“Seiner Finger Werk ist wunderbar”

Zuletzt bot sich mir die Möglichkeit, Paul Mathis, dem Verantwortlichen des Magazins schoepfung.info, einige Fragen zu stellen. Mich fasziniert, was einige (junge) Christen ehrenamtlich und kostenfrei auf die Beine gestellt haben. Dazu gehört auch die Organisation der kreatikon. Die Zeitschrift kann hier abonniert werden (Ich denke, man darf entsprechend über eine Unterstützung nachdenken (hier ganz unten)). Die bisher erschienen Artikel lassen sich online ansehen. Zu empfehlen dürften dabei besonders die Interviews sein.

S.P.:  Welche Absicht(en) verfolgt ihr mit eurem Magazin?
Paul Mathis (P.M): Wir wollen Gott die Ehre geben, indem wir ihn als den Schöpfer groß machen. Seiner Finger Werk ist wunderbar, und wenn man Sein Werk bestaunt oder erforscht, wird man froh (Ps 8,4 und 111,2). Dadurch sollen Christen im Glauben gestärkt werden und Nicht-Christen zum Glauben angeregt werden. Wir wollen das unumwundene Vertrauen in die Bibel vom ersten bis zum letzten Satz stärken; und da die Bibel sowohl mit einer Schöpfungsgeschichte anfängt als auch aufhört und beides in der heutigen, scheinbar wissenschaftshörigen Zeit stark angefochten wird, setzen wir hier an und informieren über die Schöpfung – schöpfung.info eben. Das tun wir dreimal im Jahr mit unserem kostenlosen Print-Magazin, aber gleichzeitig veröffentlichen wir auch alle Artikel aus der Zeitschrift und darüber hinaus auf unserer Webseite www.schöpfung.info, wo man das Magazin abonnieren kann.


S.P: Warum ist es wichtig sich mit dem Thema Schöpfung auseinander zu setzen?
P.M: Eine Untersuchung der Bibelstellen, wo Gott als Schöpfer in Erscheinung tritt, ergibt die Notwendigkeit für die Gemeinde: Gottes Autorität wird aus seinem Schöpfungshandeln abgeleitet (z.B. Ps 33,6-9). Unser Gottvertrauen basiert auf dem Schöpfungshandeln Gottes (z.B. 1Petr 4,19). Sobald ein ungläubiger Mensch mit Gott bekannt gemacht werden muss, tritt Gott zuerst als Schöpfer aller Dinge in Erscheinung (Jer 10, Apg 17,23-24), es ist also unabdingbar für die christliche Mission. Ein Gottesbild ohne die Betonung der Schöpferkraft Gottes wäre verzerrt. Und faule Kompromisse der Gemeinde auf dem Gebiet der Schöpfung wie z.B. „Gott schuf durch Evolution“ bringt eklatante theologische Schieflagen mit sich (z.B. „Tod vor der Sünde“ im Widerspruch zu Röm 6,23 und dem ganzen Erlösungswerk Christi). Ein festes Fundament für die Gemeinde ist also außerordentlich wichtig. Wenn das Fundament, die biblische Lehre von der Schöpfung, auf dem die ganze christliche Lehre aufbaut, beschädigt ist, stürzt auch der Rest des Gebäudes ein. Eine ausführliche Untersuchung dieser Thematik findet sich im Grundsatzartikel „Warum Schöpfung?“.

Eine weitere Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit diesem Thema ist der Blick nach außen, in die Welt. Das von der Bibel als selbstverständlich vorausgesetzte Axiom der Existenz Gottes als Schöpfer ist der heutigen säkularisierten Gesellschaft ziemlich abhandengekommen. Man muss die gottlosen Denksysteme dieser Welt, auch in Deutschland, wie im Heidentum bekämpfen: durch die Verkündigung eines real existierenden Schöpfergottes, auf den die Schöpfung in allen ihren Facetten überdeutlich hinweist, sodass „sie keine Entschuldigung haben“ (Röm 1,20).

