20 Jahre irritierende Vaterlosigkeit

Dieser Artikel ist der zweite Teil einer Trilogie eines Rückblicks. Der erste Teil findet sich unter: 10 Jahre unverdiente Treue.  Mit dieser Reflexion will ich meine eigenen Motive udn Antriebe besser verstehen. Was treibt meinen Puls?

Kein schöner Land?!

Kasachstan, das Land in dem ich 1989 geboren wurde, ist definitiv mein Traumland. Meine ersten 8 Lebensjahre verbrachte ich dort. Ich erinnere mich an die bibbernde Kälte des Winters und an die sengende Sonne des kurzen heißen Sommers. Irgendwie schafften wir es als Kinder, die ganze Zeit draußen zu verbringen. Die ersten Jahre nach der Perestroika waren hart, Strom gab es nur nachts, bezahlt wurde man in Naturalien, gleichzeitig lagen große politische und wirtschaftliche Änderungen in der Luft. Wir Kinder verstanden davon reichlich wenig. Ich liebte dieses Land. Die Freiheit, diese gigantische Steppe, in der man in keiner Richtung auch nur ein Häuschen sah. Nur ganz weit weg,  einen einsamen Kuhhirten. Den ganzen Sommer hindurch tummelten wir uns im Park, pinkelten an die Mauern einer alten sowjetischen Getreidemühle, fingen am Fluß Frösche und Blindschleichen und winkten den vorbeifahrenden sowjetischen Dampflocks zu. Definitiv positiv ist auch meine Erinnerung an meinen Vater. Irgendwie war er Genie und Wahnsinniger zugleich, vielleicht beschönigt ihn aber auch nur meine Erinnerung.

Womöglich ist meine Erinnerung an meinen Vater genauso idealisiert, wie die an Kasachstan. Mein Vater war unfassbar sportlich, muss ein extrem guter Didakt, aber ein furchtbarer Landwirt gewesen sein. Auf jeden Fall brachte er mir zwar schon mit 4 Jahren lesen, schreiben und Artithmetik bei, aber im Stall verbrachte vor allem die Mutter die Zeit. Vor allem aber war er Alkoholiker. Die letzten zwanzig Jahre habe ich immer versucht jedes Stückchen Erinnerung an ihn wach zu halten. In dieser bleibt immer diese Irritation: Einerseits ein Vater, der mir vor dem zu Bett gehen stundenlang Geschichten erzählte, mich bei Spatziergängen immer auf den Schultern trug und mit einer eselsgeduld meine zahlreichen Fragen beantwortete. Mit mir den Weltatlas genauso bestaunte, wie eine russische Übersetzung von Brehms Tierleben. (Als ich viele Jahre später meinen Geburtsort besuchte, ging ich in die Bibliothek um mir von dieser diesselben Band abzukaufen.) Andererseits ein Vater im Kontrolverlust. Kaum trank er  zuviel, redete er nur noch wirr und handelte unvernünftig. Eines Tages betrank er sich bei seinen Freunden, zu denen er mich auch mitnahm, so sehr, dass er auf dem Rückweg mitten im Schnee bei -20°C einschlief. An alles, ob Licht ob Schatten, habe ich nur eine kindliche, vielleicht kindische Erinnerung. manchmal versuche ich diesen Filter gegenzurechnen, um einen besseren Rückblick zu bekommen,aber das will mir nicht gelingen. „20 Jahre irritierende Vaterlosigkeit“ weiterlesen

10 Jahre unverdiente Treue

Nach langem inneren Ringen habe ich mich entschieden, dennoch einige zeugnishafte Lebensrückblicke zu schildern. Oft denke ich an diese Verse:

“Mir ist Erbarmung widerfahren,
Erbarmung, deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren,
mein stolzes Herz hat’s nie begehrt.
Nun weiß ich das und bin erfreut
und rühme die Barmherzigkeit.”

Meine Frau meint sehr häufig über mich, dass ich ein besonderes Lieblingskind von Gott sei. Ich denke sie schildert das treffend. Doch einen Grund dafür zu suchen wäre vergebliche Mühe, denn dieser ist nur in dem Ratschluss Gottes zu finden. Es verschlägt mir den Atem darüber nachzudenken, wie viel uns nur durch Gnade zuteil wird. Wie viel davon nehmen wir so selbstverständlich, oftmals völlig gleichgültig und lieblos an, ohne auch nur ‘Danke’ dafür zu sagen.  Sage ich das nur, weil ich mit frommen Superlativen nicht sparen kann? Nein, es ist intimste Realität. Vor etwas mehr als zehn Jahren haben meine Frau Elvira und ich geheiratet. Diese zehn Jahre sind ein guter Startpunkt, um einen Rückblick zu wagen. Ich blicke heute also ich auf 10 Jahre unverdiente Treue zurück.

