Wie Jesus dir in deiner Not helfen kann? – Predigt von Danny Fröse

Spannend finde ich, dass gerade Markus 9,24 zur Jahreslosung „gelost“ wurde. Es ist einer meiner Lieblingsverse und sicherlich ein Vers, der sehr gut in unsere Zeit passt, vor allem wenn man den Kontext betrachtet. „Wenn du etwas vermagst…!“, genau so redet der moderne Mensch mit Gott. Er beansprucht ein Recht auf Unglauben und empfindet seinen Zweifel als gerechtfertigt. Das kann in der Tat nur Gnade durchbrechen.

Vor einigen Tagen besuchte ich die EFK Bad Krotzingen, in der Danny Fröse über diesen Text gepredigt hat. Danny und seine Frau Rahel, sind Missionare aus Albanien. Über ihren Dienst bloggen sie ausführlich und auf angenehme Weise, christusallein hat den Blog besprochen.

Die Predigt findet sich hier: Ich hatte zudem die Möglichkeit kurz mit beiden zu reden. Der Eifer für die Sache, aber vielleicht sogar ein bisschen mehr die Ehrlichkeit der beiden, begeistert. Ich bin mir sicher, dass Gott diese Familie in ihrem Feld Frucht sehen lassen wird.

Man kann diese Aussage natürlich unabhängig vom Kontext betrachten, aber um dem Sinn des Bibeltextes besser auf die Spur zu kommen, ist es besser den Gesamtzusammenhang zu betrachten.

Dies habe ich in meiner Predigt dann getan. Ich habe über die gesamte Geschichte der Heilung eines dämonenbesessenen Jungen gepredigt und ich leitete aus der Geschichte ab, dass Jesus unserer Not begegnen will. Die Predigt nannte ich dann. Wie Jesus dir in deiner Not helfen kann. (…)

Beten Sie für diesen Dienst und erwägen Sie auch, Danny und Rahel zu unterstützen!

Über Menschenfurcht, Vergangenheitsbewältigung und mehr…

Mit einigen Freunden aus der Gemeinde besuchen wir derzeit die CSA Seelsorgeausbildung in Aarau. Ehrlich gesagt, habe ich zunächst gefürchtet, dass mich das furchtbar langweilen wird. Seelsorge ist nicht unbedingt etwas, womit ich viel anfangen kann. Doch Kurs für Kurs ändert sich meine Haltung. Beat hat auf seiner Homepage auch einige Texte veröffentlicht, die ich oftmals als sehr hilfreich empfinde. Auszüge aus zweien davon:

Menschenfurcht

„Menschenfurcht ist ein falscher Gott, der in seinem Wesen halbherzig ist. Menschenfurcht geht Kompromisse ein. Dafür gibt es ausreichend Gründe zur Selbstrechtfertigung:

  • Man kann doch nicht so sein!
  • Was denken die Anderen von mir?
  • Ich könnte mich blamieren…
  • Kann man so herzlos sein?
  • Warum jetzt wieder einen Konflikt beginnen?
  • Mein Handeln könnte ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen (vielleicht eine Haftstrafe durch ein Regime, Prügel oder gar der Tod…)
  • Das hat doch keinen Zweck – ist bloß vergeudete Zeit …“

gefunden in: „Menschenfurcht – Kein Kavaliersdelikt“

Vergangenheitsbewältigung im Leben Josefs

Wertvoll fand ich den Gedanken, dass Versöhnung nicht zu schnell herbeigeführt werden sollte:

„So lernen wir aus der Geschichte Josefs, dass eine Versöhnung manchmal eine lange Zeit braucht – jedenfalls aus der eigenen Perspektive gesehen –; einen langen Weg der Heiligung, der auf der einen oder auf beiden Seiten zur Einsicht Schuld vor Gott und den Menschen führt, bis es endlich zu einer Versöhnung kommen darf. Der Umgang mit der Vergangenheit kann unseren Weg der Heiligung ein ganzes Leben lang prägen. (…) In der Begegnung mit seinen Brüdern hielt er die große Spannung aus und führte keine zu schnelle Versöhnung herbei. Stattdessen prüfte er das Herz seiner Brüder: Würden sie wieder so handeln, wie sie mit ihm gehandelt hatten?“

gefunden in: Vergangenheitsbewältigung

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Naboth – Gottestreue trotz Imageverlust

Naboth Refuses Ahab His Vineyard, 1879 by Thomas Matthews Rooke (c) Public Domain

Mit einigen Freunden haben wir vor kurzem Naboths Geschichte betrachtet. Diese findet sich in 1 Könige 21.

