Kindererziehung in der digitalen Welt

Ein Artikel von Tim Challies. Erschienen am 12.03.2015 auf challies.com unter dem Titel: „Parenting Well in a Digital World“. Übersetzung und Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung challies.com. Übersetzt von Ruth Metzger. (Download als .pdf)

Kindererziehung in der digitalen Welt

Selbst zu den besten Zeiten ist Kindererziehung alles andere als einfach. Aber bring noch eine Million neue Technologien ins Spiel – neue Geräte, soziale Netzwerke und Apps – und es wird noch viel komplizierter. Das ist heute die tägliche Herausforderung für alle Eltern. Kürzlich habe ich ein paar Tipps zum richtigen Umgang mit den Herausforderungen einer digitalen Welt gegeben, und heute möchte ich ein paar Tipps geben, wie man Kinder darin auf gute Weise begleiten kann. Ich werde dabei dasselbe Format benutzen: 3 Dinge, die du ablegen oder ablehnen solltest, und 3 Dinge, die du annehmen oder erstreben solltest. „Kindererziehung in der digitalen Welt“ weiterlesen

Eine Erinnerung an Jay Adams

Ein Artikel von Donn R. Arms. Veröffentlicht am 14.11.2020 auf nouthetic.blog. Übersetzung und Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung. (Download als .pdf)

Mit 91 Jahren ging Jay Adams am 14.11.2020 in die ewige Ruhe seines Herrn ein. Als Gründer der modernen biblischen Seelsorge ist Adams weithin bekannt, spätestens seit er 1970 sein bahnbrechendes Werk Competent to Counsel veröffentlicht hat. Er setzte sich beharrlich für die Genugsamkeit der Schrift und gegen das Einschleichen weltlicher Psychologie in die Seelsorgeräume von Pastoren und Gemeindemitgliedern ein. „Eine Erinnerung an Jay Adams“ weiterlesen

Trump, Biden und die Religion in der amerikanischen Politik

Ein Artikel von Carl Trueman:

Das alte Sprichwort, dass England und Amerika zwei Nationen sind, die durch eine gemeinsame Sprache getrennt sind, enthält viel Wahrheit. Als ein Einwanderer aus England, empfinde ich Amerika aufgrund der gleichen Sprache und Popkultur einerseits seltsam vertraut und doch oft als entfremdet, weil diese Ähnlichkeiten tiefergehende, häufig nicht greifbare Unterschiede verbergen. Nie spüre ich das stärker als zur Zeit von Wahlen. Nicht nur, dass das amerikanische System eine “großartige Person” in den Vordergrund stellt – “Alle vier Jahre wählen wir Amerikaner den neuen Messias”, ließ vor kurzem mir gegenüber ein amerikanischer Freund sarkastisch verlauten- nein, auch die Bedeutung der Religion in der Politik ist hier protziger und bedeutender als in Großbritannien.

Im Vereinigten Königreich habe ich selbst als Christ immer das Gefühl gehabt, dass ich für dumm verkauft werde, wenn ein Politiker die Sprache religiöser Hingabe verwendete, wie es z.B. Tony Blair zu tun pflegte. Wir sprachen beim Essen nicht darüber und erwarteten auch nicht, dass unsere Politiker in der Öffentlichkeit darüber reden. So zu tun, klang furchtbar unecht und manipulativ. Tatsächlich war die Politik, zumindest in ihrer parteibezogenen Form, ähnlich. Ich wusste selten, wie Freunde abstimmen, weil man mir beigebracht hatte, dass es mich nichts angeht. Ich habe mit Bestimmtheit niemals einen Prediger gehört, der mir sagte, wie ich abstimmen sollte. Und so gefiel es mir. Und tut es weiterhin.

Natürlich könnten Amerikaner nun auf Großbritannien blicken und berechtigterweise darauf hinweisen, dass all das das Land in eine tief säkulare Kultur gestürzt hat und zu einer schwachen, handlungsunfähigen Gemeinde führte. Das ist ein berechtigter Punkt und schließt natürlich auch einen Großteil Europas mit ein. Ich werde ihn später noch aufnehmen.

