Worte des Heils (3): Der Herr erweckte ihnen einen Heiland

Die Blendung Simsons (Rembrandt van Rijn)

Heute möchte ich darüber nachdenken, wie zentral der Gedanke eines rettenden Gottes im Buch Richter ist. Dabei zeichnet sich das Volk vor allem durch Bundesbrüche aus. Doch unterschiedliche “Heilande”, oder Richter werden berufen. Der Ablauf, der die Erzählungen prägt, ist dabei immer identisch: Das Volk wendet sich vom Herrn ab, der Herr bestraft das Volk, es ruft zum Herrn, und der Herr beruft Richter, die die Erlösung bewirken. Doch schon bald ist das Volk erneut abgefallen, zumeist tiefer, als davor. Ein Teufelskreis? Dem hält Gottes Wort entgegen, dass es dem HERRN nicht schwer ist, durch viel oder durch wenig zu helfen (zu retten) (Vgl. 1. Sam. 14,6).

Unten geht es zum Audio-File

„Worte des Heils (3): Der Herr erweckte ihnen einen Heiland“ weiterlesen

Worte des Heils (1): Eine unerwartete Begegnung

(c) lizenzfrei

Die unerwartete Enwicklung in unserem Land drängt mich dazu, mehr auf Audio-Beiträge umzusteigen. Mit Gottes Hilfe möchte ich nun zwei mal wöchentlich jeweils einen Podcast von 10 bis 15 Min Länge veröffentlichen den ich gerne mit jedem Teilen möchte. Weitergeben ist explizit erwünscht. Rückmeldungen, Fragen und Kritik sind auf allen Kommunikationswegen ebenfalls gewünscht. In der ersten Folge möchte ich in aller Kürze über Luk. 5,1-11 nachdenken: Der wundersame Fischzug des Petrus. Meine Motivation: Ich glaube einfach, dass das Evangelium der wunderbarste TROST ist, denn man auf dieser Erde erleben kann. Hier gibt es eine Anleitung wie man meinen Podcast abonnieren kann.

Rehabilitation einer armen Witwe

Das Thema Spenden: Jede Predigt dazu erwähnt diese arme Dame. Einmal las ich in einem christlichen Flyer zum Wunder des Missionsgroschen, ein Loblied auf diese Tat der armen Witwe, die nur einen Pfennig der nichts wert war, spendete und Gott das wohlwohlend beurteilte. Die Geste zähle eben.

Genau das ist es, was mich immer aufregt. Es wird Zeit für eine Rehabilitation dieser ehrwürdigen Schwester, die vom Herrn persönlich Lob erhalten hat.

Ich möchte an vier Stellen ansetzen: „Rehabilitation einer armen Witwe“ weiterlesen

Heidelberger Intermezzo

In unseren Katechismus-Treffen (ca. alle zwei Wochen, ich berichtete) haben wir uns bereits bis Frage 74 durchgearbeitet: “Soll man auch die kleinen Kinder taufen?” Um die Spannung etwas zu erhöhen, habe ich versucht die Position der Bundestheologie zu vertreten, während meine zwei Kumpanen die Glaubenstaufe untersucht haben. Letztlich hat sich die Diskussion etwas im Sand verlaufen, da offensichtlich für beide Positionen einige Argumente sprechen. Ich halte aber immer noch daran fest, dass der Zeiger ein ganz klein wenig Richtung Glaubenstaufe zeigt.

Was lässt sich nach einem Jahr Katechismus ernten? „Heidelberger Intermezzo“ weiterlesen

Eine Viertelstunde über einen Gläubigen in Schwierigkeiten

Victor Wolfvoet II, Lots Flucht aus Sodom, (c) gemeinfrei
Victor Wolfvoet II, Lots Flucht aus Sodom, (c) gemeinfrei

