Wie viel Heiligung ist optional?

Ich gestehe – “Das ist nicht heilsnotwendig” ist keine Aussage, der ich sympathisch gesonnen bin.  Auf jeden Fall löst sie in mir die unterschiedlichsten Gedanken aus, und zumindest dem bösen Cousin dieses Satzes bin ich recht gram. Nämlich dem, der uns gerne weiß machen möchte, Heiligung hätte Teile, die rein optionaler Natur wären.

Wie viel Heiligung ist also optional? Reicht es, um kein Ehebrecher zu sein, “nur in Gedanken Frauen zu begehren”? Dem widerspricht Jesus in der Bergpredigt. Ich töte ja auch niemanden, wenn ich jemanden “bloß” hasse, oder? Das Urteil über ein solches Verhalten fällt Jesus dabei jedoch deutlich. Vielleicht haben wir das einfach schon zu oft gehört, und sind müde davon, immer wieder mit der Bergpredigt konfrontiert zu werden, deswegen hier zur Erinnerung: “Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig.” (Mt. 5,22) „Wie viel Heiligung ist optional?“ weiterlesen

Fünf Mythen über die Gesetzlichkeit

Hartnäckig halten sich unterschiedliche Mythen über die Gesetzlichkeit fest, die einen klaren Blick auf das Werk Christi trüben. Fünf möchte ich umreißen:

1. Bei der Gesetzlichkeit geht es vor allem um die Praxis der Beschneidung

Ein Bruder reagierte ziemlich verärgert, als ich mit ihm über den Galaterbrief sprach. Was fiele mir bloß ein, ihn mit den Galatern zu vergleichen. Schnell wurde deutlich, dass man meinte, das Problem der Galater nicht zu besitzen, da man schließlich nicht beschnitten sei.

Fakt ist: Titus, Grieche und Mitarbeiter des Paulus, entschied sich freiwillig für eine Beschneidung (huch- steht auch im Galaterbrief, nämlich Gal. 2,3)! Das Problem ist wie so oft nicht die eigentliche Tat, sondern das Ziel. Warum wollten sich die Galater beschneiden? Ihre “Tat um sich zu retten” stellte Christi Werk in den Schatten. An dieser Stelle sind Parallelen für unsere Zeit zu suchen. Ich denke da z.B. an Mütter, die sich nur deswegen gegen eine Familienplanung entscheiden, weil sie sonst keine Heilsgewissheit mehr besitzen. Unterschwelliger (und weitreichender) geht es dann darum, dass man die Bekehrung oder den Glauben zu Werken „degradiert“. „Fünf Mythen über die Gesetzlichkeit“ weiterlesen