Kinderlied: “Jona, Jona, geh sofort!”

Peter Leithart, ein eher ungewöhnlicher “maverick” Theologe, den ich immer wieder gerne auf First Things lese, hat einen großartigen Artikel darüber geschrieben, wie er mit seinen Enkeln die Bibel ließt, bzg. biblische Geschichten vermittelt. Dieser Artikel erschien vor einigen Tagen auf deutsch und motivierte mich, einige neue Elemente auszuprobieren. Eine Frucht der Arbeit ist ein Kinderlied über Jona. 4 Strophen in etwa passend zu den vier Kapiteln des Buches (download).

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Mal was anderes: Cello-Musik

Ein paar Jugendliche haben mir ihre hochwertigen (so will ich bei der vorhandenen Ausrüstung meinen) Audio-Aufnahmen zur Verfügung gestellt, die ich hiermit kostenfrei zum Download anbieten darf. Da ich gerne auch den Text eines Liedes mitsingen möchte, habe ich zu den meisten Liedern auch den Text ausfindig machen können, siehe die Tabelle unter der Wiedergabeliste. Viel Freude beim Hören! Wer den Jungs gutes Equipment gönnt, darf mir gerne eine Paypal-Überweisung mit Angabe “Cello” auf pauli.sergej @ gmail.com tätigen.

Hinweis zum Nutzungsrecht: Soweit ich das verstehe, darf ich die Lieder hier nach bestem Wissen und Gewissen  verteilen, sollte unerwartet ein Lizenzproblem vorliegen, bitte ich um freundlichen Hinweis diesbezüglich.

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Sherlock Holmes und der seltsame Fall mit der verschwindend kleinen Differenz

“Die Kälte kam diesen Herbst unerwartet früh und ungewöhnlich frisch über London. Tagsüber lichteten sich die Nebel nur selten und wenn, dann nur um Platz für Schauer zu schaffen. Eben solcher Trübsinn fiel auch auf meinen guten alten Freund Sherlock Holmes, der erst im August einen bekannten Adligen Genuas gewohnt effizient wie diskret vor einem wirren Komplott von Lügen und Verschwörungen erlöst hat. Der Fall hat sehr an seinen Kräften gezerrt; so konnte ich es nur schwer glauben, dass ihn ein Problem theologischer Art wirklich derart beschäftigen sollte. Man muss wissen, dass sich der berühmte Ermittler, seit er am 07.07.1891 die letzte Predigt von C.H. Spurgeon gehört hatte, sich mit der gleichen Hingabe an wendete, wie er es zuvor an seine detektivische Arbeit tat. Das ich in meinen Berichten diese ungewöhnliche Entwicklung seiner Persönlichkeit bisher verschwiegen habe, muss meiner übertriebenen Furcht davor zugeschrieben werden, dass sich die Leser nur wenig für das geistliche Leben von Holmes’ interessieren könnten.

“Aber Holmes, es geht doch nur um 0,1%. Wie kann Sie das bloß derart beschäftigen? ” – unterbrach ich sein trübes stundenlanges Schweigen.

“Watson, verstehen Sie denn nicht, dass diese 0,1% elementar sind. Elementar! Verlieren wir diese, verlieren wir das ganze Evangelium.”

“Das Sie selbst in ihrem Glauben ein Perfektionist bleiben wollen, konnte ich noch nie verstehen” – gab ich lauthals meinem Ärger preis! „Sherlock Holmes und der seltsame Fall mit der verschwindend kleinen Differenz“ weiterlesen

Iain Duguid: Waren Adam und Eva echte Menschen?

Dieser Artikel von Iain Duguid erschien am 11.05.2020 unter dem Titel: „Were Adam and Eve Real People?“ Übersetzt von Daniel Tollkötter mit freundlicher Genehmigung von Desiring God (Download als pdf).