Lot wird spektakulär in apokalyptischen Zuständen bewahrt. Dabei hat er das alles andere als verdient. Nicht nur, dass es seine Entscheidung war, nach Sodom zu ziehen, als er mit den Sodomitern in Schwierigkeiten (Gen. 14) gerät und fulminant von Abraham gerettet wird, kehrt er nicht zu den abrahamitischen Verheißungen zurück, nein, sein Weg führt stracks nach Sodom zurück, diesmal nicht nur in die Nähe, sondern mitten hinein in die Stadt. Wäre da nicht die Fürsprache Abrahams… (zum Download)

„Eine Viertelstunde über einen Gläubigen in Schwierigkeiten“ weiterlesen

Eine Viertelstunde über Apg 5,13

Eigentlich waren Sie Juden, die einfach nur daran glaubten, dass Jesus Christus die Erfüllung der Verheißungen des AT ist. Kulturell bestanden keine weiteren Unterschiede, ja man versammelte sich sogar in denselben Räumlichkeiten wie das “Mainstream-Judentum”. Wer die Halle Salomos (Apg. 5,12) jedoch betrat, dem konnte die Christozentrik dieser ersten Jünger Christi nicht entgehen. Ob Brotbrechen, ob Gemeinschaft, Gebet oder die Lehre der Apostel, alles drehte sich um das Werk Christi und die Gerechtigkeit die aus dem Glauben an ihn, strömte. Das für Selbstgerechtigkeit dabei wenig Platz bleibt, haben einige Verse zuvor bereits Hananias und Saphira schmerzlich erfahren…

Hier geht’s zum Audiofile:

Die unwahrscheinlichste, verrückteste und faszinierendste Geschichte aller Zeiten

Eigentlich sollten wir diese Kunstfertigkeit feiern, doch alle schweigen verschämt und blicken zu Boden. Eine unfassbar fantastische Geschichte wurde entdeckt, doch keiner möchte darüber Reden.  Die Entdeckung dieser unfassbar unglaublichen Geschichte haben wir übrigens vor allem der liberalen Theologie und in besonderer Weise der liberalen Theologie Deutschlands zu verdanken. Fangen wir einfach mal an:

So berichteten es mir meine evangelischen Religionslehrer immer und immer wieder: Das Alte Testament, und in besonderer Weise der Pentateuch sind Fiktion. Auch wenn diese scharfe Rationalität nicht mehr den neuesten Stand der Forschung darstellen, sammeln wir gerade die Früchte vergangener Saat-Arbeit. Ist doch genau diese Bewertung des AT als Fiktion der “state of the art” des Menschen auf der Straße. Man hat dabei in etwa diese Erzählung im Blick, doch weil man immer nur kleine Schnipsel erzählt, verhindert man die Enttarnung der völligen Unglaubwürdigkeit:

Ca. 550 v.Chr. landet ein eher schlecht gebildetes Volk, ein Nomadenvolk, das meist von Streitigkeiten zerrissen und gespalten war, in babylonischer Gefangenschaft. Obwohl die meisten dieser Volksgruppe, auch Israeliten bzw. Judäer genannt, kaum oder gar nicht lesen können, entwickeln sie plötzlich ungeahnte und unerwartete Integrations-Schwierigkeiten. Während sich die meisten anderen Völker (die übrigens irgendwie auf seltsame Weise, weil es die Forschung des 19.Jahrhunderts so bestimmte, deutlich fortgeschrittener waren) ohne Probleme assimilieren, entwickeln die Juden eine Gegenkultur. „Die unwahrscheinlichste, verrückteste und faszinierendste Geschichte aller Zeiten“ weiterlesen

Wie Jesus dir in deiner Not helfen kann? – Predigt von Danny Fröse

Spannend finde ich, dass gerade Markus 9,24 zur Jahreslosung “gelost” wurde. Es ist einer meiner Lieblingsverse und sicherlich ein Vers, der sehr gut in unsere Zeit passt, vor allem wenn man den Kontext betrachtet. “Wenn du etwas vermagst…!”, genau so redet der moderne Mensch mit Gott. Er beansprucht ein Recht auf Unglauben und empfindet seinen Zweifel als gerechtfertigt. Das kann in der Tat nur Gnade durchbrechen.

