Biblische Texte

Das größte Gebot

„Ein Schriftgelehrter fragte Jesus: Welches ist das größte Gebot? Jesus antwortete: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken!“ (Matthäus 22, 37)

In einer Welt voller Meinungen und Werte ist die Frage nach dem „wichtigsten Gebot“ nicht nur religiös, sondern auch gesellschaftlich sehr aktuell. Was Menschen als Maßstab für ihr Handeln nennen, offenbart viel über ihre Prioritäten und oft steht dabei der Mitmensch im Vordergrund. Die einen sagen: man muss den Menschen, die in Not sind, helfen, – die andern: man soll sich für den Frieden einsetzen oder man soll die Armen unterstützen. Das gehört alles zu dem Wort, das Jesus dem obigen Vers anfügte und ihm gleichsetzte: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“. Das Gebot der Nächstenliebe ist also sehr bekannt, aber das Gebot der Gottesliebe, das Jesus bewusst als wichtigstes an den Anfang stellt, wird selten erwähnt, so, als ob es gar nicht so wichtig sei.

Wir sollen Gott lieben – aber in Wirklichkeit?

  1. Viele Menschen sind sehr gleichgültig gegenüber Gott. Gott erhält weniger Verehrung, Liebe und Hochachtung als Menschen. Gott erfährt oft sogar Hass. Nicht wenige behaupten: „Es gibt keinen Gott!“
  2. Wir vergessen oft Gott sehr schnell: man beginnt nicht mit Gebet, Gott erhält keinen Dank, wir fragen nicht nach Seiner Meinung. Andrerseits sind wir sofort verletzt, wenn wir übergangen werden, wenn unser Name nicht in der Zeitung erwähnt wird, wenn wir bei einer Bedankung vergessen werden. Menschen sind im Blick auf ihre eigene Ehre sehr empfindlich, finden es aber nicht schlimm, wenn Gottes Ehre einmal nicht beachtet wird.
  3. Wir haben mehr Liebe für Irdisches als für Gott. Wieviel Zeit und Geld wird aufgewendet für das Auto, das Haus, den Garten, für das Hobby, für ein Tier oder auch für einen Menschen.

Wie stark soll die Liebe zu Gott sein?

Sie soll eine sehr große Liebe sein:

  • „Wir sollen Gott lieben von ganzem Herzen…“:es soll uns innerlich große Freude machen, mit Gott Gemeinschaft haben zu dürfen. Unser Herz soll innerlich ganz erfüllt sein von der Größe, der Herrlichkeit und der Liebe Gottes.
  • „… von ganzer Seele“:wir sollen „mit Leib und Seele“ dabei sein, wenn es um Gott und seine Ehre geht. – Wenn es von jemand heißt: er ist „Feuer und Flamme“ für eine Sache, dann ist damit eine Begeisterung gemeint, die uns vor allem bei Gott erfassen sollte.
  • „… mit unserem ganzen Denken“: auch in unseren Gedanken, bei unseren Plänen, wenn wir begeistert sind

Woran erkennt man eine große Liebe?

  • Wenn man viel Zeit dafür übrig hat. 
  • Was man als erstes tut, wenn man freie Zeit zur Verfügung hat.
  • Wofür man am leichtesten Geld ausgibt.
  • Wofür man sofort Interesse hat, wenn davon die Rede ist.

Daraus ergeben sich folgende wichtige Fragen in Bezug auf Gott:

  • Wieviel Zeit nehme ich mir für Gott? Am Sonntag, beim Bibellesen, beim Beten
  • Wieviel Geld gebe ich für göttliche Zwecke aus?
  • Wie groß ist mein Interesse für Gott und für das Reich Gottes?

Stellen wir uns konkret diesen Fragen. Sie werden uns helfen, unsere Liebe zu Gott zu prüfen. Zu wenig Zeit mit dem größten Gesetz überhaupt zu verbringen kann fatal werden.

Warum soll die Liebe zu Gott so groß sein?

  1. Weil der Allmächtige unser Leben begleitet, obwohl wir Ihm gegenüber oft sehr ungehorsam sind. Seine Güte und Treue begegnen uns immer wieder, obwohl wir oft sündigen. Gott ist immer wieder gütig zu uns, ER hält uns die Treue, auch wenn wir oft unsere eigenen Wege gehen und wenig nach Ihm fragen. „Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Gnade und Treue“ (2. Mose 34, 6) dieses Wort hat schon Mose stark bewegt und findet sich auch oft in   den Psalmen (Psalm 103, 8 und Psalm 86, 15). – „…Seine Güte währet ewiglich!“ heißt es 26 mal im Psalm 136  
  2. Weil Christus am Kreuz aus Liebe zu uns Sein Höchstes hingegeben hat, deshalb sollten wir ihn auch aus tiefstem Herzen lieben. „Gott erweist Seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Römer 5, 8) „Lasst uns lieben, denn ER hat uns zuerst geliebt!“ ruft uns der Apostel Johannes zu (1. Johannes 4, 19).

