Worte des Heils (3): Der Herr erweckte ihnen einen Heiland

Die Blendung Simsons (Rembrandt van Rijn)

Heute möchte ich darüber nachdenken, wie zentral der Gedanke eines rettenden Gottes im Buch Richter ist. Dabei zeichnet sich das Volk vor allem durch Bundesbrüche aus. Doch unterschiedliche “Heilande”, oder Richter werden berufen. Der Ablauf, der die Erzählungen prägt, ist dabei immer identisch: Das Volk wendet sich vom Herrn ab, der Herr bestraft das Volk, es ruft zum Herrn, und der Herr beruft Richter, die die Erlösung bewirken. Doch schon bald ist das Volk erneut abgefallen, zumeist tiefer, als davor. Ein Teufelskreis? Dem hält Gottes Wort entgegen, dass es dem HERRN nicht schwer ist, durch viel oder durch wenig zu helfen (zu retten) (Vgl. 1. Sam. 14,6).

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Worte des Heils(2): Das Vertrauen des Messias

Mit einem Freund und Bruder haben wir vor einigen Tagen den 16. Psalm betrachtet. Petrus macht in seiner Pfingstpredigt ganz klar deutlich: “David spricht von IHM” (Apg. 2. 24).

Das scheint mir der Schlüssel für den ganzen Psalm zu werden. Ohne Christus bleibt nur eine moralistische oder eine gesetzliche Auslegung. Mit Christus aber entdecken wir die Zusagen des Heils. Ich habe darüber in der heutigen Folge von Worte des Heils nachgedacht:

“Sie können sich sehr gut in die Gesellschaft einbringen und übernehmen oft Führungsrollen…”

Jael Bischof (Jahrgang 1979) und ihr Mann Marcel Bischof (Jahrgang 1963) leben ein Modell von Bildung zu Hause. Es gibt vermutlich so viele Modelle wie Familien , denn es es ist eine sehr persönliche Angelegenheit, wie genau die Bildung zu Hause aussieht. Ihre fünf Kinder (2006, 2007, 2010, 2014 und 2016) gingen nie zur Schule. Somit kennen sie Unterschied zwischen Schule und Bildung zu Hause nicht. Ich bekam die Möglichkeit, Familie Bischof zu ihren Erfahrungen als Home-Schooler zu interviewen.

Wie kamt ihr als Familie zu dem Entschluss, eure Kinder zu unterrichten?
Ich wurde bereits als Kind (ab der 5. Klasse) zu Hause – vorwiegend von meinem Vater – unterrichtet. Somit kannte ich die Vorteile des individuellen, selbständigen Lernens. Das wollten wir unseren Kindern auch ermöglichen. Es war uns ebenfalls wichtig, dass wir viel Zeit gemeinsam als Familie verbringen können.

Wie sieht euer Alltag aus? Ist man den ganzen Tag im Lern- und Hausaufgaben-Modus?

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Worte des Heils (1): Eine unerwartete Begegnung

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Die unerwartete Enwicklung in unserem Land drängt mich dazu, mehr auf Audio-Beiträge umzusteigen. Mit Gottes Hilfe möchte ich nun zwei mal wöchentlich jeweils einen Podcast von 10 bis 15 Min Länge veröffentlichen den ich gerne mit jedem Teilen möchte. Weitergeben ist explizit erwünscht. Rückmeldungen, Fragen und Kritik sind auf allen Kommunikationswegen ebenfalls gewünscht. In der ersten Folge möchte ich in aller Kürze über Luk. 5,1-11 nachdenken: Der wundersame Fischzug des Petrus. Meine Motivation: Ich glaube einfach, dass das Evangelium der wunderbarste TROST ist, denn man auf dieser Erde erleben kann. Hier gibt es eine Anleitung wie man meinen Podcast abonnieren kann.

Rehabilitation einer armen Witwe

Das Thema Spenden: Jede Predigt dazu erwähnt diese arme Dame. Einmal las ich in einem christlichen Flyer zum Wunder des Missionsgroschen, ein Loblied auf diese Tat der armen Witwe, die nur einen Pfennig der nichts wert war, spendete und Gott das wohlwohlend beurteilte. Die Geste zähle eben.

Genau das ist es, was mich immer aufregt. Es wird Zeit für eine Rehabilitation dieser ehrwürdigen Schwester, die vom Herrn persönlich Lob erhalten hat.

Ich möchte an vier Stellen ansetzen: „Rehabilitation einer armen Witwe“ weiterlesen

Heidelberger Intermezzo

In unseren Katechismus-Treffen (ca. alle zwei Wochen, ich berichtete) haben wir uns bereits bis Frage 74 durchgearbeitet: “Soll man auch die kleinen Kinder taufen?” Um die Spannung etwas zu erhöhen, habe ich versucht die Position der Bundestheologie zu vertreten, während meine zwei Kumpanen die Glaubenstaufe untersucht haben. Letztlich hat sich die Diskussion etwas im Sand verlaufen, da offensichtlich für beide Positionen einige Argumente sprechen. Ich halte aber immer noch daran fest, dass der Zeiger ein ganz klein wenig Richtung Glaubenstaufe zeigt.

