Eine Erinnerung an Viktor Fades Leben und Sterben!

Am morgen des 08.01.2021 ist ein guter, beinahe väterlicher Freund von mir nach drei Jahren heftigen Krebsleidens heimgegangen.  Ich kenne Viktor schon seit mehr als 20 Jahren und kannte seine eiserne Konstitution und einen nahezu unbrechbaren Eigenwillen. Als er sich in der Fortbildung zum Klavierbaumeister langweilte, übersetzte er die Bibel vom Englischen ins Deutsche. Einfach um sowohl Englisch, wie Bibel besser kennenzulernen. Einmal beschloss er 40 Tage am Stück zu fasten und zog es durch. Jahrelang stand er immer (obwohl er es nicht nötig hatte) um 5 Uhr morgens auf, um die Zeit mit Bibellesen und Gebet zu verbringen. Ich möchte mit diesen Aussagen keine Hagiographie betreiben und könnte auch über einige Reibereien mit ihm berichten. Was mich aber in besonderer Weise fasziniert, war sein standhaftes Ausharren in Zeiten einer langen und besonders grausamen Krankheit. Ein seltener, aggressiver Krebs griff Bauchdecke und Gedärme an. Die folge war, dass er zunehmend abmagerte, während der Bauch sich gleichzeitig ins unermessliche aufblähte. “Ich sehe aus wie eine Schwangere”, pflegte er zu scherzen.

Ich habe ihn in dieser Zeit mehrfach besuchen können und immer war er es, der den Trost un den Zuspruch vermittelte. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Früher wohnten wir in der Nähe eines Kreiskrankenhauses und ich hatte die Möglichkeit viele Schwerstkranke zu besuchen. Viele, auch Christen, nehmen Verbitterung, Materialismus, Machtkämpfe und Enttäuschungen mit bis ans Sterbebett. Ich empfand und empfinde das immer als Herausforderung. Wie ich anders sterben kann, habe ich mir sehr häufig gefragt

Um ehrlich zu sein, wird mir Viktors Hoffnung und Freude bis zur letzten Lebensstunde wohl immer auch ein Geheimnis bleiben. Dabei hatte er durchaus einige Gründe zu verzweifeln. Ein dubioser Druck durch die Ortsgemeindeleitung blieb eigentlich bis zum letzten Tag bestehen. Sein jüngster Sohn einer großen Familie ist 8 Jahre alt. Aber Viktor warf seine Hoffnung ganz auf die Gnade (1. Pet. 1,13). Ich möchte mit euch eine Botschaft teilen, die er wenige Stunden vor seinem Heimgang mit seinen Kontakten geteilt hat.  Es ist eine Botschaft der Freude und des Siegs des Evangeliums. Sie gibt mir Trost im Angesicht meiner eigenen Sterblichkeit.

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