Meine ich das wirklich so? Ist Eheglück wirklich ein unverdientes Geschenk Gottes? In meinem Leben ist es definitiv so. Seltsamerweise wird in fundamentalistischen Kreisen oft der Eindruck vermittelt, dass eine Ehe nur auf aller beste Weise funktionieren kann, wenn “beide Partner bekehrt sind”. Ein Versagen sei gar nicht möglich. Mit genau dieser Vorannahme stolperte ich in die Ehe hinein. Damit übersah ich in krasser Blindheit, dass ich selbst eine wandelnde Gefährdung meiner eigenen Ehe bin. Gott gab uns Gnade zur Buße und seinen Schutz in Gefahr. Ein punktueller Rückblick aus unterschiedlichen Bereichen:

Die Ausgestoßenen: Die Entscheidung, Elvira zu heiraten, bedeutete für mich mehr oder wenig den Ausstoß aus meinem elterlichen Haus. Mit dem Motto “Du hast jemand besseren verdient, du Verräter” setzte (und setzt) meine Mutter alles daran, um uns auseinander zu bringen. Viele der Mittel und Maßnahmen dafür habe ich (und ich glaube noch nicht einmal meine Mutter selbst) am Anfang bemerkt. Hier musste ich immer wieder einiges korrigieren und die Schuld vor der Ehefrau eingestehen. Das ganz Verrückte dabei: Die ersten 5 Jahre habe ich überhaupt nicht gemerkt, dass meine Frau selbst unter einem ähnlichen Druck steht. Die Entscheidung Elviras sich für mich zu entscheiden, bedeutete und bedeutet für sie, dass sie von einigen ihrer nächsten Verwandten nur Verachtung empfängt. Langsam lernen wir das in Geduld zu tragen. Was sich aber so bitter anhört, war ein segensreiches Tal der Demut: Wir lernten Selbstständigkeit und Zusammenhalt. „10 Jahre unverdiente Treue“ weiterlesen

Der falsche Verdacht

Im Gloucester Museum fand ich dieses Bild (the Emigrants,1910) von Victor Hageman

Diese kleine Anekdote erlebte ich in den letzten Tagen während meines Aufenthalts in einem Vorort vor Oxford. Ein ausführlicher Reisebericht über meinen Aufenthalt in Oxford folgt nach meiner Rückkehr nach Deutschland.

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Kein perfektes Leben – Gedanken zur Geburt meines 4ten Kindes

Prolog

Das Leben schreibt manchmal die abenteuerlichsten Geschichten. Am Dienstag vor einer Woche kam nun unsere zweite Tochter als viertes Kind der Familie zur Welt, und das durchaus unter spektakulären Bedingungen: Wir planten schon früh eine Hausgeburt unter der Betreuung zweier Hebammen, und bereiteten uns bereits früh darauf vor. Doch eine Geburt kann man kaum planen. Als die Wehen ansetzten, ging es plötzlich so schnell, dass die Hebamme nicht rechtzeitig vor Ort sein konnte. Ich musste also den Hebammendienst übernehmen und nach einigen Minuten hielt ich meine Tochter in den Armen. Doch die Frau verlor relativ viel Blut und wir zählten die Sekunden bis die Hebammen eintreffen, nun klingelt es an der Tür, doch wer steht davor? Natürlich, der Postbote, und während er mein mit Fruchtwasser und Blut beflecktes Shirt und meine mit Schweiß überlaufene Stirn betrachtet, frägt er kühl: “Gerade gezockt?” – “Nein, vor ein paar Minuten ein Kind empfangen” als Antwort, hält er da nur für einen unpassenden Witz. Kurz davor, versuche ich mehrfach verzweifelt bei den Hebammen durchzukommen. Und meine bis dahin gewahrte Ruhe ist plötzlich dahin: Das komplette Festnetz (ja Festnetz, nicht Mobilnetz) fiel aus. “Der Anruf kann zur Zeit nicht zugestellt werden”, spricht der weibliche Computer. Nun, es gibt Momente, an denen der ganze (verborgene) Dreck des Herzens an die Oberfläche kommt. Statt die Sache in die Hände Gottes fallen zu lassen, wurde ich unfassbar zornig. Ich fluchte schrecklich, wirklich, ich habe es selbst nicht von mir erwartet. Als könnte man durchs Ausflippen etwas retten. Dabei war das natürlich immer noch nur ein Teil der Geschichte: Zwei Tage vor der Geburt entdecken wir bei den Kindern Läuse, was viel Mühe und Kosten für die Behandlung bedeutet. Und natürlich kam das Kind genau an dem Tag zur Welt, als mich der Chef unbedingt auf der Arbeit haben wollte.

Nun, das Kind ist gesund und munter, und auch der Mutter geht es von Tag zu Tag besser. Die Möglichkeit die mir aber gegeben wurde, eine Geburt derart aktiv mitzuerleben, machte mir aber diesmal besonders intensiv deutlich, was für eine ungewöhnliche Sache, Neues Leben ist. Eigentlich ist es gerade so möglich, dass ein Kind überhaupt zur Welt kommen kann. Man denkt fast automatisch an 1 Mo. 3,16, an die Schmerzen der Geburt. Offensichtlich steckt in jeder Geburt auch der Schmerz des Messias drin(Vgl. insbesondere 1. Tim. 2,15 hierfür)

Überlegungen

Da ich nun einen Monat Elternzeit habe, kann man etwas nachdenken. Ein paar Gedanken im Sturzflug:

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Pleiten, Pech, Pannen?