Amerika ist eine seltsame Erfahrung für einen eingewanderten Engländer. Jeder scheint das Bedürfnis zu spüren, dem Nächsten mitzuteilen, wie er zu wählen hat. Und Religion spielt plötzlich eine viel wichtigere Rolle als zu Hause.

Das religiöse Stimmverhalten wird hier für so zentral erachtet, dass selbst die, die dem Christentum gegenüber so offensichtlich zynisch eingestellt sind, wie die gegenwärtigen beiden Präsidentschaftskandidaten, das Bedürfnis verspüren, sich auf die magische Kraft religiöser Symbole oder Handlungen zu stützen. Trumps Inszenierung außerhalb einer Episkopalen Kirche mit einer Bibel in der Hand und Bidens Bekenntnis zum frommen Katholizismus sind jeweils, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, implausibel und manipulativ.

Trumps Spiel mit den Evangelikalen hat den Pragmatismus von zumindest einigen evangelikalen Anführern enttarnt. Die, die vorher Bill Clinton für seine lockere Sexualmoral verurteilten, werfen sich nun mit ganzem Gewicht hinter Trump und verdienen den Vorwurf eines heuchlerischen Pragmatismus. Die “Hof-Evangelikalen”, wie sie von ihren Kritikern bezeichnet werden, ermangeln gerade wegen ihrem bisherigem Moralismus jeglicher moralischer Glaubwürdigkeit. Im Übrigen hatte diese Kehrtwende auch den Effekt, dass sich nun die evangelikale Linke ihrer Lieblingsbeschäftigung widmen konnte, nämlich dem Herrn dafür zu danken, nicht so wie die ganzen anderen Menschen zu sein, vor allem nicht wie die evangelikale Rechte der Trumpisten. Doch ein Stückchen Hoffnung bleibt: Während die Statistiken eine deprimierend deutliche Sprache über die enthusiastische Unterstützung Trumps durch die Evangelikalen sprechen, zeigt eine andere kürzlich durchgeführte Umfrage, dass die Beziehung zwischen dem Evangelikalismus und orthodoxem Christentum mittlerweile recht kompliziert ist. Evangelikale Unterstützung für Trump ist nicht unbedingt christliche Unterstützung für Trump.

Joe Biden stellt ein anderes Problem dar. Bereits 2016 fragte ich mich, warum die katholischen Bischöfe ihm gestatten ihren Glauben zu verspotten. Politiker wie Biden posaunen “Ich bin ein hingegebener Katholik”, während sie gleichzeitig alles unternehmen, um den katholischen Glauben durch ihre Handlungen zu verspotten. Dennoch wird er auch diesmal geduldet. Biden ist eine katholische Unmöglichkeit und steht beinahe gegen jede offizelle katholische Position bei Themen wie Persönlichkeit, Leben und Ehe. Das niemand mit Autorität in der katholischen Kirche bereit zu sein scheint, diese Probleme anzusprechen, bleibt ein Skandal. Wenn die Kirche durch die verspottet wird, die den Anspruch erheben, Teil davon zu sein, dann wird Christus verspottet. Selbst wenn die Bischöfe sich nicht um die Seele von Biden oder den Ruf ihrer Kirche bekümmern, wie können sie gleichgültig für den öffentlichen Ruf Christi blieben?

Im Licht dieser Tatsachen möchte ich einen radikalen Vorschlag unterbreiten: Könnten die amerikanischen Politiker in Zukunft die Religion aus ihren Veranstaltungen und ihrer Propaganda heraushalten? Ich bitte weder um ihret- noch um der Nation willen darum; Ich bitte um der Kirche, ihrer Mitglieder und ihrer Leiter willen darum. Wenn Politiker unechte und manipulative religiöse Ansprüche erheben, wird die Korruption der amerikanischen Christenheit aufgedeckt, – ob nun die der evangelikalen Masse oder die der katholischen Elite –  die ihren bekannten Glauben offensichtlich nicht ernst nimmt. Eine lockere Sexualmoral des Einen als für ein politisches Amt disqualifizierend zu werten, doch diese bei einem anderen zu ignorieren oder zu entschuldigen, ist kein konsistentes Christentum. Auf dem Papier hilflose Ungeboren zu verteidigen und gleichzeitig jemandem eine geistliche Heimat zu geben, der das Recht der Mörder dieser Ungeborenen verteidigen möchte, ist kein Christentum.