Wie die Geschichte an ihrer Gestalt hängt

Die Lehre der Heiligen Schrift zum Thema der menschlichen Herkunft ist fundamental wichtig für den Rest der Bibel. Sie ist auch entscheidend für unser Verständnis dessen, wer wir als Menschen in Beziehung zu Gott und zur übrigen Schöpfung sind. Dies sollte nicht überraschen, da es in jeder Kultur in der Geschichte eine Reihe von Ursprungsgeschichten gegeben hat, die ähnliche Fragen beantworten. Die Evolutionstheorie erfüllt diesen Zweck für viele Menschen unserer Zeit – eher als eine erklärende Ursprungsgeschichte denn als fachliche Darstellung wissenschaftlicher Prozesse.

Entwickelte sich die Menschheit allmählich aus verschiedenen niedrigeren Lebensformen, stieg sie durch einen rein naturalistischen Prozess auf, bis sie schließlich unseren heutigen Zustand erreichte (wie es die naturalistische Evolution lehrt)? In diesem Fall ist der biblische Bericht über die Erschaffung von Adam und Eva bestenfalls ein bildlicher Mythos, der den menschlichen Zustand beschreiben mag, aber keinen Bezug zu den tatsächlichen Ereignissen hat.

Oder wurde der langsame Fortschritt auf dem Weg zur Menschheit von Gott geleitet und vielleicht entscheidend von ihm gelenkt, als er ein Paar (oder eine Sippe) von Hominiden nahm und sie mit etwas Besonderem (einer “Seele”) ausstattete, das sie zu einer völlig neuen Spezies machte (wie es die theistische Evolution lehrt)? In diesem Fall mögen die Genesis-Erzählungen historische Ereignisse darstellen, aber nur in einer eher stilisierten Form.

Oder entspringen unsere Ursprünge einem einzigartigen, augenblicklichen Akt der besonderen Schöpfung aus dem Staub der Erde seitens Gottes (wie von der besonderen Schöpfung behauptet)? Diese letzte Sichtweise interpretiert die Ereignisse der Genesis als eine genaue Wiedergabe tatsächlicher historischer Ereignisse. „Iain Duguid: Waren Adam und Eva echte Menschen?“ weiterlesen

Die unwahrscheinlichste, verrückteste und faszinierendste Geschichte aller Zeiten

Eigentlich sollten wir diese Kunstfertigkeit feiern, doch alle schweigen verschämt und blicken zu Boden. Eine unfassbar fantastische Geschichte wurde entdeckt, doch keiner möchte darüber Reden.  Die Entdeckung dieser unfassbar unglaublichen Geschichte haben wir übrigens vor allem der liberalen Theologie und in besonderer Weise der liberalen Theologie Deutschlands zu verdanken. Fangen wir einfach mal an:

So berichteten es mir meine evangelischen Religionslehrer immer und immer wieder: Das Alte Testament, und in besonderer Weise der Pentateuch sind Fiktion. Auch wenn diese scharfe Rationalität nicht mehr den neuesten Stand der Forschung darstellen, sammeln wir gerade die Früchte vergangener Saat-Arbeit. Ist doch genau diese Bewertung des AT als Fiktion der “state of the art” des Menschen auf der Straße. Man hat dabei in etwa diese Erzählung im Blick, doch weil man immer nur kleine Schnipsel erzählt, verhindert man die Enttarnung der völligen Unglaubwürdigkeit:

Ca. 550 v.Chr. landet ein eher schlecht gebildetes Volk, ein Nomadenvolk, das meist von Streitigkeiten zerrissen und gespalten war, in babylonischer Gefangenschaft. Obwohl die meisten dieser Volksgruppe, auch Israeliten bzw. Judäer genannt, kaum oder gar nicht lesen können, entwickeln sie plötzlich ungeahnte und unerwartete Integrations-Schwierigkeiten. Während sich die meisten anderen Völker (die übrigens irgendwie auf seltsame Weise, weil es die Forschung des 19.Jahrhunderts so bestimmte, deutlich fortgeschrittener waren) ohne Probleme assimilieren, entwickeln die Juden eine Gegenkultur. „Die unwahrscheinlichste, verrückteste und faszinierendste Geschichte aller Zeiten“ weiterlesen