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Platte Pannen

Tja, da war es mal wieder eine Katastrophenwoche, dabei fing doch alles so großartig an: Zunächst einmal hatte ich die ganze Woche Urlaub, enstprechend wurden einige Termine auf diese Woche gelegt. Nötige Impfungen für die Kinder, aber auch der TÜV-Termin für das Fahrzeug. Nun geriet die Sache aber mit Kleinigkeiten ganz schön ins Rollen, doch immer der Reihe nach. Am Dienstag,  stellte es sich heraus, dass aufgrund von Bauarbeiten gegenüber der Straße, unsere Garageneinfahrt für einige Tage gesperrt bleiben wird, soweit so gut. Doch am Mittwoch, gerade eine Stunde bevor die Frau zum Kinderarzt fahren wollte, stellte ich plötzlich fest, dass wir einen Platten hatten. Was soll man da auf die Schnelle machen? Am Donnerstag wäre der  TÜV dran, und die Sommerreifen haben kaum noch Profil übrig. Gleichzeitig gibt es auch kein Budget für die Anschaffung eines neuen Satzes von Reifen. Nun, kurzerhand wechselte ich die beiden hinteren Reifen auf die kaum noch profilierten Sommerreifen.  Dabei hätte ich es mir gewünscht, dass nicht so öffentlich mitten auf der Straße tun zu müssen. Außerdem dachte ich an die vielen “besseren Möglichkeiten” mit denen ich doch hätte die Zeit füllen können, z.B. bloggen oder lesen. Mit Bangen dachte ich an den TÜV Termin. Noch deutlich größere Kosten sollten auf uns warten, wenn der TÜV Beanstandungen haben sollte. Man flehte Abends (aber auch den Ganzen Tag) um Gnade bei Gott. Natürlich staunte der Techniker am nächsten Tag nicht schlecht des seltsamen Auftretens des Fahrzeugs: Hinten Alufelgen und vorne Stahlfelgen, dass hätte er noch nie gesehen, aber er beließ es dann bei einer mündlichen Rüge. (Ob er meine Erklärung für die Erscheinung abnahm?) „Pleiten, Pech, Pannen?“ weiterlesen

A Shocking Message

Eine persönliche “shocking message” (zu deutsch: Schockierende Mitteilung) erlebte ich auf diese Weise:
Als 16 jähriger bis dahin fleißiger Kirchengänger entschloß ich mich regelmäßig die Bibel zu lesen: Die Erfahrungen waren überaus grausam! Um es kurz auszudrücken: Ich war entsetzt! Bei allen Lebensereignissen war doch kaum eines so aufrüttelnd wie die Begegnung mit dem Wort Gottes! Einige Eindrücke, und Fragen die bei mir aufkamen:

  • “Habe ich noch nie gehört!” Wow, so viele Sachen wurden ja nicht ein einziges Mal in der Predigt erwähnt: Ich habe z.B. überaus gestaunt, wie versaut die Gemeinde der Korinther war. Und diese Leute nannte Paulus trotzdem Brüder? Wahnsinn, dabei schienen es recht seltsame streitsüchtige Hobbypfingstler gewesen zu sein. Menschen, die man üblicherweise als Irrlehrer links (heute wohl eher rechts) liegen lässt. Ganz ehrlich gesagt, über die kleinen Propheten hört man auch heute wenig und ich selbst bin da auch kein gutes Beispiel.
  • “Das Evangelium soll für den Christen da sein?” Ich habe erwartet, dass Jesus, aber auch die Propehten deutlicher zwischen Nachfolgern und “Nichtnachfolgern” unterscheiden würden. Aber alle schrieben so viel vom Evangelium, als würden selbst erfahrene Jünger, es zum ersten mal hören. Es war z.B. klar, dass die Briefe der Apostel an Gemeinden geschrieben sind, trotzdem erzählten sie teilweise sehr weitschweifig und oftmals von den Grundlagen auf das Evangelium. Braucht den ein Geretteter noch das Evangelium? Das war für mich etwas neues und unklares, auch ein Punkt, den ich viele Jahre nicht so recht verstand (und auch heute noch stück für stück neu lerne)
  • AT und NT sind sehr nah beieinander! Ich hätte eine deutlich größere Diskrepanz (obwohl das Buch der Richter schon sehr extravagant klang) zwischen AT und NT erwartet, angetroffen hat man eher einen sehr fließenden Übergang (ich meine, die ersten Christen haben ein dutzend Jahre darauf gewartet, bis sie bereit waren den Heiden das Evangelium zu erzählen…)
  • “Bin ich überhaupt unter Christen?” Es viel schmerzlich auf, dass selbst unsere deutlich konservative evangelikale Liturgie nicht wirklich viel mit der des Neuen Testamentes zu tun hatte: Die Christen trafen sich täglich, sehr häufig (offensichtlich einmal die Woche) wurde Abendmahl gefeiert, man hatte einen sehr originellen Umgang mit Geld (zumindest Lokal). Es entstanden damals viele Fragen darüber, in wie weit die Urgemeinden überhaupt als Prototyp für Gottesdienstgestaltung geeignet sind. Die meisten Beschreibungen waren eher Indizien, weniger Anweisungen.
  • “Bin ich überhaupt Christ?” Der Apostel Johannes schrieb davon, dass die Christen Gott lieben und ihre Brüder. Das war ein Abgrund: Mir wurde schmerzlich klar, dass schon die Aussage, weil ich Christ bin, strenge ich mich an Gott zu lieben, einen Wurm beinhaltet: Zwingen jemanden zu lieben kann man sich kaum, denn da steht man selbst an erster Stelle. Das schien mir ein unfassbares Hindernis zu sein. Von allen Schriften meiner ersten Runde durch die Bibel konnte ich mit den Schriften des Apostel Johannes wenig anfangen. Sie klagten mich ungemein an oder waren total unverständlich
  • “Kaum Fixierung auf DEN einen Augenblick DER Entscheidung” Das habe ich ungemein vermisst, Texte über Bekehrungen, Zurufe. Die verschiedenen evangelistischen Predigten von Paulus und Petrus in der Apostelgeschichte wirkten ungemein blass. Ich hoffte sehr eine Stelle zu finden, die einen Altarruf deutlich machen würde und die Entscheidung für Christus klar macht, stattdessen wurde sehr statisch zwischen Gläubigen und Ungläubigen, Volk Gottes und Heiden, Geretteten und Feinden unterschieden. Statt eines Augenblicks ein ganzes Leben. Das irritierte, gab aber auch irgendwie auf eine mir damals unklare oder schwer zu beschreibende Weise sehr viel Kraft!
  • “Hilflosigkeit des Menschen” Es war natürlich wieder Johannes (man muss hier hinzufügen, dass mein geistlicher Vater vor allem immer vom Johannes-evangelium angetan war, was das Dilemma verschärfte) der mit der Erzählung über die Begegnung von Jesus mit Nikodemus mich ganz schön vor den Kopf stieß: Ich meine Nebukadnezer will eigentlich was lernen, aber Jesus erzählt ihm was von Wiedergeburt, also von etwas, was er eh nicht verstehen kann, denn das könne eh nur einer wissen, der vom Himmel kommt, und ergreifen kann man es genauso wie den Wind, von dem man nur wisse von wo er weht und wohin er geht. Wow, Nikodemus kam mir ganz schön hilflos vor! Überhaupt wurde mir ein unfassbares Elend des Menschen an ganz vielen Stellen der Schrift deutlich. Nehmen wir z.B. das Gleichnis vom vierfältigen Acker. Als ich dieses Gleichnis zum ersten mal las, war ich entsetzt: Mir war klar, dass wenn ein Zuhörer eher vom “Typ Weg” ist, er das nicht merken würde, dass er vom “Typ Weg” ist, denn um das zu merken, müsste das Wort ja bereits Frucht tragen, aber es kann ja kein Frucht tragen, wenn es nicht eindringt, wodurch er bereits aufhören würde, vom “Typ Weg” zu sein. Und das schlimmste: Er könnte sogar denken, dass er gar nicht vom “Typ Weg” ist, und eigentlich eher “fruchtbarer Ackerboden”! Nun ja, die tatsächlichen Zuhörer zur Zeit Jesu waren mir da recht egal, aber was ist, wenn genau das auf mich zutraf? Diese beiden Begebenheiten sind exemplarisch für eine zentrale Botschaft der Schrift: “Gott erbarmt sich der Hoffnungslosen!” Nur wie kann ich hoffnungslos werden, denn selbst wenn ich das weiß, dass sich Gott der Hoffnungslosen erbarmt, und ich mir vornehme hoffnungslos zu werden, steht schon mein eigenes Bemühen darum, und ich nutze etwas als Mittel, was ein Ziel sein soll. –> Das machte mich (Gott sei dank!) hoffnungslos! –> es muss jemand von außen eingreifen, aber wie erwirke ich mir seine Gunst? Wird er mich hören, wenn ich rufe?
  • Gott ist unfassbar gewaltig! Neben dieser Linie der Hilflosigkeit des Menschen eines  entwickelte sich die Zweite der Herrlichkeit Gottes. Ich verstand nicht viel von den Tieren und Rädern bei Hesekiel  (kaum mehr ist es heute), aber recht deutlich war das: Die heiligsten Männer mühten sich dabei ab, die Herrlichkeit Gottes zu erfassen! Schon hiermit waren Sie ordentlich beschäftigt! Wenn schon seine Herrlichkeit kaum ergründlich ist, war es kein Wunder, dass man Gott selbst nicht sehen konnte! Als ich zum zweiten Buch Mose kam und vom Wunsch Moses las, war ich so gefesselt, dass ich unbedingt weiterlesen wollte, ob sich denn sein Wunsch erfüllte. Aber er konnte nur die Herrlichkeit unter den Füßen Gottes sehen! Mehr war/ist für einen Menschen nicht drin! –>Damals erkannte ich an dieser Stelle nicht den Sprung zur Offenbarung Gottes in Jesus: “Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. ” (Joh 1,14)
  • In Christus die Mitte: Damals nur wage aber doch etwas verstanden (vor allem durch “Wer zu mir kommt, denn werde ich nicht von mir stoßen”), dass die zwei Punkte der Herrlichkeit Gottes und der Hilflosigkeit des Menschen nur durch den Mittler Jesus gelöst werden können. Deswegen haben die recht, die verkündigen, dass Christus die Mitte der Schrift sei!