Wie entsteht eine so große Liebe zu Gott?

Liebe kann man nicht erzwingen. Auch nicht in sich selbst. Es muss etwas vorausgehen, das den Boden bereitet, aus dem die Gottesliebe emporwächst. Das wird an folgenden Beispielen in der Bibel deutlich:

  1. In Römer 5 steht ein Satz: „…die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den Heiligen Geist.“(Römer 5, 5) Es ist sehr zu beachten, was diesem Satz vorausgeht. Paulus führt es in einigen Kapiteln deutlich aus:
  2. wir sind ganz schlecht; „da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.“ (Römer 3, 10-12)
  3.  „Du kannst dich nicht entschuldigen, wer du auch bist!“ (Römer 2, 1)
  4. Die Erlösung geschieht ganz allein durch CHRISTUS, der für uns gestorben und auferweckt ist. (Kap. 3+4)
  5. Wer im Blick auf seine Seligkeit allein auf Christus vertraut, der erfährt eine große Veränderung, die am Anfang des 5. Kapitels beschrieben wird:
  6. er bekommt Frieden mit Gott
  7. er bekommt Zugang zum Thron Gottes
  8. er bekommt eine Hoffnungauf eine großartige künftige Herrlichkeit
  9. er bekommt Geduld in den Bedrängnissen des Lebens
  10. die Liebe Gottes wird ausgeschüttet in sein Herz“

     Liebe kann aber entstehen. Liebe zu Gott entsteht, wenn wir das Wunder erleben, dass Christus uns alle Schuld abnimmt, indem ER einen schweren Tod für uns stirbt. Große Liebe bewirkt Gegenliebe. Wie das in der Praxis ausschaut, können wir deutlich an Beispielen in der Bibel erkennen.

Eine Frau mit einer ganz großen Liebe (Luk. 7,36-50)

Jesus wird von einem Pharisäer namens Simon zum Essen eingeladen. Während des Mahls tritt eine stadtbekannte Sünderin ein, bringt kostbares Salböl mit und nähert sich Jesus von hinten. Tief bewegt beginnt sie, seine Füße mit ihren Tränen zu benetzen, trocknet sie mit ihrem Haar, küsst sie und salbt sie mit dem Öl. Der Gastgeber ist irritiert und zweifelt an Jesu prophetischer Einsicht, doch Jesus erkennt die Situation und beginnt, Simon ein Gleichnis zu erzählen. Am Ende sagt Jesus über die Frau: „Ihr sind viele Sünden vergeben, deshalb hat sie auch viel Liebe gezeigt. Wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.“ Hier hat es Jesus einfach und klar formuliert. Die Liebe dieser Frau zu Jesus war außergewöhnlich: sie näherte sich von hinten zu Jesus, netzte seine Füße mit ihren Tränen, trocknete seine Füße mit ihren Haaren, küsste seine Füße und salbte sie mit Salböl. Die Frau hatte einen sehr schlechten Ruf, eine dunkle Vergangenheit aber sie kam zu Jesus, und ER hat alles vergeben. Das war der Grund für diese ergreifende Liebe!

Liebe und Gehorsam!

Jesus hat in seinen Abschiedsreden das Thema „Liebe zu Gott“ aufgegriffen und einige sehr klare Worte in Johannes 14 dazu gesagt:

  • „Liebt ihr mich, sowerdet ihr meine Gebote halten.“ (Johannes 14, 15)
  • Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist’s, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“( Johannes 14, 21)
  • Noch deutlicher schreibt des der Apostel Johannes in seinem ersten Brief (1. Johannes 5, 2-3):
  • „Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder sind, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.“

Wenn wir uns verliebte Menschen anschauen, dann wird es uns ganz deutlich. Empfindet es der Verliebte als eine Last, wenn er seiner Geliebten an ihrem Geburtstag einen schönen Blumenstrauß kauft? Es ist ein „Gebot der Höflichkeit“, lieben Menschen beim Geburtstag ein Geschenk zu machen. Aber er erfüllt dieses Gebot sehr gerne. Wenn eine Frau ihrem Mann sein Lieblingsgericht zubereitet, um ihm eine Freude zu machen,beklagt sie, weil sie diese „Anstandsregel“ beachten muss? Nein, es macht ihr eine Freude, dieses „ungeschriebene Gesetz“ anzuwenden, weil sie ihren Mann lieb hat.

Liebe erfüllt gerne die Wünsche des anderen, um dem Geliebten eine Freude zu bereiten. So fällt es dem Christen nicht schwer, Jesu Gebote zu halten, weil er damit seinem Herrn eine Freude machen möchte, weil er Jesus lieb hat…

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