Vor einigen Tagen besuchte ich die EFK Bad Krotzingen, in der Danny Fröse über diesen Text gepredigt hat. Danny und seine Frau Rahel, sind Missionare aus Albanien. Über ihren Dienst bloggen sie ausführlich und auf angenehme Weise, christusallein hat den Blog besprochen.

Die Predigt findet sich hier: Ich hatte zudem die Möglichkeit kurz mit beiden zu reden. Der Eifer für die Sache, aber vielleicht sogar ein bisschen mehr die Ehrlichkeit der beiden, begeistert. Ich bin mir sicher, dass Gott diese Familie in ihrem Feld Frucht sehen lassen wird.

Man kann diese Aussage natürlich unabhängig vom Kontext betrachten, aber um dem Sinn des Bibeltextes besser auf die Spur zu kommen, ist es besser den Gesamtzusammenhang zu betrachten.

Dies habe ich in meiner Predigt dann getan. Ich habe über die gesamte Geschichte der Heilung eines dämonenbesessenen Jungen gepredigt und ich leitete aus der Geschichte ab, dass Jesus unserer Not begegnen will. Die Predigt nannte ich dann. Wie Jesus dir in deiner Not helfen kann. (…)

Beten Sie für diesen Dienst und erwägen Sie auch, Danny und Rahel zu unterstützen!

Über Menschenfurcht, Vergangenheitsbewältigung und mehr…

Mit einigen Freunden aus der Gemeinde besuchen wir derzeit die CSA Seelsorgeausbildung in Aarau. Ehrlich gesagt, habe ich zunächst gefürchtet, dass mich das furchtbar langweilen wird. Seelsorge ist nicht unbedingt etwas, womit ich viel anfangen kann. Doch Kurs für Kurs ändert sich meine Haltung. Beat hat auf seiner Homepage auch einige Texte veröffentlicht, die ich oftmals als sehr hilfreich empfinde. Auszüge aus zweien davon:

Menschenfurcht

“Menschenfurcht ist ein falscher Gott, der in seinem Wesen halbherzig ist. Menschenfurcht geht Kompromisse ein. Dafür gibt es ausreichend Gründe zur Selbstrechtfertigung:

  • Man kann doch nicht so sein!
  • Was denken die Anderen von mir?
  • Ich könnte mich blamieren…
  • Kann man so herzlos sein?
  • Warum jetzt wieder einen Konflikt beginnen?
  • Mein Handeln könnte ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen (vielleicht eine Haftstrafe durch ein Regime, Prügel oder gar der Tod…)
  • Das hat doch keinen Zweck – ist bloß vergeudete Zeit …”

gefunden in: “Menschenfurcht – Kein Kavaliersdelikt”

Vergangenheitsbewältigung im Leben Josefs

Wertvoll fand ich den Gedanken, dass Versöhnung nicht zu schnell herbeigeführt werden sollte:

“So lernen wir aus der Geschichte Josefs, dass eine Versöhnung manchmal eine lange Zeit braucht – jedenfalls aus der eigenen Perspektive gesehen –; einen langen Weg der Heiligung, der auf der einen oder auf beiden Seiten zur Einsicht Schuld vor Gott und den Menschen führt, bis es endlich zu einer Versöhnung kommen darf. Der Umgang mit der Vergangenheit kann unseren Weg der Heiligung ein ganzes Leben lang prägen. (…) In der Begegnung mit seinen Brüdern hielt er die große Spannung aus und führte keine zu schnelle Versöhnung herbei. Stattdessen prüfte er das Herz seiner Brüder: Würden sie wieder so handeln, wie sie mit ihm gehandelt hatten?”

gefunden in: Vergangenheitsbewältigung

Mehr…

„Über Menschenfurcht, Vergangenheitsbewältigung und mehr…“ weiterlesen

Naboth – Gottestreue trotz Imageverlust

Naboth Refuses Ahab His Vineyard, 1879 by Thomas Matthews Rooke (c) Public Domain

Mit einigen Freunden haben wir vor kurzem Naboths Geschichte betrachtet. Diese findet sich in 1 Könige 21.