Überblick:

„Nach diesen Geschichten begab es sich:…“ (V. 1). Gemeint ist auch die turbulente Unruhe durch Elia, aber auch lange Jahre der politischen Instabilität im Nordreich. Die direkten Vorgänger Ahabs waren nur kurz auf dem Thron. Nun, die Macht stabilisiert, Elia ausgesessen und den Götzendienst etabliert. Was will man da noch als königliches Ehepaar (Immerhin war niemand geringeres als die gerissene und gefürchtete Isebel die Frau Ahabs). Wäre da nicht der schöne Weinberg des Nachbarn. Doch der Nachbar, Naboth, erweist sich als altmodischer als gedacht. Er beharrt auf dem Festhalten am mosaischen Gesetz, das den Verkauf eines Grundstücks über die Stammesverwandtschaft hinaus untersagte.  Ahab ist zutiefst betrübt und gibt auch ansonsten das beleidigte und verwöhnte Kind ab. „Mama“ Isebel ist da gleich zur Stelle und intrigiert geschickt. Das gelingt ihr leicht, denn die „Ältesten und Oberen“ (V. 11-14) zeigen sich mehr als willig, an einer hinterhältigen Intrige mitzuwirken. Kurz: Naboth stirbt. Ahab krallt sich den Weinberg, nun ganz umsonst. Spannend ist, dass die Geschichte einen zweiten Teil besitzt. Elia erscheint auf der Bühne und kündigt Gericht an. Ahab zeigt sich unerwarteter Weise bereit zur Buße, die selbst Gott erreicht. Treffend beschreibt die Bibel (V. 25): Es war niemand, der sich so verkauft hätte, zu tun, was dem Herrn missfiel, wie Ahab, den seine Frau Isebel verführte.

Input

Mir sind zwei Spannungspunkte aufgefallen:

  • Der Preis und die Einsamkeit der Treue:  Der Kampf von zwei Systemen besteht seit Adam und Eva. Auf der einen Seite die Kinder des Reiches, auf der anderen die Schlangenbrut. Niemand aus dem ganzen Volk Israel steht Naboth bei. Allzu schnell erklären sich die Stadtoberen bereit an der Intrige mitzuspinnen. Sie dürften auch einige Ausreden für ihren Verrat haben.  Man müsse ja schließlich auch der von Gott eingesetzten Obrigkeit gehorchen (Röm. 13,1) und sowieso sollte Naboth aufhören so penibel zu sein. Das kleine nebensächliche Gebot hat doch nichts mit den wirklich christlichen zehn Geboten zu tun… Kurz: Sind wir treu gegenüber Gott, werden wir regelmäßig in eine Situation kommen, in der uns keiner auf die Schulter klopfen wird.
  • Der Irrsinn der Untreue: Ahab ist ein Mensch, der ständig unter Kontrollverlust leidet. Eigentlich kontrolliert ihn seine Frau. Dennoch ist er für seine Schuld verantwortlich. Mangelnde Selbstkontrolle reicht also nicht als Ausrede. Mir fiel außerdem auf, wie sehr Naboths Antwort im Erzählverlauf entartet wird. Naboth sagt zu Ahab (V. 3): „Das lasse der Herr fern von mir sein, dass ich dir meiner Väter Erbe geben sollte“. Naboth knüpft sein Handeln also an den Herrn. Doch als Ahab sich ruhelos auf dem Bett wälzt, geistert in seinem Kopf nur eine veränderte Absage (V. 4): „Ich will dir meiner Väter Erbe nicht geben.“ Immerhin erinnert er sich also noch an das Erbrecht. Doch gegenüber Isebel verschweigt er das (V. 6): „Ich will dir meinen Weinberg nicht geben“. Und nun ja, was Isebel daraus macht, ist klar. Geschickt wird durch ihre Manipulationen aus einem treuen Bürger Israels ein Feind Gottes und des Volkes insziniert. Auf den Wegen der Sünde gibt es keine Kontrolle über den eigenen Charkater.