Solch eine politische Maßnahme könnte Christen dabei helfen, zu verstehen, dass Politik ein dreckiges, pragmatisches Geschäft ist und dass eine Stimme für jede der Parteien auch Trauer über die zu treffenden Kompromisse beinhaltet. Auch könnte das dem Christentum helfen, sich aus dem Schlamassel unserer polarisierten politischen Kultur zu befreien. Und für Christen würde das gewiss die Versuchung beseitigen, in einer Weise zu handeln, die einer beobachtenden Welt die christliche Inkonsequenz offenbart.

Das bringt mich zum verweltlichten Europa zurück. Wird mein Vorschlag nicht einfach nur die Säkularisation der amerikanischen Politik und Kultur vorantreiben? Vielleicht. Doch es besteht auch eine andere Möglichkeit. Vielleicht sind wir bereits bei dieser angelegt. Vielleicht ist der europäische Säkularismus einfach nur ehrlicher in den angestrebten Idealen? Es hat die Sprache des Christentums verlassen und es verwirft die Lehren des Christentums. Was du siehst ist nun wirklich das, was du bekommst. Ist es möglich, dass in Amerika Religion selbst Teil eines säkularen Denkens geworden ist? Schließlich scheint ein Evangelikalismus, der das Wählen von Trump (oder Biden) als moralischen Imperativ für alle ansieht und eine katholische Hierarchie, die es Biden erlaubt, ungestraft gegen so viele ihrer kostbaren Lehren vorzugehen, in ihrer christlichen Besonderheit nicht besonders zutreffend zu sein. Ist ein solches “Christentum” lediglich Verweltlichung in einem religiösen Kontext?

Das ist ein echt beunruhigender Gedanke.

Dieser Artikel von Carl Trueman erschien am 23.10.2020 auf firstthings unter dem Titel “Trump, Biden, and Religion in American Politics”. Übersetzung und Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von First Things.

Ihr braucht keine Date Night

Ein Artikel von Tim Challies: You Don´t Need a Date Night, erschienen am 16. Dezember 2015. Übersetzt von Abijah Hesse (Download als .pdf)

Ich habe die meisten populären Bücher über Ehe und Romantik gelesen. Ich weiß was sie sagen. Sie sagen, dass ihr eine regelmäßige Verabredung haben müsst – vorzugsweise wöchentlich – und dass dies ein Schlüssel, vielleicht sogar der Schlüssel zu einer gesunden Ehe ist. Einige von ihnen gehen noch weiter und sagen, dass ihr nicht nur Date Nights benötigt, sondern dass ihr beide mindestens ein- oder zweimal im Jahr zusammen wegmüsst. Wie sonst soll eure Ehe gedeihen?

Ich weiß, was diese wohlmeinenden Autoren erreichen wollen. Ich weiß, was sie sagen und ich weiß, warum sie es sagen. Aber ich glaube es nicht. Ich glaube nicht an die Notwendigkeit. Ich glaube nicht, dass ihr eine Verabredung braucht. Ich glaube nicht, dass eure Ehe ohne sie unbedingt leiden wird. Ich denke nicht, dass ihr euch schuldig fühlen solltet, wenn ihr sie nicht jede Woche oder jeden Monat einplant. Sie mag eine gute Sache sein, aber sie ist keine notwendige Sache. „Ihr braucht keine Date Night“ weiterlesen

4 Grundsätze für das Gespräch mit deinen Kindern über Sex

Ein Artikel von Julie Lowe. Erschienen am 08.07.2020 unter dem Titel: „4 Principles for Talking to your Kids about Sex” bei CCEF. 

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Wie wohl fühlt ihr euch als Eltern, wenn ihr mit euren Kindern über Sex sprecht? Nicht so gut? Warum nicht? Gott hat Sex geschaffen, um uns zu segnen – Warum ist es so schwer, darüber zu sprechen?

