Meine Frau ist geistlich reifer als ich – wie kann ich sie Anleiten?

John Piper:

Wenn eine Frau geistlich reifer ist als ihr Ehemann, wie kann ihr Ehemann sie dann geistlich anleiten? Das ist keine ungewöhnliche Situation. Und es ist keine ungewöhnliche Frage in unserem Postfach. In einer Email eines jungen Mannes haben wir folgende Frage: „Hallo Pastor John! Wie kann ich meine Ehefrau geistlich anleiten, wenn sie geistlich reifer ist als ich? Ich wurde Jahre nach meiner Frau ein wahrer Nachfolger Christi und ihre geistliche Reife übersteigt meine bei weitem. Die meiste Zeit meiner Ehe war ich ein armseliger Leiter meiner Familie, besonders in geistlichen Dingen. Aber durch Gottes Gnade wachse ich nun im Glauben und ganz langsam nehme ich die Zügel der Leiterschaft in meiner Familie in die Hand. Ihr Unterscheidungsvermögen, ihre Leidenschaft und ihre Abhängigkeit vom Herrn sind unglaublich beispielhaft, und sehr oft bitte ich bei meiner Suche und beim Lesen der Schrift um ihren Rat und ihre Einsicht. Wie kann ich sie also besser leiten?“

 

Lass uns mit den Grundlagen anfangen: Ich werde sehr spezifische Antworten auf seine Frage geben, wie man eine Frau anleitet, die einem dermaßen voraus ist. Aber ich denke einfach, dass es weit wichtiger ist, die Grundlagen zu klären, als irgendwelche konkreten Vorschläge zu besprechen. „Meine Frau ist geistlich reifer als ich – wie kann ich sie Anleiten?“ weiterlesen

Die Merkmale eines geistlichen Leiters

Das folgende ist bisher der längste Artikel, der auf unserer Webseite bisher erschienen ist. Der Dank für die Übersetzungsarbeit geht an Viktor Zander, einen hervorragenden, wie ich finde, Übersetzer. Wer seine Arbeit finanziell unterstützen möchte, kann dies über eine Spende an Evangelium21 e.V. mit dem Verwendungszweck: Projekt Übersetzungsarbeit tun. Viktor schreibt regelmäßig in seinem Newsletter über seine Übersetzungsarbeit (Abo hier)

Doch nun zum Text von John Piper, den es, wie üblich, auch hier zum Download gibt:

Ich definiere geistliche Leiterschaft wie folgt: Man weiß, wo Gott Menschen haben will, übernimmt im Vertrauen auf Gottes Macht die Initiative und wendet Gottes Methoden an, um sie an diesen Punkt zu bringen. Die Antwort darauf, wo Gott Menschen haben will, liegt in einem geistlichen Zustand und in einem Lebensstil, die seine Herrlichkeit zeigen und seinem Namen Ehre bringen.

Daher besteht das Ziel geistlicher Leiterschaft darin, dass Menschen Gott kennenlernen und ihm in allem was sie tun ehren. Geistliche Leiterschaft möchte Menschen verändern, statt sie einfach zu lenken. Wenn wir die Art Leiter wären, die wir sein sollten, dann müssten wir es zu unserem Ziel machen, Menschen zu entwickeln anstatt Pläne zu diktieren. Du kannst Menschen dazu bringen, das zu tun was du willst, aber wenn sich ihre Herzen nicht verändern, dann hast du sie geistlich nicht geführt. Du hast sie nicht dorthin gebracht, wo Gott sie haben will. „Die Merkmale eines geistlichen Leiters“ weiterlesen

Geistliche Leiterschaft bricht womöglich das Herz…

…und ist doch immer voller Hoffnung

Jon Bloom

Immer dann, wenn ein selbstsüchtiger Sünder mit der Aufgabe betraut wird, andere selbstsüchtige Sünder in eine auf Gott ausgerichtete Richtung zu führen – sei es in Familien, Freundschaften, Hauskreisen, Gemeinden oder größeren Bewegungen – wird es Schwierigkeiten geben.

Nehmen wir zum Beispiel Mose. Kein anderer Anführer im Alten Bund war so sanftmütig wie Mose (4Mo 12,3), hatte innigeren Umgang mit Gott (2Mo 33,11) und wurde von jenen, die er anführte, ungerechtfertigter und schärfer kritisiert.

Hier eine Übersicht darüber, was Mose als geistlicher Leiter erlebte:
„Geistliche Leiterschaft bricht womöglich das Herz…“ weiterlesen

Die Zukunft der Männlichkeit

Ein Artikel von Greg Morse: The Future of Masculinity, vom 03.12.2020. Übersetzt von Viktor Zander, mit freundlicher Erlaubnis von DesiringGod. (Download als .pdf)

„Das was für dich wirklich ein Ärgernis ist, ist die Männlichkeit an sich“, sagte der Direktor zu Jane. „Dieses laute, hereinbrechende, besitzergreifende Etwas – der Löwe aus Gold, der bärtige Bulle – das durch Hecken bricht und dein kleines, geordnetes Reich durcheinanderbringt, so wie die kleinen Zwerge das sorgfältig gemachte Bett durcheinanderbringen.“

„Die Männlichkeit an sich“ – „ein Ärgernis“?!

An diesem Punkt in der Geschichte war Jane, die unglücklich verheiratete Hauptperson in C. S. Lewis’ Sci-Fi-Finale: „That Hideous Strength“[1], jemand, den wir heutzutage als eine moderne Frau bezeichnen würden. Sie will Karriere machen. Sie ist gleichmacherisch. Sie ist keine Christin. Sie ist ein Kontrast zu einer Weiblichkeit, wie der von Mrs. Dimble, die eine starke christliche Ehefrau ist, sich aber trotzdem unterordnet (und sie bekämpft diese Art Weiblichkeit).

Völlig verdattert starrte Jane den Direktor an – der selbst ein goldener Löwe war und bis dahin sowohl Janes Respekt als auch ihre Bewunderung gewonnen hatte. Die Welt, in der sie lebte, begann sich zu drehen und zu schwanken. Ihre „nagende weibliche Angst davor, wie eine Sache, wie das Objekt eines Tauschhandels, wie ein Objekt der Begierde oder wie Besitz behandelt zu werden“ kam wieder an die Oberfläche. Bis dahin hatte sie schon genug Leid und Spott erduldet, und hielt sich deshalb eine solche Männlichkeit vom Leib. Sie hatte einen entsprechenden Ehemann ausgesucht: Mark. Er „verstand sie wirklich“ – was gleichbedeutend damit war, dass er keine Bedrohung für ihre Selbstbestimmtheit darstellte und nichts von ihr verlangte, das sie nicht zu geben bereit war. Aber hier stand sie nun, in die Ecke gedrängt von dieser Selbsterkenntnis, dass die Wirklichkeit vielleicht nicht so ist, wie sie es sich vorgestellt hatte. „Die Zukunft der Männlichkeit“ weiterlesen