Worte des Heils(8): Die Midianiter und Gideons Berufung

Ich habe in einer Biographie über John Knox gelesen, dass die obige Aussage von Knox sich neben dem Reformationsdenkmal in Genf befindet. Auf jeden Fall wäre es ein Spruch, der auch gut zu Gideon passen würde. Dabei scheint Gideon weder ein geeigneter Kandidat für den Posten eines Richters zu sein, noch sich besonders durch einen großartigen Glauben auszuzeichnen. Aber Gottes Gnade übersteuert jeden Widerstand.

Constantijn van Renesse - Gideon and the Angel

Input zu Richter (2): Jesreel und Megiddo

In den Vorbereitungen zum Buch Richter, bin ich über ein sehr hilfreiches Werk in meiner Logos Bibliothek gestoßen: “Rose Then and Now Bible Map Atlas with Biblical Background and Culture”. Dazu gegriffen habe ich, als mich die vielen ungewöhnlichen Ortsnamen in der Schlacht von Debora und Barak gegen Jabin und Sisera irritiert haben. Ich habe es nicht bereut. Mir ist auch an dieser Stelle eine wachsende Eskalation im Buch Richter aufgefallen. Der Feind kommt immer näher. Während Othniel gegen Kushan Rishataim von “ganz weit weg”- Mesopotamien – zu kämpfen hat und Ehud Jericho (die erste Eroberung der Israeliten im Heiligen Land) von einem Nachbarvolk erobert, handelt es sich bei Jabin und Sisera um Kanaaniter. Diese beanspruchen das Kernland Israels, genauer das Tal Jesreel, DIE fruchtbare Gegend schlechthin in ganz Kanaan, das Mark des ganzen Landes, der Ort an dem die Milch wirklich fett und der Honig wirklich süß wird. Später sammelt Barak seine 10.000 Mann fassende Armee auf den Berg Tabor. Dieser sieht übrigens so aus:

Berg Tabor BW 1.JPG

Auch heute also intensiv landwirtschaftlich genutzt, die Gegend des Jesreel-Tals in der Nähe des Berges (oder eher Hügels) Tabor, durchflossen vom Bach Kischon, das so aussieht: „Input zu Richter (2): Jesreel und Megiddo“ weiterlesen

Worte des Heils (7): Ungewöhnliche Frauen und feige Männer in einem kosmischen Krieg – Richter Kapitel 4-5

Nun sind die Feinde also in das Kernland des verheißenen Landes vorgedrungen. Plötzlich nähren sich die Kanaaniter vom Milch und Honig des Landes, ausgerüstet mit einer endzeitlichen Kriegsmaschinerie. Doch Deborah ermutigt Barak, dem Herrn zu vertrauen. Der Glaube erweist sich hier als Türöffner für einen schnellen, fulminanten und unerwarteten Sieg. Der Feindliche General kommt dabei auf eine besonders schmähliche Weise um. Ach ja, natürlich mal wieder mit einem klassischen Gemälde, schön blutig:

Worte des Heils (6)

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Ich liebe die Geschichte Ehuds in besonderer Weise. Möglicherweise auch deswegen, weil unsere Kinder allesamt Linkshänder sind. Aber haben wir es in dieser Geschichte wirklich nur mit einem listigen Assassinen zu tun, oder hat die Erzählung auch mehr zu bieten? Um das zu erfahren, höre meinen Podcast:

Worte des Heils (5): Gott steht zu seinem Bund – Richter Kapitel 2

Heute habe ich über das zweite Kapitel nachgedacht:

Der Engel des Herrn erscheint und weist das Volk Israel auf den Bundesbruch hin. Hier ist ein Ausgangspunkt für das Verständnis des ganzen Buches der Richter. Entsprechend wird auch der Musterzyklus: Abfall-Bestrafung-Hilfeschrei-Befreiung erklärt, der die darauf folgenden Richter-Erzählungen durchzieht. Doch warum ist eigentlich das Volk derart verzogen? Überall entdecken die Israeliten Götzen, die sie nur allzu gerne anbeten möchten. „Worte des Heils (5): Gott steht zu seinem Bund – Richter Kapitel 2“ weiterlesen