Eine Viertelstunde über Apg. 3,24-25

Petrus predigt mal wieder ganz typisch. Die ganz alten Geschichten Abrahams hat er genauso im Blick wie das tagesaktuelle Geschehen in Jerusalem. Für Petrus ist durch die Tat Christi eine völlig neue Zeit angebrochen.

Diesmal nutze ich die 15 Minuten um einen sehr groben Überblick über die zentrale Bedeutung des Bundes für das jüdische Volk und somit für das Verständnis des Alten Testaments zu entwickeln.

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Darf man beten: "Rette und Bewahre"?

Von den zwei Aufenthalten die ich im Osten Eurasiens (Kasachstan und Ukraine) verbrachte, ist mir ein Satz sitzen geblieben, der an jeder Ecke von orthodoxen Omas gemurmelt wurde: „Спаси и сохрани“. Bettler schrieben das auf ihre Schilder und dieser Spruch klebte oft auf Autos und anderen Objekten. Meist versehen mit einer typisch russisch-orthodoxen Ikone bedeuten diese drei Wörter: „Rette und Bewahre“ (Die Google-Suche liefert mehr als 2 Mio. Ergebnisse für diesen Satz). Nun bin ich gegenüber dem russisch-orthodoxen Glauben eher skeptisch. Also fragte ich mich, ob diese Aussage überhaupt die biblische Botschaft wiedergibt. Das man nach Rettung ruft, klingt plausibel. Aber darf man auch um Bewahrung bitten? Ist die Bewahrung nicht unser eigenes verdienstvolles (meritorious) Werk, was wir nun mal gefälligst selbst zu bewirken haben?

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Eine Viertelstunde über Apg. 1,18-20

Im Rahmen der Betrachtung über die Wahl Matthias zum zwölften Apostel sollte ich über die Verse 18-20 im ersten Kapitel der Apostelgeschichte nachdenken. Ich muss sagen, es viel mir schwer. Der Selbstmord eines Verräters machte natürlich auch den Jüngern schwer zu schaffen. Wie nah waren Sie selbst dem Abfall gewesen. So hatten sie oftmals wenig Glauben, in Anfechtungen vor allem Menschenfurcht und Gleichgültigkeit und gleichzeitig aber auch genügend Stolz um nach dem rechten Platz im Reich Gottes zu fragen. Dennoch überrascht die Autorität Petri, der hier noch vor dem Pfingstereignis zum Kreuz Christi geht, und den „Riss“ Judas‘ möglichst schnell heilen möchte.

Hier geht es zum Audiofile:

Input zum Heidelberger Katechismus

Überlegungen

In 129 Fragen und Antworten bietet der Heidelberger Katechismus (im Folgenden HK) eine sehr kompakte, gleichzeitig umfassende Darstellung des Christlichen Glaubens. Dabei folgt er der Dreiteilung: Elend (8 Fragen) – Erlösung(74 Fragen) – Dankbarkeit (42 Fragen)

Dabei wird die Gotteslehre,die Christologie un die Lehre der Sakramente im Teil der Erlösung behandelt. Der Schwerpunkt auf die Christologie ist ein besonders beeindruckendes Beispiel für reformierte Theologie. Der Abschnitt zur Dankbarkeit macht deutlich, dass zwischen Dogmatik und Ethik nicht getrennt wird, behandelt hier der Autor die zehn Gebote und das Gebet. Insgesamt reiht sich der HK durch diesen Aufbau in die Tradition der Reformation aber auch des Mittelalters ein, Theologische Fragen systematisch zu ordnen.

Dennoch machen einige Umstände den HK zu einem besonders wertvollen Katechismus:

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Der unsichtbare Dritte im Tempel

(c) Faithlife Logos

Selten wird die Zielgruppe bei einem Gleichnis Jesu so klar angegeben, wie bei der Erzählung über den Pharisäer und dem Zöllner im Tempel (Luk 18,9-9). „Er sagte aber zu einigen, die überzeugt waren, fromm und gerecht zu sein, und verachteten die andern“, Jesus erzählte nun, wie ein Pharisäer mutig betete und seine Gerechtigkeit vor Gott bekannte. Abseits stand ein Zöllner. Überwältigt von seinen Sünden wagte er nicht einmal seine Augen empor zu heben. Verzweifelt ruft er aus: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ und geht daraufhin gerechtfertigt in sein Haus. Kaum ein Gleichnis wird häufiger besprochen und doch habe ich den Verdacht, dass wir uns allzu gerne eine dritte Person im Tempel wünschen würden, eine Art Über-Pharisäer.