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Gott hört Gebet!

Gebete sind zentral in der Bibel: Die Psalmen sind Lieder, und doch auch Bekenntnisse und Gebete der Gläubigen. Neben diesem Gebetsliederbuch haben wir noch viele ganze Kapitel von Gebeten, so z.B. das Tempelweihgebet Salomos, das Gebet Nehemias, die Gebete der Gemeinde….Beten tun die, die wissen wie groß Gott ist. Oder die wissen wie klein der Mensch ist. Offenbar gehören diese Beiden zueinander. Einer kann nicht beanspruchen, ein christuszentriertes Weltbild zu besitzen, ohne auch ein Beter zu sein. Obwohl, – so könnte man einwenden-, muss man überhaupt beten, wenn doch nichts gegen den Ratschluss Gottes geschieht und geschehen kann? Offensichtlich ist es so, dass Gebet und Vorsehung auf irgendeine Art zusammenhängen, was in der Schrift oftmals deutlich wird: So betet Daniel für die Rückkehr des Volkes Israel aus Babylon, obwohl er die Verheißung der Rückkehr kannte (Daniel 9). So beteten Gläubige für den Messias, obwohl hier der Heilsplan vor Grundlegung der Welt feststand. Und doch wurden diese Gebete auch erhört. Für mich ist es ein Mysterium, welches ein Weiserer als ich lösen muss. Aber dieses Mysterium motiviert mich zum Beten und heute möchte ich einige persönliche Gebetsanliegen erzählen, und wie diese erhört wurden:

  • Als wir mit unserem Zweiten bei der U3 waren, stellte der Kinderarzt eine intensive Hüftdysplasie fest und verordnete einen Termin beim Orthopäden. Vor diesem beteten wir intensiv für das Baby. Interessant waren die Details: Der Orthopäde begrüßte uns mit den Worten: “Ah, Dr. Leonhard schickt euch, er ist unfehlbar in seinen Diagnosen”. Nach einer intensiven Untersuchung kam aber die Diagnose, man könne keine Unregelmäßigkeiten vorstellen. Bei der U4 wurden wir zunächst getadelt, dass das Kind immer noch keine Spreizhose hatte. Hier wurde etwas großes in kurzer Zeit erhört
  • Etwas später hatte ich eine relativ verantwortliche Bestellung in der Arbeit zu tätigen, die knapp terminiert war und einen recht hohen Betrag wert war. Dies geschah am Freitag nachmittag. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde mir bewusst, dass ich aufgrund eines Denkfehlers fast alle Teile falsch bestellt habe. Schweißgebaded wachte ich auf und schrie zum Herrn. Ich musste mit mir kämpfen am Montag überhaupt zur Arbeit zu kommen aber ich ringte mich durch hier meinen Fehler einzugestehen. Doch davor schaute ich nocheinmal in die Bestellliste, diese wurde offensichtlich von einer unsichtbaren Hand korrigiert, anders kann ich es mir nicht erklären
  • Obiges sind zwei Beispiele für viele unzählige Gebetserhörungen: Ich habe erst nach der Heirat angefangen zu studieren, und die Anfangszeit war von unterschiedlichen finanziellen Problemen  beherrscht, wir besprachen diese aber nie mit Menschen sondern nur mit Gott. Wir haben so oft auf wunderbare Weise von Gott Hilfe erfahren. So konnte ich z.B. als Student eine sehr gut bezahlten Nebenjob finden, oder ich bekam eine unerwartete Entschädigungszahlung (die ich nicht beantragt habe) von der Zivildienststelle etc… Das interessante ist, die Hilfe kam immer gerade rechtzeitig. So oft haben wir erfahren, dass Gott stark ist, und haben aber oftmals zuerst an irdische Mittel gedacht, bevor man im Gebet zu ihm rief.
  • Ich bin handwerklich eine Niete und muss es immer wieder als eine demütigende Erfahrung neu lernen, mit Gottes Hilfe habe ich aber wirklich gelernt auch praktische Aufgaben zu bewältigen. Jesus ist einfach der beste Handwerker!
  • Neben diesen obigen Beispielen einer persönlichen Führung und Versorgung in praktischen Dingen, erfahren wir Hilfe im Gebet in vielen Seelischen Dingen, sei es, dass man um offene Augen bittet, um seinem Nächsten helfen zu können, um Demut eine Beleidigung zu ertragen, um Kraft in Durcheinanderzeiten ruhig zu bleiben etc… Hierfür vielleicht auch ein Beispiel: Einer meiner Kollegen macht mir das Leben eher schwer, aber ich sehe in Ihm genau den Kollegen den Gott sandte, um mich zu formen, so weiß ich auch, dass es nichts nützt, sich hier das Joch leichte r machen zu wollen, Gott ist keine Wunschmaschine! Aber es nützt definitiv was, bei Gott zu bitten in dieser Schule zu wachsen.

