“Dann werde ich an euch vorübergehen” -Anleitung für eine Passah-Feier

Ostern 2021 bleibt wie Ostern 2020 ein besonderes Jahr, erneut ohne Gemeinschaft der Heiligen und Präsenzgottesdiensten. Das nimmt unser Autor Viktor zum Anlass, um für eine Passah-Feier zu werben, wie sie gefeiert wurde. Aus ausführlichen Recherchen und einem Selbsttest Ostern 2020 ist diese umfangreiche Anleitung entstanden, die einen jeden ermutigt, dieses Jahr Passah so zu feiern, wie es gedacht war.

Ein Gastbeitrag von Viktor Zander:

…Warum denken wir, dass es trotzdem eine gute Idee ist, bspw. im Kreis der Familie oder mit Freunden Passah zu feiern?

So richte euch nun niemand wegen Speise oder Trank oder betreffs eines Festes oder Neumondes oder Sabbats, die ein Schatten der künftigen Dinge sind, der Körper selbst aber ist des Christus. Um den Kampfpreis soll euch niemand bringen, der … nicht festhält das Haupt, von dem aus der ganze Leib, durch die Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengefügt, das Wachstum Gottes wächst. (Kol 2,17-19)

Gottes Wort sagt, dass die Feste des Alten Testaments „Schatten der künftigen Dinge sind“ und als solche auf den hinweisen, der den Schatten wirft: auf den Messias Jesus.

Euer Rühmen ist nicht gut. Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja bereits ungesäuert seid! Denn auch unser Passahlamm, Christus, ist geschlachtet. Darum lasst uns das Fest feiern, nicht mit altem Sauerteig, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit Ungesäuertem der Lauterkeit und Wahrheit! (1Kor 5,6-8)

Das, was Paulus in V. 8 betont, ist das innere Feiern von Passa, die Erfüllung in Christus. Das ist es, worauf es ankommt. Buchstäbliche Feiern sind weder verboten noch geboten. Folgendes wird aus der Stelle jedoch sehr deutlich: Das Passah-Lamm aus dem Alten Testament wird hier auf atemberaubende Weise mit Jesus gleichgesetzt. Dafür bin ich sehr dankbar!

Das ist die Grundlage dafür, dass wir das Passah feiern. Die Feste aus dem Alten Testament sind Schatten, die auf Jesus hinweisen. Insbesondere das Passah-Fest eignet sich hervorragend dazu, Jung und Alt für den Messias und sein Erlösungswerk zu begeistern. Die Geschichte Israels ist auf erstaunliche Weise zu einem bestimmten Zweck von Gott „designt“ (vgl. 1Kor 10). Sie soll uns helfen, das Erlösungswerk Jesu völlig zu erfassen, breiter, länger, höher und tiefer zu verstehen (vgl. Eph 3,14-21)….

Für die Vorbereitung habe ich drei Texte erstellt, die ihr gerne downloaden, ausdrucken und auch verbreiten dürft. Nach der Feier dürft ihr gerne über eure Erfahrungen berichten!

  • Gesamtablauf, einschließlich aller gesprochenen Texte und der vollständigen Liturgie
  • Handout für die gemeinsam gesprochenen Texte
  • ITEM-Liste: Alles was ihr für die Feier braucht, gebündelt und übersichtlich für die Vorausplanung.

 

Audio: Martin Luthers Predigt am Ostersonntag in Coburg

Diese Predigt hielt Martin Luther am Ostersonntag den 17.04.1530 in Coburg. Luther hielt sich in dieser Zeit in Coburg auf, um möglichst nah an den Religionsgesprächen dabei zu sein, die in Augsburg stattfinden. Er selbst kann nicht nach Augsburg reisen, da er unter Reichsacht steht. So blieb Luther fast sechs Monate in Coburg. Er selbst berichtet: „Es ist ein überaus reizender und für Studien geeigneter Ort.“ Der Predigttext wurde der Weimarer Ausgabe der Luther Werke Bd. 32, Kap. 7 (s. 39-47) entnommen und geringfügig sprachlich angepasst (download als .pdf).

Liebe Freunde, ihr habt oft die Begebenheiten gehört, die sich an diesem Tag, an dem Christus auferstanden war, begeben haben und wisst, wie die lieben Jünger Christi und die Frauen zu der unerwarteten Freude, an die sie nicht einmal zu denken hofften, gekommen sind. Die gleichen Begebenheiten sollte man wohl noch ausführlicher erklären, obwohl es noch viele zu finden gibt, die zu gerne klug werden und sich dünken lassen, sie kennen diese und der gleichen Begebenheiten ganz gut und warten und harren auf etwas Neues. Doch wollen wir uns, liebe Freunde, schicken, als die es noch nicht wissen und wollen sagen, warum solche Begebenheiten geschehen und wozu sie uns nützen. Es ist eine sehr schlechte Kunst, solche Geschichten zu kennen und darüber reden zu können, wenn man nicht weiß, wozu sie mir und dir nützen und dienen. Denn das alles ist darum geschehen, dass uns allen dadurch geholfen und geraten werde.

Das ist auch denn die Ursache, warum Paulus so ausführlich von diesen Geschichten predigt und rühmt, dass es ein Triumph sei und gegen Sünde, Tod, Teufel, Hölle und alles Übel siege (Kol. 2,15). Das man Christus also ansehe, dass er solches nicht getan habe um seiner selbst willen, sondern man muss solche Geschichten von seinem Nutzen für andere und unser aller Nutzen preisen. Er durfte ja Nichts sein, er hätte wohl verklärt werden können; eine solche Auferstehung, wie er genau das selbst bewiesen hat auf dem Berg Tabor, da er sich nur seinen Jüngern verklärte. Aber er hat diese Weise darum für sich genommen, damit er uns damit diente. Am Karfreitag hat er angefangen und ist an unsere Stelle getreten und hat dem Teufel ein solches Bild unter die Nase gehalten, dagegen er anlaufen sollte.

Denn der Teufel ist ein Fürst des Todes, dass er die Leute würgen, in Sünde und Hölle werfen kann. Darum wird er zu Recht ein Fürst der Sünde und des Todes genannt, denn er hat das Handwerk so lange getrieben, dass ihm niemand widerstehen noch entlaufen kann oder möchte. Darum wurde er auch sehr stolz und mutig. Da kam nun unser lieber Herrgott und legte ihm einen Bissen vor, an dem er sich tot beißen sollte und schickte Christus auf die Erde ins Fleisch. Aber der Teufel bedachte das alles gar nicht, dachte nur, er wollte auch ihn bald auffressen. Steckt ihn erst in die Sünde, dass er verurteilt und gerichtet wurde, wie ein Aufrührerischer, wie denn solches auch der Titel aufzeigt, der über das Kreuz geschlagen war. Da muss er sterben wie ein verzweifelter aufrührerischer Bösewicht, der sich unterwunden hat, das ganze römische Reich anzugreifen und an sich zu reißen. Darum meint der Teufel, er habe ihn gewiss und wolle ihn auch erwürgen, wie er denn tut. So er ihn nun also hingerichtet hat, meint er, er müsse nun ewig in einem solchen Tod bleiben. Was aber geschieht? Christus steht unversehens auf von den Toten und tritt Teufel mit Sünde, Tod und Hölle unter die Füße und wird so ein Herr über Teufel, Sünde und Tod. Er tut solches auch nicht mit Gewalt, sondern hat das Recht dazu, dass ihm auch der Teufel selbst solches muss recht geben. „Audio: Martin Luthers Predigt am Ostersonntag in Coburg“ weiterlesen