Was lässt sich nach einem Jahr Katechismus ernten? „Heidelberger Intermezzo“ weiterlesen

Eine Viertelstunde über einen Gläubigen in Schwierigkeiten

Victor Wolfvoet II, Lots Flucht aus Sodom, (c) gemeinfrei
Victor Wolfvoet II, Lots Flucht aus Sodom, (c) gemeinfrei

Lot wird spektakulär in apokalyptischen Zuständen bewahrt. Dabei hat er das alles andere als verdient. Nicht nur, dass es seine Entscheidung war, nach Sodom zu ziehen, als er mit den Sodomitern in Schwierigkeiten (Gen. 14) gerät und fulminant von Abraham gerettet wird, kehrt er nicht zu den abrahamitischen Verheißungen zurück, nein, sein Weg führt stracks nach Sodom zurück, diesmal nicht nur in die Nähe, sondern mitten hinein in die Stadt. Wäre da nicht die Fürsprache Abrahams… (zum Download)

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Römer 6 in der Seelsorge

Als ich mit meiner Tochter über das Evangelium sprach, habe ich ihr empfohlen, in Jes. 43,1-7 anstelle von Israel/Jakob ihren Namen einzusetzen. Das ist eine Methode, die ich vor Jahren in einem – wahrscheinlich ultrapietistischen – Hörbuch zum ersten Mal gehört habe. Ein alter Kapitän kann nicht in Frieden sterben, bis ihm der Schiffsjunge Jesaja 53,4-5 in besonderer Weise vorliest (zum nachlesen hier).

In der CSA-Seelsorgeausbildung haben wir nun etwas ähnliches mit Römer 6 gemacht. Ich möchte das Ergebnis mit euch teilen (hier als .pdf zum Download – Teilen erwünscht). Ich könnte mir vorstellen, solch eine Übung mit einem Rat- und Trostsuchenden durchzuführen, der verzweifelt gegen die Sünde kämpft: Halte dich für einen, der der Sünde abgestorben ist.

Übrigens: Die CSA-Ausbildung kann man auch dieses Jahr ab August 2020 beginnen. Weitere Informationen findest du hier.

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Was ist eigentlich Soteriologie?

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Ohne dass ich sonderlich viel Wert auf Fremdworte lege, war ich bisher gewohnt die Soteriologie eher als die Lehre von der Aneignung des Heils zu betrachten. Ungefähr so: Ich bekehre mich, werde dadurch wiedergeboren und lebe nun in der Heiligung. Eine Perspektive also, die vor allem auf das Verhalten des Menschen schaut. Völlig neu war für mich der Ansatz reformierter Theologie, vom Werk Christi her zu denken. Eduard Böhl sieht in der Soteriologie gar die Lehre vom Erlöser (soter = Erlöser). In seinem Buch “Christologie des Alten Testaments”, welches eine meiner Quellen für meine Reihe Christus im Alten Testament ist, schreibt Böhl: „Was ist eigentlich Soteriologie?“ weiterlesen

Der Tod jeder Hoffnung

Die Sowjetunion, mein Geburtsland, war ein furchtbarer Unrechtsstaat. Der exzessiven Bagatellisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in diesem Land habe ich meine schlimmsten Albträume zu verdanken:

Auseinandergerissen und Abgespült

Ich habe bis zu meinem achten Lebensjahr in Kasachstan gelebt. Eigentlich habe ich zumeist positive, kindliche Erinnerung an dieses Land. Ein Kapitel der Erinnerungen ist aber düster: Es war üblich, dass man am Tisch spielen und mithören durfte, wenn Besuch da war. Waren es Frauen, gab es kaum eine, die nicht von einem (oder mehreren) “Abbort(s)” berichtet hat, es dauerte einige Zeit, bis ich in meinem kindlichen Verständnis zu begreifen anfing, dass es wirklich darum ging, ungewollte Kinder auf unterschiedliche Weise zu töten, in dem man sie z.B. aussaugte. Seltsam war dabei, dass kaum eine Frau diesem Verbrechen aus dem Weg gegangen ist. Dabei war meine Familie eher Vertreter einer sozialen Oberschicht (wenn es denn so etwas in der Sowjetunion gegeben hat).

Auf jeden Fall, habe ich diesen Berichten einige meiner schlimmsten Albträume zu verdanken. Ich konnte nie begreifen, warum ich irgendwie besser sein sollte, als irgend eines dieser vielen Kinder, die noch ungeboren auf der Müllkippe landeten. Ich träumte (und träume), dass ich selig im Mutterleib schwimme, während plötzlich ein schrecklicher Druck um mich zunimmt, meine Glieder auseinander reißt, erst einen Arm, dann ein Bein, irgendwann auch den Kopf. Alles zirkuliert in einem Todesstrudel. Die Organe werden nach dem “Abbort” sorgfältig zusammengelegt, da ja nichts “zurückbleiben” soll, und anschließend in der Toilette runtergespült. Einfach weg: kein Sergej (der bis dahin ja noch völlig namenlos ist) mehr. „Der Tod jeder Hoffnung“ weiterlesen