Charles H. Spurgeon: Der gekreuzigte Christus

Eine Predigt, gehalten am Sonntagabend zu Beginn des Jahres 1858 von C.H. Spurgeon in der New Park Street Chapel in Southwark (Download als .pdf):

Korinth befand sich in Mitten eines Volkes, das Eloquenz und Weisheit bewunderte. Der Brief wurde im Zeitalter der Redner und Philosophen verfasst. Der Apostel Paulus war ein Mensch tiefer Gelehrsamkeit – er wurde an den Füßen Gamaliels in aller Weisheit des Ostens ausgebildet. Wir können uns sicher sein, dass er ein sehr begabter Mensch war, denn, obwohl seine Schriften durch den Heiligen Geist inspiriert wurden, hat der Heilige Geist gerade Ihn als Sein Instrument wählte. Einen Menschen, der offensichtlich die Fähigkeit für tiefes und kraftvolles Denken und Argumentieren besaß. Auch bezüglich seiner Redefähigkeit glaube ich, dass wenn Er sich entscheiden würde, diese zu trainieren, sie von erstklassiger Qualität wären, denn wir finden in einigen seiner Briefe eine Eloquenz, die alles, was je von den Lippen Ciceros[1] oder Demosthenes[2] fiel, überragt.

In den Gedanken eines einfachen Menschen, der eine solche Stadt wie Korinth betritt, besteht die Versuchung, zu sich selbst zu sagen: „Ich will mich bemühen, meine Redefähigkeit auszubauen. Ich habe ein gesegnetes Evangelium zu predigen, das der höchsten Gaben wert ist, die ich diesem überhaupt weihen kann.“ Paulus könnte so denken: „Ich bin redebegabt. Ich muss nun alles daransetzen, meine Predigten aufzupolieren und meine Ansprachen so einzukleiden, um alle Redner, die gerade die Korinther fesseln, überbieten zu können. Das will ich natürlich besten Gewissens tun, denn ich werde meine Absicht im Auge behalten, Jesus Christus zu predigen – und ich werde Jesus Christus mit einer derartig edlen Sprache verkündigen, dass es mir gelingen wird, mein Publikum dazu zu bewegen, über das Evangelium nachzudenken.“ „Charles H. Spurgeon: Der gekreuzigte Christus“ weiterlesen

C.H.Spurgeon über die Demut

Was predigt man am Vorabend der Öffnung der größten Baptistenkirche weit und breit? Spurgeon predigte am 17.März 1861, also einen Tag bevor das neue Gebäude des Metropolitan Tabernacle eingeweiht wurde, über die Demut.

Anhand von Apg. 20,19 untersucht Spurgeon, was “alle Demut” umfasst. Das man hier immer von beiden Seiten vom Pferd fallen kann, ist ihm vor Augen:

Ihr wisst also ganz genau, dass es für einen Menschen in Lumpen genauso einfach ist, stolz zu sein, wie für den Bürgermeister mit seiner goldenen Kette. Einer ist genauso stolz darauf in seinem kleinen Wagen zu fahren, wie der Herr, der in einer vergoldeten Kutsche herum fährt. In der Tat wage ich zu behaupten, dass der Letztere wenig Stolz darüber empfindet, sondern sich eher schämt, sich so lächerlich machen zu müssen. Sie können ein König sein und doch demütig. Sie können ein Bettler sein und doch stolz. Sie können groß sein und sich doch als gering einschätzen. Sie können klein sein und sich selbst doch für den Größten halten. Achtet darauf, dass weder euer hoher noch euer niedriger Stand euch stolz macht.

Wo ist also das eigentliche Kampffeld der Demut? Das Herz:

Es ist nicht der Ort, es ist das Herz! Es ist nicht die Position, es ist die Gnade! Der Mensch ist auf der Tempelzinne genauso sicher wie im niedrigsten Tal, wenn Gott ihn hält. Und er ist im tiefen Tale genauso in Gefahr wie auf dem höchsten Gipfel, wenn Gott nicht mit ihm ist. Wenn der Herr ihn verlässt, wird er auf beiden Orten stürzen! Wenn der Herr mit ihm ist, wird er in jeder Position bestehen!