Christus: Stütze der Versuchten – Eine Predigt von George Whitefield

(c) Public domain

Ich bin auf diese Predigt von Whitefield gestoßen. Als klarer Verteidiger reformatorischen Denkens tritt er hier in der Besprechung von Matth. 6,13 auf. Die, die vom “eigentlich ganz netten Menschen” reden, sind dem Evangelium genau so fern, wie die heidnischen Philosophen. Denn der Mensch ist oft seinem Versucher sehr ähnlich. Voller Lüge, Stolz und Neid! Dass Satan Gott nichts gönnen kann ist eine Ursache der Versuchung durch den Satan. Ihm, diesen Uralten Listigen und Mächtigen Widersacher Gottes können wir alleine nicht widerstehen. Mit sehr deutlichen Tönen ruft Whitefield seine Zuhörer somit auf, Christus und sein Heil zu suchen. Spannend finde ich, dass Whitefield weder eine billige Gnade noch eine billige Buße verkauft. Buße und Bekehrung sind in dieser Predigt eine äußerst ernste Angelegenheit. Sicherlich ein Element der Verkündigung das heute verloren gegangen ist.

So macht man Christus zu einem halben Retter und gibt dem Menschen die halbe Ehre. Ich sage jedoch, Christus will deine ganze Gerechtigkeit, deine ganze Weisheit und deine ganze Heiligung sein, ansonsten wird er niemals zu deiner ganzen Erlösung.”

Meine Lieben verführt euch jedoch nicht selbst, denn Gott lässt sich nicht verspotten. Ihr ruiniert euch selbst für Zeit und Ewigkeit. Ihr betet „Führe uns nicht in Versuchung“, und fordert (gleichzeitig) Satan auf, zu kommen und euch zu versuchen.

“Oh! Wie sehr wünschen wir es uns, Jesus bereits früher gekannt zu haben, und sehnen uns nach seiner Liebe. Es ist eine aufsteigende Liebe, beeindruckend, vergebend, sterbend, erhöhend, vermittelnd und verherrlichend.”

Hier geht es zum download:

Die Predigt “Christus -Stütze der Versuchten” von George Whitefield:

pdfdocxmobi und epub (Archiv)

Ich empfehle zudem die Kontroverse zwischen Whitefield und Wesley.

Übrigens: von Carl R. Trueman gibt es (auf englisch) einen wunderbaren Audio-Beitrag über George Whitefield, in dem er auch zahlreiche Literaturhinweise macht.

Gottes Vorsehung im Leben Ruts

Julius Schnorr von Carolsfeld malte Rut im Feld des Boas (1828), Bildrechte gemeinfrei

Gott ist da! Ich denke, dass ist die Botschaft des kurzen biblischen Buches “Ruth”. Eigentlich werden auf den ersten Buch nur triviale Begebenheiten erzählt. Eine Liebesgeschichte, die so gar nichts spannendes an sich hat. Eine unglückliche Witwe Naemi, und eine eher einsam wirkende Fremde mitten in Israel. Naemi will auch nur noch “Mara” Leid genannt werden. Vielleicht hat sie auch nichts besseres verdient, wenn sie Schon Bethlehem, das Haus des Brotes verlässt? Nun, die 4 kurzen Kapitel des Buches motivieren zur Dankbarkeit und zu Gott vertrauen. Weder Naemi noch Rut werden getäuscht, obwohl sie nie den ganzen Plan erfahren. Das Rut schließlich auch zur Ururur….großmutter unseres Erlösers wird! Wer hätte das gedacht! Aber, bei Gott ist nun mal kein Ding unmöglich.

