Masturbation als Feind der Mission

John Piper

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Masturbation ist das Erlangen des sexuellen Höhepunktes durch Selbststimulation. Praktisch jeder Mann und fast ebenso viele Frauen haben Erfahrung damit. Die meisten alleinstehenden Männer praktizieren es regelmäßig.

Hindernis zum Gehorsam

Niederlagen auf dem Gebiet sexueller Lust sind mit die Haupt-Hindernisse für junge Menschen, um dem Ruf Gottes in den vollzeitlichen Dienst zu folgen. Ein Teenager hört den Ruf und sieht sich herausgefordert, sich der Sache der Weltevangelisation hinzugeben. Er fühlt sich durch den Heiligen Geist dazu angetrieben. Er spürt die freudige Erregung, dem König der Könige in die Schlacht zu folgen. Aber er gehorcht nicht, weil er regelmäßig masturbiert. Er fühlt sich schuldig. Er kann sich einfach nicht vorstellen, mit einem hübschen Mädchen über das ewige Schicksal seiner Seele zu sprechen, weil er so oft Mädchen in seiner Fantasie ausgezogen hat. Darum fühlt er sich unwürdig und unfähig, dem Ruf Gottes zu folgen. Masturbation ist zum Feind der Mission geworden.

Ist es denn falsch?

Ist Masturbation falsch? Ich wende mich hier hauptsächlich an Männer. Ich kann mir keine sexuelle Erregung in den Lenden ohne sexuelle Bilder im Kopf vorstellen. Zwar gibt es den nächtlichen Samenerguss, den ich als unschuldig und hilfreich ansehe, aber ich glaube kaum, dass ein Orgasmus ohne einen sexuellen Traum zustande kommt, der dem Kopf das dafür nötige sexuelle Bild liefert. Offensichtlich hat Gott den Orgasmus mit bildhaften sexuellen Vorstellungen so verknüpft, dass Kraft und Vergnügen des Orgasmus von den Gedanken oder Bildern in unserem Kopf abhängen. Deshalb ist es zum Masturbieren unumgänglich, lebhafte, erregende Bilder oder Gedanken zu erzeugen, entweder durch reines Fantasieren oder durch Bilder oder Filme oder Geschichten oder echte Personen. Diese Bilder bedingen Frauen als sexuelle Objekte. Ich gebrauche den Ausdruck „Objekt“, weil eine Frau nur dann ein echtes sexuelles „Subjekt“ unserer Fantasie sein kann, wenn sie auch in der Realität diejenige ist, mit der wir das erfahren, was wir uns vorstellen. Beim Masturbieren ist das nicht der Fall.

Ich stimme also gegen Masturbation. Es mag noch mehr Gründe geben, warum es falsch ist. Aber im Moment stütze ich mein Argument hauptsächlich auf die unausweichlichen sexuellen Bilder, die mit Masturbation einhergehen. Die sexuellen Vorstellungen, die Masturbation erst ermöglichen, helfen keinem Mann, Frauen mit mehr Respekt zu behandeln. Deswegen sind die dadurch hervorgerufenen Schuldgefühle echt und berechtigt und stehen dem Gehorsam im Wege.

Wenn du damit kämpfst, fasse Mut!

Drei Ermutigungen für Single-Männer:

  1. Du stehst in diesem Kampf nicht allein.
  2. Hin und wieder in diesem Bereich zu fallen, disqualifiziert dich genauso wenig vom Dienst wie gelegentliche Ungeduld (was auch eine Sünde ist).
  3. Strebe nach der Kraft einer neuen Liebe und Hinwendung, die in der Lage ist, die alte auszutreiben. Letzten Donnerstag bin ich an einer ganzen Abteilung von „Bildbänden“ im Walker Art Center in Minneapolis vorbeigegangen. Dabei hat mich ein höheres Vergnügen stark gemacht: Zu spüren, wie Christus die Versuchung zum Hinsehen besiegt.

John Piper (@JohnPiper) ist Gründer und Lehrer von desiringGod.org und Rektor des Bethlehem College & Seminary. 33 Jahre lang war er Pastor der Bethlehem Baptist Church in Minneapolis, Minnesota. Er ist Autor von mehr als 50 Büchern, darunter Desiring God: Meditations of a Christian Hedonist und zuletzt Providence.

Artikel übersetzt von Ruth Metzger, mit freundlicher Genehmigung von Desiring God

 

 

 

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