Was mir in den Jahren immer wichtiger wurde, keine Aufgabe zu trivial zu halten, um dafür zu beten!
(Apg 4:31) Und da sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, da sie versammelt waren; und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und redeten das Wort Gottes mit Freudigkeit.
(Spr 15:29) Der HErr ist fern von den Gottlosen; aber der Gerechten Gebet erhört er.

Counterpoints (1): Taufe

Eine große Gefahr, die ich im Bloggen sehe, ist es Unfrieden zu stiften. Vor allem kritische Artikel haben die Gefahr Fragen aufzuwerfen, die so nicht geplant waren. So stehen meine Leser und ich selbst in der Gefahr z.B. meine Kritik an den Russlanddeutschen nur bei den anderen zu sehen. Nach dem Motto: Was bin ich froh, nicht so zu sein, wie die anderen. Das große Problem ist doch, dass wir (wir einzeln und höchstpersönlich) gesündigt haben und der Vergebung benötigen. Auch bei Positionierung bei kontroversen Themen gibt es diese Option: Man verurteilt entweder den Autor (als ob dieser seine Meinung einfach so biegen und ändern könnte) oder man nimmt Gedanken auf, um mit einem unnötigen Stolz herunterzuschießen. Mit dem folgenden will ich weder jemand belehren, noch konvertieren noch zur Streitsucht aufbringen, aber ich beanspruche die Freiheit meine Position darstellen zu dürfen!

Persönliche Geschichte

Ich wurde als Kind in Kasachstan in einer halbillegalen-halbkommunstischüberwachten lutherischen Kirche getauft. Ich weiß vom dortigen Pastor nichts. Meine Eltern waren (und sind es immer noch) überzeugte Atheisten, sie tauften mich, weil es jeder der Deutschen es so im Dorf praktizierten. Sie gingen nach der Taufe nie wieder dort zur Kirche. Meine Taufpaten waren, da legte meine Mutter wert drauf, sehr anständige Leute, aber ebenfalls praktizierende Atheisten. So blieb meine Familie evangelisch, und wurde 1997 (da war ich 8) als luth.-evangelisch in den Papieren eingetragen. Bis heute zahlt meine Mutter und mein Bruder Kirchensteuer obwohl sie wirklich alles an Religion und Glaube verachten. Durch eine sehr ungewöhnliche Vorsehung kam ich zum Glauben an Christus. Es ist eine besondere Geschichte, die an anderen Stellen erzählt wurde. Nun war dies in einer Baptistengemeinde. Da ich noch meine Familie noch irgendwas auch nur in den entferntesten Verwandten etwas an christlicher Tradition hatte, war für mich klar, dass ich mich taufen lassen werde. So bin ich also tatsächlich ein klassischer Wiedertäufer geworden. Ich wurde zweimal getauft.

Die Wiedertäufer

Jahre später als ich die Geschichte oben in einem Kreis liberaler Theologen erzählte, ging ein Raunen in die Ecke. Erst damals bemerkte ich, dass in meiner persönlichen Geschichte durchaus etwas anstößiges liegt. Ich hätte immerhin die “eine Taufe”(Eph.4,5) in Frage gestellt. Wobei hier ja von der einen (im sinne von einzig wahren) christlichen Taufe die Rede ist, und nicht von einem Ereignis, dass sich auf gar keinen Fall wiederholen darf (im Sinne von einmalig). Witzig und völlig irritierend war, dass die selben Theologen die Irrtumslosigkeit der Schrift, die Jungfrauengeburt und ähnliches verwarfen. Man hatte also offensichtlich für die modernsten Züge Verständnis, aber bei der Taufe hörte das Verständnis seltsamerweise auf. Man beachte wie hart z.b. die Augustana von den Wiedertäufern redet.

Wildern bei der Bundestaufe

Auf jeden Fall und man darf mich korrigieren, wird von Vertretern der Bundestaufe gerne von einem Bundeszeichen gesprochen, vergleichbar der Beschneidung. So wird  eine ganze Familie (wie bei Noah, Abraham) etc unter einen Bund genommen, so dass eine Bundestaufe immer zeigt, Gott liebt dich und will einen Bund mit dir,noch bevor du dich für ihn entscheiden konntest. Und so wie ein Jude aufgrund der Beschneidung ständig daran erinnert wurde, hey du bist besonders, du bist erwählt, Gott hat ein Bund mit deinem Volk und dass ihn antrieb zur Heiligkeit, zur Absonderung, zur Treue an Gottes, so ist das mit der Taufe. Einem getauften Kind sagt diese ständig: Du hast das Bundeszeichen Gottes, und dass willst du jetzt durch Unglauben von dir Stoßen? (Dann bleibt logischerweise auch nur der Bundesfluch). Eine super Darstellung dieser Gedanken findet sich bei Ligon Duncan “Covenant Theology“.
Beim Lesen seiner umfangreichen Ausführungen zur Bundestaufe kam ich zum Ergebnis, dass meine Glaubenstaufe auch eine Bundestaufe war. Keines der von ihm angesprochenen Elemente dieses Bundeszeichens (z.B. dass es nicht retten kann) würde mir in meiner Glaubenstaufe fehlen. Was ich sagen möchte: Ich habe durch das Lesen eines Presbyterianers über die Kindertaufe sehr viel Trost über meine Taufe erfahren. Bisher war die Taufe für mich ausschließlich ein öffentliches Bekenntnis des persönlichen Glaubens (Vor allem 1. Tim.6,12 war hier für mich ausschlaggebend), der Bundesgedanke war mir fremd. Obwohl eigentlich gerade unsere Gemeinde ständig betonte, die Taufe ist “der Bund eines guten Gewissens”. was es genau bedeutete blieb mir verborgen, und ich erkenne welch unglaublicher Trost dahinter liegt zu wissen, Gott tritt in einem Bund, es ist dahinter ja eine sehr große Heilszusage verborgen, die in viel Not viel Kraft schenken kann. All dies beziehe ich übrigens auf meine Taufe als Erwachsener, ich habe aufgrund oben beschriebener Situationen wirklich Mühe dahinter irgendeine Art von Gottesfurcht zu entdecken (Man beachte, dass selbst zur Urzeit nicht nur das Volk Israel eine Beschneidung praktizierte, und nicht immer war die Beschneidung ein Bundeszeichen)