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Money for Nothing

(c) Faithlife Logos

Wenn ich mal wieder in der Gefahr stehe, die vielen ärgerlichen, provozierenden und kaum zu ertragenden Aussagen der Bibel zu vergessen oder gleichgültig über diese drüber weg zu lesen, erinnere ich mich gerne an den reichen Kornbauer, ein Gleichnis Jesu, welches uns in Luk 12, 16-20 überliefert ist. Vielleicht ignorieren wir dieses Gleichnis auch deswegen so gerne, weil es klassische Lektüre der Sonntagsschule war. So vertraut, dass wir die Aktualität übersehen?

Ein absolut natürliches Verhalten

Zunächst frage ich mich: Jesus, was gibt es hier zu kritisieren! Gott segnet diesen Bauer übermäßig. Die Vorsehung scheint es offensichtlich gut mit ihm zu meinen. Er erwartet 100 Tonnen Getreide, erntet aber 200. Soll er das gute Essen etwa vergammeln lassen? Als ein erfahrener, fleißiger Bürger tut er schließlich nur seine Pflicht und nutzt die Gelegenheit zur Expansion.

Ich fürchte, als moderner Europäer kann man die Aktualität dieses Gleichnisses leicht übersehen: In den letzten Jahren haben wir mit der Familie ein Eigenheim gebaut, und mir ist immer wieder bewusst geworden, dass bei entsprechend höherem Verdienst auch die Ausstattung des Hauses anders ausgefallen wäre. Es wäre ein sehr natürliches, geradezu automatisches Verhalten für mich. Aus Plastikfensterrahmen währen es dann welche aus Metall geworden und auf dem Dach lägen neben Solarthermie-Platten auch welche für die Stromerzeugung. Und auf Urlaub hätten wir dann auch nicht verzichten müssen. Und falls jemand denkt, dass ich dafür Kritik ernten würde, Pustekuchen! Überhaupt niemand hätte daran etwas auszusetzen. Eher würde man anerkennd den Kopf schütteln über eine erfolgreiche, im konservativen Sprachgebrauch „gesegnete“ Karriere. Niemand, außer offensichtlich Jesus Christus.

Nun stelle ich fest, dass ich in meinem Kampf mit der Gier bei weitem nicht alleine da stehe, sondern in jedem von uns ein ganz schön großer Kornbauer drin steckt. Mit gewisser Erschütterung denken wir an einen uns bekannten Christen, der jahrelang eine prägende Persönlichkeit für unsere Familie war. Durch wundersame Vorsehung zu unerwartetem Reichtum gelangt, stürzt er sich nun von einem Luxus in den Nächsten. (Glücklicher ist er aber dadurch nicht geworden). Doch bevor wir hier auf jemand mit dem Finger zeigen: Ehrlich gesagt kenne ich kaum jemanden, der nicht so handeln würde, wie der Kornbauer.

Achte auf den Kontext

Nun könnte man meinen, dass ich hier der Geschichte mehr Gewalt antue, als zulässig, schließlich waren die Stunden des Kornbauern ja gezählt. Aber genau hier setzt die Kritik Jesu an: Vielleicht habe ich eine Finanzierung, die so weitreichend ist, dass ich sie noch „im Himmel weiterzahlen muss“? Anders ausgedrückt: wie oft planen wir so, als stünde uns ein ewiges Leben hier auf Erden bevor. Somit reihen sich die Ausführungen Jesu an dieser Stelle an die zahlreichen Betonungen, dass unser Leben vollständig von Gott abhängig ist, und wir dem Leben nicht eine Elle (also ein Stückchen) Länge hinzufügen können (Matth. 6,27). Entsprechend verweist Jesus darum eine Perspektive einzunehmen, die weiter reicht als der Horizont „unter der Sonne“. Das Gleichnis hier in Lukas wird übrigens direkt nach einer Frage nach einer gerechten Verteilung des Erbes eingefügt. Wieder ist es eher unerwarteter Wohlstand, der den Fragenden trifft. Jesu Botschaft ist aber klar: Nicht auf jeder vermeintlichen Erfolgswelle gilt es zu reiten.