Überblick:

“Nach diesen Geschichten begab es sich:…” (V. 1). Gemeint ist auch die turbulente Unruhe durch Elia, aber auch lange Jahre der politischen Instabilität im Nordreich. Die direkten Vorgänger Ahabs waren nur kurz auf dem Thron. Nun, die Macht stabilisiert, Elia ausgesessen und den Götzendienst etabliert. Was will man da noch als königliches Ehepaar (Immerhin war niemand geringeres als die gerissene und gefürchtete Isebel die Frau Ahabs). Wäre da nicht der schöne Weinberg des Nachbarn. Doch der Nachbar, Naboth, erweist sich als altmodischer als gedacht. Er beharrt auf dem Festhalten am mosaischen Gesetz, das den Verkauf eines Grundstücks über die Stammesverwandtschaft hinaus untersagte.  Ahab ist zutiefst betrübt und gibt auch ansonsten das beleidigte und verwöhnte Kind ab. “Mama” Isebel ist da gleich zur Stelle und intrigiert geschickt. Das gelingt ihr leicht, denn die “Ältesten und Oberen” (V. 11-14) zeigen sich mehr als willig, an einer hinterhältigen Intrige mitzuwirken. Kurz: Naboth stirbt. Ahab krallt sich den Weinberg, nun ganz umsonst. Spannend ist, dass die Geschichte einen zweiten Teil besitzt. Elia erscheint auf der Bühne und kündigt Gericht an. Ahab zeigt sich unerwarteter Weise bereit zur Buße, die selbst Gott erreicht. Treffend beschreibt die Bibel (V. 25): Es war niemand, der sich so verkauft hätte, zu tun, was dem Herrn missfiel, wie Ahab, den seine Frau Isebel verführte.

Input

Mir sind zwei Spannungspunkte aufgefallen:

  • Der Preis und die Einsamkeit der Treue:  Der Kampf von zwei Systemen besteht seit Adam und Eva. Auf der einen Seite die Kinder des Reiches, auf der anderen die Schlangenbrut. Niemand aus dem ganzen Volk Israel steht Naboth bei. Allzu schnell erklären sich die Stadtoberen bereit an der Intrige mitzuspinnen. Sie dürften auch einige Ausreden für ihren Verrat haben.  Man müsse ja schließlich auch der von Gott eingesetzten Obrigkeit gehorchen (Röm. 13,1) und sowieso sollte Naboth aufhören so penibel zu sein. Das kleine nebensächliche Gebot hat doch nichts mit den wirklich christlichen zehn Geboten zu tun… Kurz: Sind wir treu gegenüber Gott, werden wir regelmäßig in eine Situation kommen, in der uns keiner auf die Schulter klopfen wird.
  • Der Irrsinn der Untreue: Ahab ist ein Mensch, der ständig unter Kontrollverlust leidet. Eigentlich kontrolliert ihn seine Frau. Dennoch ist er für seine Schuld verantwortlich. Mangelnde Selbstkontrolle reicht also nicht als Ausrede. Mir fiel außerdem auf, wie sehr Naboths Antwort im Erzählverlauf entartet wird. Naboth sagt zu Ahab (V. 3): “Das lasse der Herr fern von mir sein, dass ich dir meiner Väter Erbe geben sollte”. Naboth knüpft sein Handeln also an den Herrn. Doch als Ahab sich ruhelos auf dem Bett wälzt, geistert in seinem Kopf nur eine veränderte Absage (V. 4): “Ich will dir meiner Väter Erbe nicht geben.” Immerhin erinnert er sich also noch an das Erbrecht. Doch gegenüber Isebel verschweigt er das (V. 6): “Ich will dir meinen Weinberg nicht geben”. Und nun ja, was Isebel daraus macht, ist klar. Geschickt wird durch ihre Manipulationen aus einem treuen Bürger Israels ein Feind Gottes und des Volkes insziniert. Auf den Wegen der Sünde gibt es keine Kontrolle über den eigenen Charkater.