Besonders der dritte Teil, wenn Spurgeon über “Antriebe für die Demut” spricht, ist sehr ergreifend. Spurgeon, verweist unter anderem auf Christus, als den Lehrmeister der Demut:

Er steigt zu Menschen von niedrigem Stand herab, doch es sieht nie wie Herablassung aus. Er tut es so, dass es nicht den Anschein einer Erniedrigung gibt. Er war in Seinem Herzen immer auf ihrer Stufe. Er aß und trank und saß mit Zöllnern und Sündern zusammen und das alles in einem so einfachen, fröhlichen Geist, dass niemand über Ihn sagte: “Seht, wie er sich erniedrigt”. Jeder fühlte, dass das Gebeugtsein seine natürliche Haltung war, dass er nicht aufstehen und stolz sein konnte. Es wäre für ihn unziemlich. Und der Jünger soll über dem Meister stehen und der Knecht über seinem Herrn?

Wir haben die Predigt ins Deutsche übersetzt und ihr könnt sie hier downloaden: pdf, docx, epub, mobi

 

 

Zitat: Das Göttliche "Wenn"

C.H. Spurgeon sagt zur Funktion des “Wenn” in Heb. 6,4-6:
“Wenn Gott dort ein “Wenn” einfügt, dann tut er das aus gutem Grund und zu einem guten Zweck. Erstens … um dich vom Abfall abzuhalten. Gott bewahrt seine Kinder vor dem Abfall, aber dazu benutzt er bestimmte Mittel… Dort klafft ein tiefer Abgrund. Wie kann man jemanden am besten davor bewahren hinabzufallen? Warum nicht, indem man ihm sagt, wenn er hinabfiele, würde er unweigerlich in Stücke zerschmettert? In manchen alten Burgen gibt es einen tiefen Keller voller Grubengas. Jeder, der dort hinabgehen würde, würde ersticken. Was sagt uns der Fremdenführer? “Wenn Sie dort hinabgehen, werden Sie nie wieder lebendig herauskommen.” Wem käme in den Sinn hinabzugehen? Allein dass uns der Fremdenführer die Folgen nennt, hält uns davon ab. Ein Freund nimmt uns einen Becher Arsen aus der Hand; er will verhindern, dass wir ihn trinken, und sagt: “Wenn du das trinkst, wird es dich umbringen.” Nimmt er er auch nur einen Moment an, dass wir es trinken würden? Nein! Er sagt, welche Folgen es hätte, und er ist sicher, dass wir es nicht tun werden. So sagt auch Gott: “Mein Kind, wenn du von dieser Klippe stürzt, wirst du zerschmettert.” Was tut das Kind? Es sagt: “Vater, halt mich fest! Halte du mich, dann bin ich sicher.” Der Gläubige wird dadurch zu größerer Abhängigkeit von Gott geführt, zu einer heiligen Furcht und Vorsicht, weil er weiß: Würde er abfallen, könnte er nicht erneuert werden. So hält er sich von diesem gähnenden Abgrund fern, weil er weiß: Fiele er dort hinein, dann gäbe es für ihn keine Rettung.”


Gefunden bei T. R. Schreiner: Mit Ausharren laufen, S. 210, ursprünglich zitiert aus C.H. Spurgeon, “Final Perseverance” 
 

Spurgeon über Exzentrizität von Predigern

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“Das folgende Ererignis, welches ich persönlich erlebte, wird die Kraft der Rasse und des Klimas aufzeigen um den Vorwurf der Exzentrizität zu produzieren. Ein Holländer, der, – nach seinem sehr ordentlichen Schreibstil, und der Ausdrucksweise seiner Sätze zu urteilen, ein sehr beispielhaftes Individuum sen sollte, schreib mir einmal einen streng ermahnenden Brief. Nachdem er meine gedruckten Schriften mit viel Freude gelesen habe, kam er zum Ergebnis dass ich ein gottesfürchtiger Diener bin, und verweilte, als er einmal in London war im Gottesdienst um mich zu hören. Dies musste er jedoch sehr bereuen, denn von nun an verlor er die Kraft meine Predigten mit Freude zu lesen. „Spurgeon über Exzentrizität von Predigern“ weiterlesen