Eine Prise Spott und ein knallhartes Urteil

Für diesen Hinweis bin ich Leland Ryken dankbar, welches er in seinem Werk „Jesus the Hero“ bespricht, ein Primer zu den literarischen Stilmitteln in den vier Evangelien. Offensichtlich greift Christus zum Stilmittel der Ironie: Den statt zusätzliche Scheunen zu bauen, reißt er vorhandene wieder ab. Doch bevor er seinen Plan auch nur anstoßen oder in Auftrag geben kann, verspottet Gott höchstpersönlich unseren Erfolgreichen Alltagshelden: Du Narr!

Das Gleichnis vom Reichen Kornbauer in einem Gemälde Rembrands (Bildrechte – gemeinfrei-)

Rembrandt hat das wunderbar festgehalten. Es ist bereits spät abend! Der Geschäftsmann ist aber fleißig am kombinieren und rechnen. Gekleidet in feinste Gewänder (und mit einer europäischen Brille) entwickelt er seine Pläne. Nur noch wenige Sekunden bis zu seinem Urteil bleiben. Schon kann man erahnen, dass ihn gleich ein helleres Licht, als das Licht seiner Kerze umleuchten wird. Rembrandt ist einfach ein großartiger Künstler.

Obwohl ich große Freude am Begriff „Narr“ habe, übersehen wir gerne die Tragik des Urteils. Ich bin angetan von der Hoffnung für Alle, die, – sehr süffisant-, diesen Abschnitt mit dem Titel „der arme Reiche“ überschreibt! Auch das Urteil Gottes klingt hier saftig: „Wie dumm du doch bist!“ In dieser Nacht wurde aus der Reichen Ernte, Money, welches für Nothing reichte. In der Tat ein Mensch in dire straits (engl. für „in ernsten Schwierigkeiten sein“)

FAzit

Viel könnte man über das schäumige Ideal eines ruhigen Lebens im Überfluß schreiben. Wer hat nicht schon mal darüber philosophiert, wi toll es wäre finanziell so unabhängig zu sein, dass man nicht einmal mehr aus dem Bett zur Arbeit aufstehen müsste. Wenn wir offensichtlich alle am Reichen-Kornbauer-Syndrom leiden, müssen wir entsprechend auch regelmäßig dieses Urteil hören: „Wie dumm du doch bist!“ Ich höre das Urteil nicht gerne, es will mir nicht schmecken. Aber es ist nötig. Wie oft hörte meine Perspektive unter der Sonne auf? Gott bewahre uns davor, dass wir nicht nur arm, sondern gar bankrott vor Gottes Bank stehen, als arme arme Reiche.

Übrigens ich glaube nicht, dass die Alternative ein Leben in Armut wäre: Der Reiche Kornbauer sollte seine Felder nicht verbrennen! Doch in seiner Gier nach Luxus übersah er die Möglichkeiten zum Dienst am Nächsten!

