War es richtig, dass Hiskia um Gesundheit bat?

Hiskia zeugte Manasse. Manasse zeugte Amon. Amon zeugte Josia.“ (Mt. 1,10)
Dreimal berichtet uns das Alte Testament von Hiskias Krankheit (2. Chronik 32; 2. Könige 20 und Jesaja 38). Bekannt ist, dass Hiskia, nachdem er „todkrank“ (2. Chronik 32,24) wurde, den Herrn um Gesundheit bat.
Ich habe bisher zwei Argumente gehört, dass Hiskia „hätte bedenken müssen, um was er bittet“:
1) Es passiert erst nach seiner Genesung, dass er törichterweise babylonischen Kundschaftern Jerusalems Reichtümer offenlegt. Diese Fehlentscheidung sollte bei den Babyloniern die Eroberungssehnsucht wecken. Wäre Hiskia doch bloß davor gestorben (?).
2) Ohne Hiskias längeres Leben,  gäbe es nicht die furchtbare, lange Terrorherrschaft seines gottlosen Sohnes Manasse, der erst nach der Genesung Hiskias gezeugt wurde. (vgl. 2 Chr. 33,1: „Manasse war zwölf Jahre alt, als er König wurde; und er regierte fünfundfünfzig Jahre zu Jerusalem“)
Beide Argumente halte ich für problematisch:
1) Die Gebetserhörung um längeres Leben war ein Wunder und wurde mit einem Zeichen bestätigt. Der Zeiger der Sonnenuhr bewegt sich „zehn Stufen“ zurück (Vgl. Jesaja 38,8). Gott unterstrich damit, dass er Hiskia heilen will. Und von Gott kann uns sicher nichts schlechtes kommen! Es ist unmöglich, dass Gott uns mit einer Gebetserhörung nur ärgern will oder einen Stein des Anstoßes schickt. Anders kann ich Jak. 5,17 nicht verstehen, als dass es bei Gott keine Veränderung gibt und alle gute und vollkommene Gabe von ihm kommt. 
Das Argument, „hätte Hiskia doch lieber gebetet, dass Gott ihn in sein reich nimmt, wenn es sein Wille sei“, spielt das Wunder runter, dass hier stattfand. Gott sendet bewusst einen seiner besten Propheten um Gottes Einwirken in Hiskias Genesung zu bestätigen. Ich glaube, wir würden viel weniger darüber reden, „wie wir recht „dein Wille geschehe“ beten“, wenn uns klar würde, dass jede Gebetserhörung ein Wunder Gottes ist.  –> Die Lektion aus Hiskias wundersamer Genesung ist sicher nicht „Prüfe um was du bittest“ sondern „seht welch wundersame Gebetserhörungen unser Gott liefert“. Dieser Gedanke wird im Übrigen, bedenkt man auch die wundersame Zerstörung der Assyrischen Belagerungsmächte, mehrfach in der Erzählung um Hiskia unterstrichen.
2) Woher wissen wir aber mit größter Gewissheit überhaupt, dass diese Erhörung im „Einklang mit Gottes Willen“ war? Nun: Ohne den Saukerl Manasse gebe es schließlich keinen Amon, keinen Josia und später schließlich auch  keinen Jesus. Wie aber sollte sich dann Gottes Verheißung erfüllen, dass Davids Nachkommen einen ewiglich bestätigten Thron besitzen sollen (vgl. unter anderem 2. Sam. 7,16 ,1 Chr. 17,12-14, 1. Chr. 22,10; 2. Chr. 9,8; Ps. 89,30)?
Ich bin verwundert darüber, dass man in Hiskias Gebet nicht diese Rote Heilslinie entdeckt, die zu Christus führt. Die Erhaltung dieser Linie steht doch nicht nur bei Hiskia auf der Kippe. Schließlich gelang es einige Jahre zuvor beinahe einer Tochter Isabels, den verheißenen Samen zu zerstören, doch ein Priester rettete einen kleinen Jungen:  Joas. Sowohl Samuel/Könige wie auch die Chronike Bücher sind immer wieder bemüht die Erhaltung der „roten Blutlinie“ auszuarbeiten.
Darum ist Hiskias Gebetserhörung so wichtig.
Fazit: Hiskias Geschichte zeigt uns, dass der verheißene Same wirklich ein verheißener Same ist. So wie Gott Thamar gebraucht, um Judas „Erbselbstmord“ zu beenden, so gebraucht er Jojada und Joscheba und Joasch zu retten. Und So greift Gott auch in Hiskias Bitte ein und diese Bitte ist außerordentlich in seinem Willen, nicht wegen Manasse, sondern wegen unserem Messias Jesus Christus, dem Sohn Davids, dessen Herrschaft wirklich kein Ende kennt.

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