vorwurf der Leichtsinnigkeit mit. Warum um alles in der Welt würde jemand sein Leben und seine Familie für einer solche „Herausforderung“ ausliefern? Andere fürchten sich vor dem Unbekannten. Nur wenige Menschen haben Erfahrungen mit dem Thema und darum scheuen sie vor dem zurück, was ihnen fremd erscheint. Die Medienberichte über die wenigen Fälle, bei denen die Pflegeunterbringung scheitert, helfen da auch nicht weiter.  Andere sind einfach unwissend. Sie sind nicht vertraut mit dem Thema und wissen daher nicht, was nötig oder hilfreich ist. Aber unabhängig davon, warum der Bedarf nicht deutlicher erkannt wird, muss man zugeben: Pflegeeltern stehen in einem wichtigen Dienst und verdienen die Unterstützung durch ihre Kirche. „Pflegeeltern als Missionare vor Ort“ weiterlesen