Wiedertaufe?

Je mehr ich über die Taufe nachdenke, desto mehr ärgert mich eine Tradition bei vielen Baptisten, nämlich die der Wiedertaufe. Dies nimmt manchmal seltsame Züge an. Hat man keine “Glaubensbegrabungstaufe” hinter sich, dürfte man selbst als einer, der als Erwachsener getauft wurde (z.B. ein sogenannter “Begiessungs- oder Beträufelungsmennonit”) nicht in einer baptistischen Gemeinde am Abendmahl teilnehmen. Die Aussage dahinter, jemanden das Brot zu verwehren ist aber mehr als eindeutig. Damit sagt man, dass man diesen Menschen nicht als ein Glied der Kirche ansieht. Gerade weil der Baptismus sich dadurch auszeichnet, die unsichtbare Gemeinde Gottes zu betonen, erscheint dieser Punkt besonders bizarr. Ich würde so argumentieren: Selbst wenn man im AT eine Beschneidung falsch durchgeführt hätte (z.B. nicht gemäß den vorgeschriebenen Zeremonien oder z.B. an einem falschen Tag), könnte man sie nicht einfach erneut wiederholen. In vielen Heiligungsperfektionistischen Gemeinden nimmt das weitere seltsame Formen an: Man betont, dass auch unter den Gemeindemitgliedern möglicherweise noch Menschen sind, die nicht wiedergeboren sind. “Bekehren sich diese”, wird diesen dennoch nicht erneut die Taufe angeboten. Ich würde mir in baptistischen Kreisen, zu denen ich ja auch selber gehöre, mehr Demut in diesen Fragen wünschen.

Fragen und Einwände

Zunächst einmal respektiere ich unterschiediche Taufverständnisse im Rahmen der Rechtgläubigkeit. Wie ich schon oben schrieb, will ich niemanden verprellen. Bei der Bundestaufe verstehe ich aber noch diese Dinge nicht:
a) Warum gibt es Paten? Ich meine Beschneidungspaten gab es ja nicht
b) Die Beschneidung galt nur den Männern, hier zieht die Parallele nicht. Zum Neuen Volk Gottes wird man nun nicht durch Beschneidung des Fleisches, sondern durch die Beschneidung des Herzens hinzugefügt, dieses Zeichen ist Männern und Frauen offen.
c) aus b folgt auch: Wenn ein Amoriter, Moabiter oder ein anderer Ausländer sich dem Volke Gottes anschloss (Vgl. im Buch Ester und an anderen Stellen Konvertiten), so nahm er das Bundeszeichen auch als Erwachsener an. Wenn man das Bild übernimmt, so gibt es ja den Bund Gottes nur mit solchen “Ausländern”, die das nicht von Natur oder ähnlichem haben. Ich meine, ich kann für meine Kinder nicht den Bund Abrahams beanspruchen, nur der Gläubige darf es.

Welche Fragen habt ihr an die Glaubenstaufe?

Der Glanz und das Elend eines reformierten Christen

FivePillars
(Off 10:9)
Und ich ging hin zu dem Engel und sprach zu ihm: Gib mir das Büchlein! Und er sprach zu mir: Nimm hin und verschling es! und es wird dich im Bauch grimmen; aber in deinem Munde wird’s süß sein wie Honig.

Abgrenzung

Zunächst einmal verstehe ich unter reformierter Theologe vor allem das, was der Westminster Katechismus so einfach ausdrückt:

Das höchste Ziel des Menschen ist Gott zu verherrlichen und sich für immer an ihm zu erfreuen

So einfach kann man es also zusammenfassen. Willst du glücklich sein, dann suche Gott! Willst du Antwort auf die Frage “wie lebe ich richtig” haben? dann suche Gott! Ein erfülltes Leben kann nur zur Ehre Gottes geführt werden, ein edleres, weiteres Ziel zu haben ist nicht möglich. Reformierte Theologie fängt also bei Gott an, und wenn Gott der Retter ist, ist man schnell bei dem, was die fünf Säulen der Reformation bezeichnet werden: Die Rettung ist nur aus Gottes Gnaden durch das Sühneopfer Jesu Christi möglich, welches alleine durch Glauben uns angerechnet wird. Kenntnis über diesen Weg des Heils und über diese Offenbarung der Gnade Gottes in Jesus Christus können wir nur durch die Heilige Schrift bekommen.

