Wie man den Drachen der Pornografie tötet

Ed Welch:

Pornografie wirft viele Fragen auf, aber die zwei einfachsten sind gleichzeitig die zwei wichtigsten: Warum sollten wir der Versuchung widerstehen? Und wie?

Viele guten Vorsätze, sich von Pornografie fernzuhalten, scheitern schon an der ersten Frage. Die Wie-Frage lässt sich einfacher lösen – da kommt man schneller auf Möglichkeiten wie Internetfilter oder einen Freund, der willens ist, uns unangenehme Fragen zu stellen.  Es ist das Warum, worüber wir stolpern. Wir brauchen überzeugende biblische Gründe, damit wir nicht umfallen, wenn die schwierigen Fragen und Rechtfertigungsgründe zum Angriff blasen.

Und das werden sie auf jeden Fall:

  • Warum sich überhaupt Gedanken darüber machen? Es schadet doch niemand.
  • Würde meine Frau sich öfter auf Sex einlassen und auch mal was Neues ausprobieren wollen, dann bräuchte ich das nicht.
  • Hätte ich eine Frau, dann bräuchte ich das nicht.
  • Alle Männer gucken Pornos. So sind wir geschaffen. Wie kann Gott mir dieses Verlangen geben und dann erwarten, dass ich dagegen ankämpfe?
  • Nur noch ein einziges Mal, dann ist Schluss.

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Echte Gemeinden haben Gemeinschaft mit verstorbenen Heiligen

 Justin Dillehay:

In meiner Gemeinde ist vor kurzem eine Schwester namens Ann Carman an COVID-19 verstorben und wir trauern immer noch über ihren Verlust. Wir sehen sie nicht mehr, sprechen nicht mehr mit ihr und kommen mit ihr nicht mehr zum Tisch des Herrn.

Obwohl ihr Gesicht in unserer Versammlung fehlt, ist sie immer noch unsere Schwester in Christus. Es gibt Verbindungen, die selbst der Tod nicht trennen kann (Röm 8,38). Ann ist nun Teil der triumphierenden Kirche. Dennoch gibt es auf „mystisch-süße“ Weise eine Gemeinschaft zwischen der Gemeinde auf Erden und der Gemeinde im Himmel.

Ich meine damit nicht, dass wir den Tod leugnen, oder versuchen sollen, mit den Toten zu kommunizieren. Was ich aber sehr wohl meine ist das, was wir in Hebr 12,22-24 finden. „Echte Gemeinden haben Gemeinschaft mit verstorbenen Heiligen“ weiterlesen

Drei Dinge, die Alleinerziehende sich von euch wünschen

Tessa Reed

Als mich vor ein paar Jahren jemand fragte: “Wie geht es dir damit, alleinerziehend zu sein?”, schossen mir sofort die Tränen in die Augen. Plötzlich war alles wieder da: das Gefühl nach dem Schiffbruch meiner Ehe allein umherzutreiben, die Einsamkeit in all den Problemen der letzten zehn Jahren als Mutter einer Tochter. In diesem Moment fühlte ich mich geliebt und wahrgenommen – es war das erste und einzige Mal in den letzten zehn Jahren, dass jemand mich das einfach so ohne besonderen Anlass fragte.

Wenn ich mich mit meinen alleinerziehenden Freunden über unsere Erfahrungen in unseren Gemeinden unterhalte, tauchen – obwohl jeder von uns seine eigene Geschichte hat – bestimmte Themen immer wieder auf. Es gibt drei Dinge, von denen wir wünschten, dass sie unseren Brüdern und Schwestern in Christus bewusst wären. „Drei Dinge, die Alleinerziehende sich von euch wünschen“ weiterlesen

Was hat Boxen mit Jerusalem zu tun?

Ein Artikel von Carl Trueman, erschienen in Themelios 27(1),4(2001) unter dem Titel: „What has Boxing to do with Jerusalem?“. Übersetzt von Viktor Zander mit freundlicher Genehmigung von The Gospel Coalition (Download als .pdf).

 

Schon seit meiner Kindheit ist Boxen eine meiner Leidenschaften und ich schätze, dass ich über die Jahre eine ziemlich gründliche Kenntnis der Geschichte und der Persönlichkeiten des Boxsports erworben habe, neben einer bescheidenen Bibliothek von Büchern über das Boxen. Natürlich werde ich in diesen Zeiten der ungezügelt-politischen Korrektheit wegen meines Interesses an diesem Sport sehr häufig von denen herausgefordert, die irgendwie weniger verliebt ins Boxen sind. Unter solchen Umständen beiße ich mir immer ein bisschen auf die Zunge und antworte, dass Boxen nichts anderes sei, als die ehrlichste Sportart – schließlich besteht der Zweck jedes Sports darin, den Gegner überzeugend und entscheidend zu besiegen, und beim Boxen geschieht dies auf direktere und offenere Weise als zum Beispiel beim Golfen. Entferne beim Golf die oberflächliche Etikette und das Protokoll und du hast denselben grundlegenden Kampf um physische und mentale Überlegenheit wie beim Boxen. „Was hat Boxen mit Jerusalem zu tun?“ weiterlesen