Für viele ist es ihr eigenes Unbehagen mit diesem Thema. Vielleicht bist du in einer Umgebung aufgewachsen, in der darüber nicht gesprochen wurde, oder selbst wenn, dann war das Thema eindeutig beschämend und unangenehm. Vielleicht fühlst du dich auch unwohl, weil du nicht sicher bist, was man wie sagen soll. Was auch immer der Grund sein mag, das Vermeiden des Themas kommuniziert, dass du nicht in der Lage oder nicht bereit bist (oder beides) dieses Thema zu besprechen und deine Kinder werden sich anderswo nach Antworten umsehen. Das hinterlässt sie empfänglich für die Ansichten ihrer Freunde und das Borgen von Konzepten, Haltungen und Bewertungen der Sexualmoral aus der umgebenden Kultur. Dies kann sogar die Gefahr erhöhen, dass sie Opfer von Sexualverbrechen werden, weil sie keinen Filter haben, um zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. „4 Grundsätze für das Gespräch mit deinen Kindern über Sex“ weiterlesen

Orthodoxie mit offenen Armen – Eine Erinnerung an J. I. Packer (1926-2020)

40 Quotes from J. I. Packer (1926–2020)

Ein Artikel von: Mark Noll, Orthodoxy with Open Arms – Tribute to J.I. Packer (1926–2020) vom 21.07.2020

Übersetzt von Viktor Zander, erklärende Fußnoten von Sergej Pauli.

der vollständige Artikel kann hier als .pdf-Dokument heruntergeladen werden.

Der erste Eindruck kann täuschen. Aber die Eigenschaften, die ich in Jim Packer sah, als ich ihn im November 1979 zum ersten Mal traf, erwiesen sich als die gleichen, die viele andere (so meine Meinung) in vielen anderen Zusammenhängen im Laufe seines langen und fruchtvollen Lebens sahen.

Bereits 1979 sorgte sein Buch „Knowing God“[1] für einen hohen Bekanntheitsgrad unter Evangelikalen auf beiden Seiten der Atlantik. Der Anfang meiner Verbindung hatte jedoch mehr damit zu tun, was er über die Bibel geschrieben hatte, insbesondere sein Werk „Fundamentalism and the Word of God“[2]. Kritische englische Kommentare über Billy Grahams Evangelisations-Kampagne in London im Jahr 1954 waren der Anlass zu diesem Buch. Darin verteidigte Packer eine sehr hohe Sichtweise der Schrift, differenzierte zwischen traditionellem, konservativem Protestantismus und fundamentalistischem Anti-Intellektualismus und lobte Evangelisten wie Graham, die das predigten, „was die Bibel sagt“. „Orthodoxie mit offenen Armen – Eine Erinnerung an J. I. Packer (1926-2020)“ weiterlesen

Wie empfange Ich Christus?

How Can I Receive Christ?  von John Piper, Veröffentlicht am 06. Mai 2020, übersetzt von Elisabeth Sovkov, mit freundlicher Genehmigung von Desiring God (.pdf).

,,Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn nicht hat, der hat das Leben nicht.’’(1. Joh. 5,12, Schlachter 2000) Aber was bedeutet es genau ,,den Sohn zu haben”? Wie kommt man dazu, Jesus zu besitzen? Wenn wir ihn nicht haben, bleiben wir tot in unseren Sünden. Also ist das eine der wichtigsten Frage, die man sich in diesem Universum stellen kann. Die Antwort erläuterte John Piper 1985 in einer seiner Predigten. Der folgende Auszug ist eines der eher seltenen Beispiele dafür, wie Pastor John Metaphern aus einem zeitgenössischen Film mit dem Titel ,,A Passage to India” (1984), der für elf Oscar-Nominierungen nominiert wurde, herausgreift. Also noch einmal: Was bedeutet es ,,den Sohn Gottes zu haben”? Hier Pastor John:

Der Film ,,A Passage to India” handelt über einen indischen Arzt, der von britischen Kolonialmächten ins Gefängnis geworfen wird, unter der angeblichen Behauptung, eine britische Frau angegriffen zu haben. Der Fall entwickelt sich zu einem außerordentlich angespannten Konfliktpunkt zwischen dem indischen Volk, dass sich von der britischen Herrschaft befreien will und den britischen Kolonialmächten, die sehr unsensibel über das indische Volk herrschten. Die gesamte koloniale Machtstruktur lässt den Fall des Arztes vollkommen Hoffnungslos aussehen – im Gefängnis, ohne Anwalt, ohne Geld und nun will man ihm auch an den Kragen. „Wie empfange Ich Christus?“ weiterlesen

Iain Duguid: Waren Adam und Eva echte Menschen?

Dieser Artikel von Iain Duguid erschien am 11.05.2020 unter dem Titel: „Were Adam and Eve Real People?“ Übersetzt von Daniel Tollkötter mit freundlicher Genehmigung von Desiring God (Download als pdf).

Wie die Geschichte an ihrer Gestalt hängt

Die Lehre der Heiligen Schrift zum Thema der menschlichen Herkunft ist fundamental wichtig für den Rest der Bibel. Sie ist auch entscheidend für unser Verständnis dessen, wer wir als Menschen in Beziehung zu Gott und zur übrigen Schöpfung sind. Dies sollte nicht überraschen, da es in jeder Kultur in der Geschichte eine Reihe von Ursprungsgeschichten gegeben hat, die ähnliche Fragen beantworten. Die Evolutionstheorie erfüllt diesen Zweck für viele Menschen unserer Zeit – eher als eine erklärende Ursprungsgeschichte denn als fachliche Darstellung wissenschaftlicher Prozesse.

Entwickelte sich die Menschheit allmählich aus verschiedenen niedrigeren Lebensformen, stieg sie durch einen rein naturalistischen Prozess auf, bis sie schließlich unseren heutigen Zustand erreichte (wie es die naturalistische Evolution lehrt)? In diesem Fall ist der biblische Bericht über die Erschaffung von Adam und Eva bestenfalls ein bildlicher Mythos, der den menschlichen Zustand beschreiben mag, aber keinen Bezug zu den tatsächlichen Ereignissen hat.

Oder wurde der langsame Fortschritt auf dem Weg zur Menschheit von Gott geleitet und vielleicht entscheidend von ihm gelenkt, als er ein Paar (oder eine Sippe) von Hominiden nahm und sie mit etwas Besonderem (einer “Seele”) ausstattete, das sie zu einer völlig neuen Spezies machte (wie es die theistische Evolution lehrt)? In diesem Fall mögen die Genesis-Erzählungen historische Ereignisse darstellen, aber nur in einer eher stilisierten Form.

Oder entspringen unsere Ursprünge einem einzigartigen, augenblicklichen Akt der besonderen Schöpfung aus dem Staub der Erde seitens Gottes (wie von der besonderen Schöpfung behauptet)? Diese letzte Sichtweise interpretiert die Ereignisse der Genesis als eine genaue Wiedergabe tatsächlicher historischer Ereignisse. „Iain Duguid: Waren Adam und Eva echte Menschen?“ weiterlesen

Regiert Christus über jeden Sturm?

Dieser Artikel von John Piper erschien am 18.05.2020 unter dem Titel: “Does Christ Govern Every Storm?“ im Rahmen von der Serie: Ask Pastor John. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Desiring God. (Download als .pdf-Dokument)


Christus hat einen Sturm gestillt, aber beruhigt er jeden weiteren auch? Ist diese Schlussfolgerung ein Gedankensprung? Oder ist sie logisch? So lautet die Frage von Sofia, einer Zuhörerin: “Pastor John, hallo! Ich habe eine Frage über Gottes Souveränität in Bezug auf Naturkatastrophen, wie Tsunamis, Tornados und Überschwemmungen. In den Evangelien lesen wir, dass Jesus einmal den Wind und die Wellen beruhigte, was die Jünger dazu brachte sich gegenseitig die glorreiche Frage zu stellen:

„Wer ist denn dieser, dass auch der Wind und das Meer ihm gehorchen?“ (Mk. 4,41) Jesus kann eingreifen und jeden Sturm stillen – Ja und Amen – eine herrliche und ermutigende Realität.”