Spurgeon's A Defense of Calvinism

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Ich denke Spurgeon hatte eine besonders seelsorgerliche Art um die Lehren der Gnade zu vertreten. Man findet oft so viel “calvinistischen” Hochmut und unfassbar übertriebene Härte, die natürlich immer als “der reine Kampf für die Wahrheit” verkauft wird. Als würde man durch Erkenntnis selig und nicht durch das Werk Christi. Spurgeon sieht man seine Bemühung um die Seelen an.
Ich habe keine Fackel benutzt, um die Sonne zu erleuchten, sondern die Sonne hat mich erleuchtet. Ich habe mein geistliches Leben nicht selbst angefangen – nein, ich habe vielmehr gegen die Dinge des Geistes getreten und gekämpft; als er mich zog, bin ich ihm eine Zeitlang nicht gefolgt; in meiner Seele war ein natürlicher Hass gegen alles Heilige und Gute. Wehrufe über mich waren vergeblich, Warnungen wurden in den Wind geschlagen. Donnerschläge wurden missachtet; und was das Flüstern seiner Liebe angeht, es wurde zurückgewiesen als etwas, das weniger ist als nichts. Und so bin ich mir heute sicher, dass ich es sagen kann: »Er allein ist meine Errettung.« Er war es, der mein Herz herumwendete und mich auf meine Knie brachte vor ihm. Ich kann es wie Doddridge und Toplady mit aller Überzeugung sagen:
„Die Gnade befahl meiner Seele zu beten und ließen meine Augen überfließen.“
Und genau an dieser Stelle kann ich hinzufügen:
„Diese Gnade hat mich bis an den heutigen Tag behütet und wird mich nicht mehr loslassen.”
Spurgeon diskutiert nicht theoretische Konzepte sondern geistliche Realität, die ihm persönlich durch Mark und Bein ging, so schreibt er auch:
Gut kann ich mich daran erinnern, wie ich die Lehre der Gnade in einem einzigen Augenblick gelernt habe. Wie wir es alle von Natur aus sind, wurde ich als ein Arminianer geboren. Ich glaubte fest daran, was ich immer wieder von der Kanzel herunter gehört hatte, und sah die Gnade Gottes nicht. Als ich auf dem Weg zu Christus war, dachte ich, ich würde es ganz allein tun, und obwohl ich den Herrn ernstlich suchte, hatte ich keine Ahnung, dass er mich suchte. Ich glaube nicht, dass ein Jung-Bekehrter sich dessen bewusst ist. Ich kann noch den Tag und die Stunde nennen, als ich zum ersten Mal diese Wahrheiten in mir selbst begriff – als sie, wie John Bunyan es sagt, in mein Herz eingebrannt wurden wie mit einem heißen Eisen, und ich erinnere mich, dass ich den Eindruck hatte, in einem Augenblick vom Baby zum erwachsenen Mann gewachsen zu sein. „Spurgeon's A Defense of Calvinism“ weiterlesen

Eine Predigt von C.H. Spurgeon

Zur Person

Geboren am 19.6.1834 in Essex, heimgegangen am 31.01.1892 in Nordfrankreich.
C.H.Spurgeon wird auch als Predigerfürst bezeichnet.

Mit fünfzehn Jahren entschied er sich für die Nachfolge Christi, und war bereits mit 16 der Pastor einer kleinen Dorfgemeinde. Ab 1854 nahm er eine Predigerstelle im Metropolitan Tabernacle in London an. Seit der Zeit predigte er für über 30 Jahre mehrmals wöchentlich vor tausenden von Zuhörern. Seine Sonntagspredigten wurden aufgezeichnet und wöchentlich verkauft. Sie erreichten hohe Verbreitung (Auflage bis zu einer Million stark). Neben seinem Dienst als Pastor verfasste er zahlreiche Bücher, darunter eine sehr kostbare Auslegung zu den Psalmen (Aus der Schatzkammer Davids).  Schließlich bemühte er sich auch um ein bibeltreues Bibelseminar für Pastoren, das sogenannte Pastors’ College. in den 70’ger Jahren des 19ten Jahrhunderts organisierte er mit seiner Gemeinde eine Betreuungseinrichtung für Waisenkinder.
Auch heute noch werden seine Schriften gerne gelesen. Für weitere Informationen empfehle ich die Webseite www.nimm-lies.de. Hier findet sich auch eine Übersicht über die Werke von C.H.Spurgeon (einschließlich sämtlicher Verlinkungen zu Erwerbungsmöglichkeiten und kostenfreien PDFs).
Auf wiederholtes Drängen nahm ich einmal mit einem Freund eine Predigt von Spurgeon auf.
Hier wird nun eine Predigt vorgestellt, welche sich in dem Büchlein “Heilig dem Herrn” wiederfindet veröffentlicht. Natürlich wird ein weitergeben erwünscht.
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