Natürlich solltest du der Bibel ein Theologisches System „Überstülpen“…

…du musst nur sicher sein, dass es biblisch ist

Ein Artikel von Justin Dillehay, der am 28.10.2020 unter dem  Titel Yes, You Should ‘Impose’ a Theological System on the Bible (Just Be Sure It’s a Biblical One)” auf thegospelcoalition.org erschienen ist. Übersetzt von Viktor Zander, mit freundlicher Genehmigung von The Gospel Coalition. (Download als .pdf)

„Wie kannst du nur an Heilsgewissheit glauben? Hast du Hebräer 6 nicht gelesen?! Es ist doch ziemlich klar, dass es möglich ist, die himmlische Gabe zu schmecken und Anteil am Heiligen Geist zu haben, und dann ohne Hoffnung auf Erneuerung abzufallen. Es wäre so viel leichter, wenn du einfach nur der Bibel glauben würdest, anstatt sie in ein theologisches System hineinzupressen.“

Solche Gespräche habe ich schon einige Male geführt. Tatsächlich habe ich gerade bei diesem Thema beide Seiten vertreten. Früher habe ich diesen Einwand gemacht, später wurde er mir entgegengebracht. Es ist nicht unüblich, Christen folgendes sagen zu hören: „Ich habe keine Theologie. Ich glaube einfach nur der Bibel.“

Aber diese Aussage zeigt ein Missverständnis hinsichtlich Theologie – zumindest guter Theologie. Sie setzt voraus, dass Menschen, die nicht mit deiner Auslegung übereinstimmen, ihre Bibel nicht sorgfältig genug gelesen haben müssen. Sie setzt auch voraus, dass man theologisches System-Denken zugunsten eines reinen Biblizismus vermeiden kann, obwohl das tatsächlich gar nicht geht. Lass uns also einen Moment darüber nachdenken, wie Theologie funktioniert und wie man sie auf ehrliche Weise ausüben kann. Wir verwenden dafür das Thema Heilsgewissheit als Testfall. „Natürlich solltest du der Bibel ein Theologisches System „Überstülpen“…“ weiterlesen

Was der meistzitierte Psalm im Neuen Testament über Jesus sagt

Ein Artikel von Justin Dillehay, der am 20.10.2020 unter dem  Titel „Jesus According to the New Testament’s Most Quoted Psalm“ auf thegospelcoalition.org erschienen ist. Übersetzt von Viktor Zander, mit freundlicher Genehmigung von The Gospel Coalition. (Download als .pdf)

Kein anderer Vers der hebräischen Bibel wird im Neuen Testament häufiger zitiert, als Ps. 110,1.  Doch damit nicht genug.  Fast ein ganzes Kapitel (Hebräer 7,11-28) widmet sich Vers 4 dieses Psalms als Kommentar. Bei ihrem Verständnis Jesu maßen die Apostel und Propheten maßen diesem messianischen Psalm eine sehr hohe Bedeutung bei.

Es wird sich für uns also lohnen, darüber nachzudenken, wie uns dieser Psalm den Messias vor Augen führt, den wir anbeten.

Der Messias als Davids Herr und König (Ps 110,1-3)

Wie viele andere Psalmen trägt auch Psalm 110 die Überschrift „Ein Psalm Davids“. Doch wahrscheinlich ist bei keinem anderen Psalm die Urheberschaft so bedeutend wie bei diesem. Sie ist deswegen bedeutend, weil David Israels menschlicher König und „Herr“ war – natürlich Jahwe untergeordnet. Und doch nennt David hier in Vers 1 jemand anderen seinen „Herrn“ – und zwar jemand anderen als Jahwe:

„Spruch des HERRN [Hebräisch = Jahwe] für meinen Herrn [Hebräisch = Adonai]: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde gemacht habe zum Schemel deiner Füße!“

David, der im Heiligen Geist spricht (Mt 22,43),[1] hört einem Gespräch zu. Es ist ein Gespräch zwischen zwei Personen. Den HERRN kennen wir. Aber wer ist dieser andere Herr, den Jahwe einlädt, zu seiner Rechten zu sitzen? Einer, den sogar David „meinen Herrn (Adonai)“ nennt? „Was der meistzitierte Psalm im Neuen Testament über Jesus sagt“ weiterlesen