Folgen…

Hört sich zunächst einfach an, fängt aber irgendwann an, das ganze Leben des Menschen zu ergreifen. Wer vor Gott tritt oder ihm nahe kommt, kann nicht unverändert bleiben. Es fängt mit einer intensiven Sündenerkenntnis an, mündet in Reue und Buße und trägt Frucht in der Heiligung. Doch geheiligt werden kann nicht nur ein Glied, sondern nur der ganze Mensch. So muss sich Denken, Fühlen, Handeln dem Willen Gottes bücken.

…auch negative (?)

Der Preis für die Entdeckung der Offenbarung Gottes in Jesus Christus ist durchaus oft zu spüren. So…

  • gilt man gerne als einer, der die Praxis weniger wert achtet als die Theorie
  • langweilt man andere Menschen mit theologischen Fragen, die einen beschäftigen
  • löst man auch unter Christen nur ein Schmunzeln aus, wenn man von der Fürsorge, Führung und Vorsehung Gottes redet, die man geradezu sekündlich in seinem eigenen Leben erlebt.
  • findet man nur wenige andere Christen, die wirklich lebendiges Interesse daran haben, Gott zu entdecken, die meisten sind zufrieden damit, nicht in die Hölle zu kommen, oder in größere Sünden
  • wird man von der liberalen Theologie geradezu verdammt dafür, dass man der Schrift einen so hohen Stellenwert zumisst
  • bleibt man oft einsam
  • wird man verpönt für Ansichten, die die Kirche Christi fast 2000 Jahre fast einstimmig vertrag, aber heute so gut wie verloren sind

… vor allem positive (!!!)

aber mal im ernst, wie Paulus schrieb (Röm 8:37): Aber in dem allem überwinden wir weit um deswillen, der uns geliebt hat, was ist schon der Preis im Vergleich zum Lohn, der da ist (unter vielen Punkten einige ausgewählt).
Du hast als Reformierter nämlich

  • Zugang zu einem allumfassenden Weltbild. Hier eine tolle Zusammenfassung (Ausschnitt) “Reformierte Theologie ist auch eine allumfassende Theologie. Sie verändert nicht nur, was wir wissen, sondern auch, wie wir wissen, was wir wissen. Sie verändert nicht nur unser Verständnis von Gott, sondern auch unser Verständnis von uns selbst. Ja, sie verändert nicht nur unsere Sicht auf die Errettung, sondern auch wie wir anbeten, wie wir evangelisieren, wie wir unsere Kinder aufziehen, wie wir die Gemeinde behandeln, wie wir beten, wie wir die Bibel studieren – sie verändert, wie wir leben, weben und sind. Reformierte Theologie ist keine Theologie, die wir verstecken können, und sie ist keine Theologie, der wir nur ein Lippenbekenntnis zollen könne”
  • Kein Lebensbereich der nicht mit Sinn erfüllt wird. Ob Leid oder Freude, hohe oder tiefe Tage, bäm, in allem ist ein Werk Gottes zu führen
  • freie Lust und Liebe und Freude, Gott zu dienen, wir rufen “Abba, lieber Vater!”
  • Einklang mit der Lehre der Kirche, vor allem kirchengeschichtlich gesehen, ob Augustin, Luther, die Puritaner oder auch manch einer der mittelalterlichen Autoren, alle waren unglaublich bemüht, Gott und Christus ins Zentrum ihres Denkens zu bringen. Viele moderne Spielarten des Evangelikalismus kennen diese Nähe zur geschichtlichen Gemeinde kaum.
  • Heilsgewissheit

 
 
 
 

Über verschloßene Türen

Ist ein Mensch invalide oder hat besondere Unzulänglichkeit, spekulieren alle gerne darum, welches Ziel Gott mit diesem Menschen hat. Oft bleibt es unbekannt, aber doch ist auch dem betroffenen Christen oft klar, dass Gott ihn “seinen speziellen” Weg führen will. Leider vergessen wir das allzu oft im Alltag. Der Charakter deiner (und meiner ) Kinder ist nicht zufällig. Die Ablehnung, die dir von Verwandschaft, Nachbarschaft oder Gemeinde entgegenbläst ist eine Gnadentat Christi. Oder sollte nicht alles zum Besten dienen, für den der Gott liebt? Das tröstet. Viel Unzufriedenheit rührt daher, dass man nicht mehr bereit ist überall die Führung Gottes und seine Fürsorge zu erkennen. Das hat zunächst einmal wenig damit zu tun, was genau Gott plant, obwohl wir das oft genug auch hier auf der Erde erfahren. Endgültig erkennen werden wir dies im Himmel. „Über verschloßene Türen“ weiterlesen