(c) Faithlife Logos

Die Leiden des jungen Jeremia

jer 2,13
Für die meisten Ausführungen griff ich auf das Buch „The King in His Beauty“ von T. Schreiner zurück. Besonders gelungen fand ich auch die Hörspielbearbeitung von „Abenteuer zwischen Himmel und Erde: Josia„, die viele Erfahrungen Jeremias plastisch festhält:
Jeremia war ein Prophet des Gerichts. Er verkündigte mehrfach, dass ein Feind aus dem Norden Juda und Jerusalem zerstören wird (4,6; 6,1; 10,22; 13,30; 25;9). Jeremia sah das Eindringen Nebukadnezars voraus (5,14-17; 6,1-9; 21-7). Den Grund für das Gericht schilderte Jeremia natürlich auch: Es war der Bundesbruch Israels: Israel hat den Herrn und seinen Bund verlassen (1,16; 2,17; 5,7): Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und das Wasser nicht halten.( Jer 2,13). Die Abweichung Judas wird mit Hurerei verglichen (2,20; 3,1-3; 13,27). Anstatt am Herrn zu hängen, lebte man hemmungslosen Götzendienst aus (13,1-13).
Jeremia, ergriffen von der Ehre Gottes, wagt es nicht, irgendwo eine Botschaft „light“ zu verkündigen und redet durchweg Klartext. Auf den Bruch folgt das Gericht. Diese Botschaft stieß natürlich auf ordentlich Widerstand! Ein kurzer Überblick:
Jeremia im Konflikt mit dem Adel
Die Könige Judas  erwartete ein Gericht Gottes, denn sie beuteten und unterdrückten die Armen im Volk (Was nur möglich war, weil man auf die Umsetzung der Gebote, wie des Jubeljahres oder ein fixes Erbrecht verzichtete). (21,12;22,2-3). Arme die zusehr aufmuckten wurden sogar getötet (22,13-18). König Jojakim als Hauptverantwortlicher für die Missstände, hat eine schnelle Lösung für die Kritik Jeremias: Die Blätter landen Stück für Stück im Kamin (Kap. 36). König Zedekia wiederum entließ zunächst hebräische Sklaven um sie kurz danach wieder gefangen zu nehmen (34,8-16). Für Jeremia hat er nur Schläge und Arrest übrig (37,12-16; 37,17-21). Schließlich landet Jeremia in einem Wasserloch (38,1-6). Nur eine wundersame Vorsehung verhindert seinen qualvollen Tod.
Jeremia im Konflikt mit den Propheten.
Die Propheten  weissagten nach den Methoden Baals (2,8; 23,13) und lebten ein gottloses Leben (23,11). Hurerei und Lügen waren an der Tagesordnung (23,14). Sie beschwichtigten und unterstützen die Könige in ihren täglichen Abweichungen (6,13, 8,10), waren sie ja gierig nach finanzieller Unterstützung. Jeremia war hier mehr als ein Dorn im Auge. Pashur und Hananija waren zwei der Propheten, die aktiv Widerstand gegen die Botschaft Jeremias leisteten: Hanania greift hierbei auch auf eine spektakuläre Show zurück (Kap. 28).
Jeremia im Konflikt mit dem Priestertum.
Jeremia, selbst Priester wird vom Priester Pashur inhaftiert (20,1-6) Jeremia, selber  aus einem Priestergeschlecht erlebt hier Widerstand aus dem engsten Familien- und Freundeskreis. Den Priestern wird ebenfalls häufig das Gericht verkündigt (1,18; 2,26; 4,9; 8,1; 13,13; 23,33-34; 32,32;34,19), denn statt für die Ihnen anvertrauten Schafe zu sorgen (23,1-4) raubten sie diese aus und missbrauchten sie.
Ein notorischer Dauernörgler?
es stellt sich die Frage, ob Jeremia einfach nur ein Schwerenöter und missmutiger, gar rachsüchtiger Pessimist war?. Hier stellen wir aber fest, dass Jeremia immer wieder such durch größte Zweifel dazu durchkämpft die Worte Gottes zu verkündigen (Jer. 1,9 vor allem 20,8-9). Er selbst leidet mit dem Volk Gottes das Gericht mit, dass er nicht verursacht hat (4,19; 8,18; 9,1; 13,17).  Er ist wie ein harmloses Lamm und dennoch versammelt sich die Menge gegen ihn (11,19). Obwohl er weiß, dass das Volk keine Buße tun wird, ruft er sie permanent und beharrlich dazu auf. Spätestens in den Klageliedern wird seine Liebe für sein Volk deutlich
Lessons learned!
Diese Lektionen nehme ich mit:

  • Schockiert bin ich von vielen Parallelen zu unserer Zeit. Der Mensch ist heute der selbe wie vor 2600 Jahren. Immer wenn mir Menschen mit „alles ist doch so toll“ daherkommen, greife ich gerne zu Jeremia.
  • Bestimmte Botschaften lassen sich nicht „unanstößig“ und ohne Widerstand an den Mann bringen.
  • Gerade für diese Botschaften gibt es oft eine Verpflichtung die höher ist als gegenüber der Rücksicht auf den Nächsten: Die Ehrfurcht vor Gott
  • Treue gegenüber dem Wort Gottes führt oft auch Widerstand aus dem Familien- und Freundeskreis.
  • Eine Verkündigung des Gerichts und der Buße führt oft zu einem Mitleben mitten im Gericht und tiefem Leiden.
  • Während die Worte all der Zeitgenossen Jeremias, die sich wunderbar anpassten spätesten bei der Zerstörung des Tempels durch Nebukadnezar wie blanker Hohn klangen, stellte das ganze Volk fest, das Jeremia recht hatte: Seine Botschaft bleibt auch bis heute