Schließlich ist die Apologetik, die Verteidigung des eigenen Glaubens vor dem eigenen Inneren und den ungläubigen Menschen eine weitere Notwendigkeit unserer Tage (1Petr 3,15). Das säkulare weltanschauliche Denksystem mit Urknall und Evolution gilt als wissenschaftlich erwiesen und wird daher größtenteils vertreten, sodass der eigene Glaube angefochten wird und sich die Menschen allgemein nicht mehr einem göttlichen Gericht verantwortlich fühlen. Zu zeigen, dass die biblische Weltanschauung dem wissenschaftlichen Befund in vielen Hinsichten besser entspricht sowie das Aufzeigen der Schwächen und Widersprüche des säkularen Denkens ist eine Hauptaufgabe des Kreationismus (2Kor 10,5).

S.P.: Eure Hefte haben sehr allgemeine Themen, Wasser, Licht, Himmel… Warum?
P.M.: Das hat einen biblischen Grund: wir arbeiten uns durch die Schöpfungswoche. Die Ausgaben des Magazins richten sich der Reihenfolge nach an den markanten Bereichen der fortschreitenden Schöpfung im ersten Kapitel der Bibel, angefangen vom Wasser (Ausgabe #1, 1Mo 1,2), über das Licht (#2, 1Mo 1,3), den Himmel (#3, 1Mo 1,8), die Erde (#4, 1Mo 1,10), das Gewächs (#5, 1Mo 1,12), dann die Himmelskörper Sonne (#6), Mond (#7) und Sterne (#8, alle 1Mo 1,16), die Ausgabe, an der wir aktuell arbeiten. Wie es nach dieser Serie weitergeht, wissen wir noch nicht, aber es gibt schon erste Ideen. Wir sind mit der Schöpfungswoche aber noch eine gute Zeit beschäftigt.

S.P.: Wie viel Arbeit steckt ihr pro Ausgabe rein?
P.M.: Das ist schwierig zu beziffern. Zunächst müssen Artikel übersetzt oder selbst geschrieben werden, es ergeben sich auch manche Kontakte zu etablierten Autoren auf dem Gebiet. Dann stecken wir ziemlich viel Arbeit ins Design, suchen entsprechende Fotos, entwickeln grafische Konzepte für ein “Leseerlebnis”: wir versuchen, unserem Magazin eine kreative Note zu geben, sodass wir vom gewohnten “Text in Spalten und dazu ein paar Bilder” bewusst abweichen, um der Präsentation des Themas Schöpfung etwas gerechter zu werden. Dadurch ist vielleicht manchmal der Lesefluss etwas gestört, und der Leser muss ein wenig suchen, wo es weitergeht, das handhaben wir aber bewusst so, um die Augen über die Seite streifen zu lassen und die präsentierte Schönheit von Gottes Schöpfung staunend aufzunehmen. Ein weiteres Merkmal in unserem Konzept sind die “Info-Bubbles”, wie wir sie intern nennen. Die bunten Kreise im Magazin enthalten interessante Infos, die nicht unbedingt Teil des Artikels sind, aber thematisch passen. Das kostet natürlich auch einiges an Recherche und Formulierung. Wenn das Dokument fertig designt und lektoriert ist und fertiggedruckt bei uns eintrifft, verpacken wir jede der etwa 1000 Postsendungen manuell und schicken sie auf die Reise.

S.P.: Was war bisher die schönste und die „schlimmste“ Rückmeldung/Reaktion?
P.M.: Wir haben einige Feedbacks erhalten, die uns klarmachten, dass Menschen schon seit Jahren auf so eine Zeitschrift gewartet haben und im Glauben gestärkt werden. Eine christliche Schule (wir beliefern alle christlichen Schulen in Deutschland proaktiv) hat die Zeitschrift abbestellt mit dem Hinweis, dass sie Papiermüll vermeiden wollen. Das war schon bitter.

S.P.: Wo seht ihr eure Zeitschrift in 10 Jahren?
P.M.: Das steht bei Gott. Wir hoffen natürlich, dass wir auch weiterhin genügend Enthusiasmus aufbringen, die Zeitschrift langfristig fortzuführen. Wir hoffen, dass sich die Anzahl der Leser vervielfältigt und dass unsere rein spendenbasierte Finanzierung auch dann noch funktioniert. Neben der Zeitschrift haben wir zusammen mit dem BibelCenter Minden ja auch die Schöpfungskonferenz kreatikon ausgerichtet. Wenn Gott will, soll sich diese auch als feste Veranstaltung etablieren.

S.P.: Vielen Dank für das Gespräch

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