Input zu Richter (1): Eskalation

God's Glory in Salvation through Judgment: A Biblical Theology (English Edition) von [James M. Hamilton Jr.]Derzeit möchte ich mich intensiver mit den Richtern auseinandersetzen. Dabei versuchte ich der Frage nachzugehen: Wann fängt Gottes Heilstat an? Erst als er den Richter schickt? Vielmehr fängt Gottes Errettung eigentlich dann an, dass er Israels Abfall einfach nicht gelingen lässt. Während die Kanaaniter offensichtlich ganz gut damit fahren, Baal und Astarte anzubeten, misslingt das den Israeliten völlig. Kaum wenden sie sich den Götzen zu, werden sie auch schon versklavt. Gott lässt es einfach nicht zu, dass sich seine Kinder von ihm abwenden. Im Buch Richter offenbart sich Gott als ein zuverlässiger und beharrlicher Vater. Israel kann Kanaan nur durch Gottes Hilfe halten und bewahren. Diesen Zusammenhang, dass die Errettung durch das Gericht gebracht wird, durchzieht die Bibel regelmäßig und ist auch Kern des Beitrags von James M. Hamilton zur Biblischen Theologie: God’s Glory in Salvation through Judgment.

Das Buch der Richter zeichnet sich nun durch zunehmende Verschlechterung des Zustandes des Volkes aus. Mit Josua zog man ins Land ein, doch eine Theokratie aufzubauen, daran scheitert man kläglich. Bei Hamilton habe ich diesen Hinweis gefunden, der die zunehmende Eskalation des Abfalls von Jahwe schildert (Abschnitt 2.3.3): „Input zu Richter (1): Eskalation“ weiterlesen

Worte des Heils (4): Lichtblicke aus Juda – Richter, Kap. 1

Adoni-Bezek wird für seine Grausamkeit bezahlt ( Holzschnitt von Hans Holbein)

Immer wieder durchzieht ein Fazit das Buch der Richter: “Zu der Zeit war kein König  in Israel, und jeder tat, was ihm recht dünkte” (Ri. 17,6; 18,1; 19,1; 21,25). Offensichtlich unterstreicht dieses Buch die Notwendigkeit eines Königs, der aus dem Stamm Juda kommen soll und viel geeigneter dafür wäre als ein Ephraimiter, oder – Gott bewahre –  ein Daniter oder ein Benjaminiter. Im Idealfall sollte der König Gott selber (Vgl. Ri 8,23) oder zumindest der von ihm gesandte Messias sein. Man spürt diese gottgefällige Herrschaft später im Leben Davids, doch von einem “Reich Gottes” ist man auch in seinem Fall noch weit entfernt. Dennoch zeigen vor allem einige aus dem Stamm Juda eine Gier nach den vollen Verheißungen Gottes. Darunter:

  • Kaleb, der auch im hohen Alter mutig auf die Kanaaniter einschlägt
  • Achsa, die Tochter Kalebs, die “gierig” ist nach dem Segen: “Gib mir eine Segensgabe” (Ri. 1,15)
  • Die Keniter (entfernte Verwandte Mose, ein uraltes, wahrscheinlich farbiges Volk), die sich dem Stamm Juda anschließen (und dafür die verfluchte Palmenstadt Jericho verlassen)
  • Othniel, der als einziger (der größeren) Richter mit einer einwandfreien Beziehung und einer “sauberen” Regierung geschildert wird

Worte des Heils (3): Der Herr erweckte ihnen einen Heiland

Die Blendung Simsons (Rembrandt van Rijn)

Heute möchte ich darüber nachdenken, wie zentral der Gedanke eines rettenden Gottes im Buch Richter ist. Dabei zeichnet sich das Volk vor allem durch Bundesbrüche aus. Doch unterschiedliche “Heilande”, oder Richter werden berufen. Der Ablauf, der die Erzählungen prägt, ist dabei immer identisch: Das Volk wendet sich vom Herrn ab, der Herr bestraft das Volk, es ruft zum Herrn, und der Herr beruft Richter, die die Erlösung bewirken. Doch schon bald ist das Volk erneut abgefallen, zumeist tiefer als davor. Ein Teufelskreis? Dem hält Gottes Wort entgegen, dass es dem HERRN nicht schwer ist, durch viel oder durch wenig zu helfen (zu retten) (Vgl. 1. Sam. 14,6).

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