Wie würde Sherlock Holmes seine Bibel lesen? – Bibellesemethoden für junge Christen

Vor kurzem habe ich mir einige Gedanken darüber gemacht, wie man auch Kindern und jungen Teenagern beibringen kann, die Bibel mit persönlichem Gewinn zu lesen. Ich bin überzeugt davon, dass Gottes Wort klar ist. Ich denke somit, dass jeder es lernen kann, die Bibel zu verstehen. Das ist meine Hauptmotivation für die folgenden Arbeitsblätter. Die im Westen immer mehr wahrnehmbare Tendenz, mündiges und selbstständiges Lesen erst irgendwie im fortgeschrittenen Jugendalter zu erwägen, halte ich für fatal und verwerflich.

Insgesamt habe ich mich in den Arbeitsblättern an der Methode orientiert, wie es z.B. von Precept ministries vorgestellt wird. An mehreren Stellen bin ich aber sehr freizügig abgewichen. So ist mir persönlich das induktive Studium in seiner Auslegung zu wenig christozentrisch. Wenn man es anders formulieren will: Vor den W-Fragen sollte an sich eigentlich noch die Frage stellen, warum ich gerade diese Fragen stelle. Gerade was die Anwendung angeht, kann ein Ausblenden/Missachten der Absichten hinter dem Werk der Bibel, dazu führen, dass wir nicht so ganz ins Schwarze des Textes treffen.

Diese Überlegung soll aber nicht vor dem Lesen der Bibel entmutigen. In jedem Fall ist das Lesen der Schrift immer zu ermutigen und bevorzuziehen. Und lieber will ich sie auf eine mangelhafte Weise mit meiner „Brille“ lesen, als gar nicht. Das sollte das generelle Ziel sein. Dieses Ziel lässt sich weder in Form noch Methode pressen. So kann man die Bibel auch lesen, in dem man sich Bibelverse an die Wand hängt, Verse auswendig lernt, Gottes Wort verinnerlicht. Schließlich schrieb man sich die Gebote Gottes im Alten Testament ebenfalls überall hin (oder sollte es zumindest so tun, wir wissen, dass das Wort Gottes irgendwann in Israel so selten wurde, dass man nur dank der Vorsehung Gottes das Gesetz Gottes in der Schatztruhe des Tempels fand

Zusätzlich zur induktiven Methode habe ich vom vierfachen Kranz Luthers profitiert, der eine sehr einfache und anwendungsorientierte Bibelleseart anbietet. Das Christozentrische Bibellesen im Wissen um Gottes Gegenwart habe ich vor allem durch Vern S. Poythress Werk „Reading the Word of God in the Presence of God“ gelernt, dass auch im Wesentlichen für diese Arbeitsblätter prägend war. Wer weitere Elemente und Methoden der Hermeneutik in diese Arbeitsblätter einbauen möchte, wird sicher auch von Beynon/Sachs Hermeneutik-Primer „Tiefer graben“ profitieren.

Die Arbeitsblätter sollten den Umfang von 2 oder gar 3 Lerneinheiten von etwa 40-45 Minuten Länge anbieten. Dabei sind die Aufgaben so erstellt, dass man nach Bedarf einige Arbeitsblätter auswählt, so habe ich z.B. 4 davon mit 11-12 Jährigen durchgearbeitet. Ich denke aber, dass es vorteilhaft ist, wenn man bereits etwas älter, so ab 13 Jahren ist, wenn man diese Arbeitsblätter durcharbeiten möchte. Meine Überzeugen ist aber auch, dass man im Sinne der religiösen Mündigkeit ab 12 für die eigene Bibellesekultur verantwortlich ist.  Für den Leiter sollte es hilfreich und nötig sein, sich mit dem eigentlichen Text schon vor der Erarbeitung auseinanderzusetzen. Sicherlich ist es nicht nötig sämtliche Arbeitsblätter durchzuarbeiten und sollte hier frei wählen. Vielleicht ist in diesem Fall meine Predigt zur Heilung des Aussätzigen eine Hilfe.

Da sicher auch der Wunsch vorliegen wird, die Arbeitsblätter anzupassen, veröffentliche ich sie an dieser Stelle auch in .docx Format:

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