Diese Überlegungen motivieren mich zu einem Gedicht über Ruth:

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Input zum Heidelberger Katechismus

Überlegungen

In 129 Fragen und Antworten bietet der Heidelberger Katechismus (im Folgenden HK) eine sehr kompakte, gleichzeitig umfassende Darstellung des Christlichen Glaubens. Dabei folgt er der Dreiteilung: Elend (8 Fragen) – Erlösung(74 Fragen) – Dankbarkeit (42 Fragen)

Dabei wird die Gotteslehre,die Christologie un die Lehre der Sakramente im Teil der Erlösung behandelt. Der Schwerpunkt auf die Christologie ist ein besonders beeindruckendes Beispiel für reformierte Theologie. Der Abschnitt zur Dankbarkeit macht deutlich, dass zwischen Dogmatik und Ethik nicht getrennt wird, behandelt hier der Autor die zehn Gebote und das Gebet. Insgesamt reiht sich der HK durch diesen Aufbau in die Tradition der Reformation aber auch des Mittelalters ein, Theologische Fragen systematisch zu ordnen.

Dennoch machen einige Umstände den HK zu einem besonders wertvollen Katechismus:

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Die Herausforderungen eines Pfarrers im 21ten Jahrhundert – Mit Michael Freiburghaus im Gespräch

Auf Michael Freiburghaus und sein evangeliumszentriertes Denken bin ich zum ersten Mal durch einen Artikel von Hanniel Strebel gestoßen. Als ich ihn einige Zeit später noch persönlich kennen lernte, wusste ich sofort, dass ein Interview her muss. Viele werden meine 10+1 Fragen bei Nimm-Lies kennen, doch diesmal haben wir uns an ein anderes Format gewagt: Eine Audioaufnahme. Doch damit nicht genug: Zusätzlich haben wir das Interview hier auch in schriftlicher Form angefügt. Für mich, der kaum Berührungspunkte mit der Landeskirche hat, war dieses Treffen in vielerlei Hinsicht hilfreich, die Herausforderungen eines bibeltreuen Pfarrers zu verstehen.

Michael Freiburghaus, Jahrgang 1986, seit 2015 verheiratet mit Christina und Pfarrer in Leutwil-Dürrenäsch (Schweiz). Präsident der Schweizerischen Traktatmission und der Stiftung Zukunft CH. Außerdem ist er Armeeseelsorger im Schweizer Militär.

PERSÖNLICHES:

F.: Was bewegte dich in die Berufung des Pfarramtes?

A.:Mit 15 Jahren hatte ich ein Bekehrungserlebnis, dass Jesus in mein Leben kam. Zwei Wochen darauf war für mich klar, dass ich Pfarrer werden wollte, um möglichst vielen Menschen von der Liebe Gottes, die er uns in seinem Sohn Jesus Christus zeigt, zu erzählen. Danach habe ich das Gymnasium besucht und an vier Universitäten im In- und Ausland Theologie studiert.

F.: Wovon hast du im Studium am meisten profitiert und welche Lehrinhalte hast du vermisst?

Am meisten konnte ich von den Professoren lernen, die selber an Jesus als persönlichen Herrn und Heiland glauben. Das vertiefte Verstehen des Alten und Neuen Testaments fördert den Glauben. Ebenso ist es hilfreich, wenn man die Kirchengeschichte kennt und nicht alle Fehler selber wiederholt 😊

Die Philosophiegeschichte und Sektenkunde geben einen Überblick über aktuelle Herausforderungen.

Die Gemeindeentwicklung und Evangelisation ist ein Thema, das man gar nicht genug behandeln kann.

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Der tiefe Fall eines jungen Prinzen

Absaloms Lebenslauf, wie er uns in 2. Sam. Kap. 13 bis Kap. 18 berichtet wird, fasziniert mich regelmäßig: Ein Mensch, der alles hat, der jung ist und auch noch schön. Und dennoch immer noch unzufrieden und gierig. Also durch und durch ein moderner Westler. Somit geht die Geschichte Absaloms auch knallhart der Frage nach, ob wir glücklicher wären, wenn wir jünger und reicher wären. Das motiviert mich zu diesem Gedicht, obwohl ich mit dem etwas pietistischen Ende nicht ganz zufrieden bin. Absaloms Geschichte sollte uns aber zur Demut anleiten und nicht zu einem verbitterten Versuch der Selbstrechtfertigung.

Absaloms Mahl in einem Gemälde des Niccolò De Simone um 1650. (Bildrechte: gemeinfrei)
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