“Als ich über Jahre hinweg aber ihre Interpretation zu Naturkatastrophen las, schien es mir, dass sie eine zusätzliche Schlussfolgerung machen, indem sie sagen, dass Jesus – weil er einst einen Sturm beruhigte – deshalb auch immer jede andere Naturgewalt kontrolliert. Seitdem gehorcht jeder Wind und jede Welle beständig Christus. Können Sie diese logischen Zusammenhänge bitte erklären? Woher kann man wissen, dass Jesus wegen dem Stillen des einen Sturmes auch die Stärke jedes weiteren Sturmes kontrolliert?” 

Nun, ich danke Sofia für ihre berechtigte Frage. Ich denke, es ist weise, eine unlogische Schlussfolgerung zu hinterfragen. Sie fragt sich, wie man von einem Einzelfall auf eine Regel schließen kann.

Und mit einer unlogischen Schlussfolgerung meine ich so eine, die nicht auf einem gültigen Verlauf von Annahmen basiert.

Zum Beispiel wäre folgendes unlogisch:

Annahme 1: Jesus stillt während seines Lebens auf der Erde einen Sturm.

Annahme 2: Heute, im Jahr 2020, gibt es auf dem atlantischen Ozean einen Sturm.

Schlussfolgerung: Jesus kann diesen Sturm auch stillen.

Das ist kein gültiges Argument. Stimmt! Ich glaube, dass das Fazit stimmt, aber es ist keine logische Folge, da die Annahmen nicht ausreichend Informationen enthalten um diese Schlussfolgerung zu ziehen. Wenn Sofia denkt, dass das der Gedankengang ist, auf dem meine Überzeugung basiert, dass Jesus heute über jeden Sturm regiert – dann sollte sie über Pipers Ansichten besorgt sein. Aber das ist nicht die Art wie ich denke. Ich gehe nicht von einer für sich allein stehenden Annahme aus (“Jesus stillte einen Sturm”). „Regiert Christus über jeden Sturm?“ weiterlesen

Lebe ich im Glauben oder im Unglauben?

Ein Artikel von John Piper, der am 15 Mai 2020 unter dem Titel: „Am I Living by Faith or Unbelief?“ erschienen ist. Übersetzt mit freundlicher Genehmigung von Desiring God. Den Text kann man hier als .pdf-Dokument herunterladen.


„Woher weiß ich, ob ich im Glauben oder im Unglauben lebe? Gibt es eine wichtigere Frage für das tägliche christliche Leben? Es ist die Frage, die heute von einem Zuhörer namens Daniel gestellt wurde. “Hallo, Pastor John! In Römer 14,23 heißt es: “Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde”. Könnte man sagen: alles, was vom Glauben ausgeht, verherrlicht Gott? Stimmt das denn auch?  Woran erkennt man eine Tat, die aus Glauben getan wird, im Gegensatz zu einer guten Tat, die aus Unglauben getan wird? Ich weiß, dass die Frage grundlegend ist, dennoch ist sie zu abstrakt für mich. Ich kann wirklich nicht verstehen wie ich eine Handlung vom Glauben bzw. Unglauben unterscheiden kann. Über jede Hilfe wäre ich dankbar.“

Das ist eine wirklich grundlegende und sehr wichtige Frage, um das christliche Leben in einer Weise zu leben, die der Seele vom Geist geschenkten Frieden und Gott Ehre und der Welt Gutes bringt. All das hängt meiner Meinung nach davon ab, was es bedeutet, “im Glauben zu wandeln”, “im Glauben zu leben”, “den Gehorsam des Glaubens zu leisten” und “die Werke des Glaubens zu tun”.

Alle vier sind biblische Redeweisen und fragen gemeinsam:  Wie macht man etwas im Glauben, ohne etwas zu tun, was sich dann als Sünde erweist? Genau das macht das christliche Leben aus. „Lebe ich im Glauben oder im Unglauben?“ weiterlesen