Füllt euer schwermütiges Herz mit dem Himmel

Ein Artikel von Michael S. Lundy. Erschienen am 11.09.2019 auf DesiringGod.org unter dem Titel: „Fill Your Heavy Heart with Heaven“. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von DesiringGod. Download als .pdf.

Richard Baxter - WikipediaRichard Baxter, der englische puritanische Pastor des siebzehnten Jahrhunderts, zudem eine Zeitlang als Laienarzt tätig, war mit den Leiden seiner Gemeindemitglieder wohl vertraut. Sein Rat an Christen, die an akuten oder chronischen Ängsten und Depressionen leiden, ist heute noch genauso relevant und nützlich, wie vor 400 Jahren, als er ihn niederschrieb.

Baxter wusste, dass Verzweiflung und Angst aufgrund ungewöhnlicher Umstände, Schwierigkeiten in wichtigen Beziehungen und aus anderen Gründen, dringend werden können. Diese Gefühle können auch physische Ursachen besitzen, die Baxter als medizinische Fehlfunktionen erkannte. Er bot depressiven und verängstigten Christen in unterschiedlichen Situationen, Menschen, mit milden und harten Symptomen, großzügig Rat an.

Baxters Ratschläge konzentrieren sich vor allen auf unsere Gedanken über Gott und darauf, wie falsches Denken über Gott Depressionen und Ängste verursachen oder verstärken kann. Er zeigt auch, wie eine Korrektur unserer Gedanken und Verhaltens uns helfen kann, mit mehr Gnade unsere herausfordernden Situationen ertragen und schließlich auch Befreiung davon erfahren können. Hier nun einige Beispiele von Baxters besonderen Ratschlägen für die, die mitten in Angst und Verzweiflung stecken. „Füllt euer schwermütiges Herz mit dem Himmel“ weiterlesen

Genügt die Bibel für seelsorgerliche Beratung?

Genügt die Bibel für seelsorgerliche Beratung?

Ein Artikel von Ed Welch. Erschienen am 23.10.2019 unter dem Titel: „Is Scripture Sufficient for Counseling?” bei CCEF. Übersetzt von Ruth Metzger.

“Sie verwenden einfach nur die Bibel.” So habe ich Leute über biblische Seelsorge reden hören. Eigentlich würde ich über diesen Kommentar gar nicht weiter nachdenken, gäbe es da nicht zwei Dinge. Erstens wollen sie uns damit nicht anerkennend auf die Schulter klopfen; das verrät das Wort „einfach“. Würden sie sagen: „Sie verwenden die Bibel”, würde ich mich ermutigt fühlen und es dabei belassen, aber das will man damit nicht aussagen. Und zweitens führt uns diese Frage zu der größeren Frage nach der Reichweite der Schrift. Genügt die Heilige Schrift? Und wenn ja, was bedeutet das? „Genügt die Bibel für seelsorgerliche Beratung?“ weiterlesen

20 Jahre irritierende Vaterlosigkeit

Dieser Artikel ist der zweite Teil einer Trilogie eines Rückblicks. Der erste Teil findet sich unter: 10 Jahre unverdiente Treue.  Mit dieser Reflexion will ich meine eigenen Motive udn Antriebe besser verstehen. Was treibt meinen Puls?

Kein schöner Land?!

Kasachstan, das Land in dem ich 1989 geboren wurde, ist definitiv mein Traumland. Meine ersten 8 Lebensjahre verbrachte ich dort. Ich erinnere mich an die bibbernde Kälte des Winters und an die sengende Sonne des kurzen heißen Sommers. Irgendwie schafften wir es als Kinder, die ganze Zeit draußen zu verbringen. Die ersten Jahre nach der Perestroika waren hart, Strom gab es nur nachts, bezahlt wurde man in Naturalien, gleichzeitig lagen große politische und wirtschaftliche Änderungen in der Luft. Wir Kinder verstanden davon reichlich wenig. Ich liebte dieses Land. Die Freiheit, diese gigantische Steppe, in der man in keiner Richtung auch nur ein Häuschen sah. Nur ganz weit weg,  einen einsamen Kuhhirten. Den ganzen Sommer hindurch tummelten wir uns im Park, pinkelten an die Mauern einer alten sowjetischen Getreidemühle, fingen am Fluß Frösche und Blindschleichen und winkten den vorbeifahrenden sowjetischen Dampflocks zu. Definitiv positiv ist auch meine Erinnerung an meinen Vater. Irgendwie war er Genie und Wahnsinniger zugleich, vielleicht beschönigt ihn aber auch nur meine Erinnerung.

Womöglich ist meine Erinnerung an meinen Vater genauso idealisiert, wie die an Kasachstan. Mein Vater war unfassbar sportlich, muss ein extrem guter Didakt, aber ein furchtbarer Landwirt gewesen sein. Auf jeden Fall brachte er mir zwar schon mit 4 Jahren lesen, schreiben und Artithmetik bei, aber im Stall verbrachte vor allem die Mutter die Zeit. Vor allem aber war er Alkoholiker. Die letzten zwanzig Jahre habe ich immer versucht jedes Stückchen Erinnerung an ihn wach zu halten. In dieser bleibt immer diese Irritation: Einerseits ein Vater, der mir vor dem zu Bett gehen stundenlang Geschichten erzählte, mich bei Spatziergängen immer auf den Schultern trug und mit einer eselsgeduld meine zahlreichen Fragen beantwortete. Mit mir den Weltatlas genauso bestaunte, wie eine russische Übersetzung von Brehms Tierleben. (Als ich viele Jahre später meinen Geburtsort besuchte, ging ich in die Bibliothek um mir von dieser diesselben Band abzukaufen.) Andererseits ein Vater im Kontrolverlust. Kaum trank er  zuviel, redete er nur noch wirr und handelte unvernünftig. Eines Tages betrank er sich bei seinen Freunden, zu denen er mich auch mitnahm, so sehr, dass er auf dem Rückweg mitten im Schnee bei -20°C einschlief. An alles, ob Licht ob Schatten, habe ich nur eine kindliche, vielleicht kindische Erinnerung. manchmal versuche ich diesen Filter gegenzurechnen, um einen besseren Rückblick zu bekommen,aber das will mir nicht gelingen. „20 Jahre irritierende Vaterlosigkeit“ weiterlesen

Worte des Heils (1): Eine unerwartete Begegnung

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Die unerwartete Enwicklung in unserem Land drängt mich dazu, mehr auf Audio-Beiträge umzusteigen. Mit Gottes Hilfe möchte ich nun zwei mal wöchentlich jeweils einen Podcast von 10 bis 15 Min Länge veröffentlichen den ich gerne mit jedem Teilen möchte. Weitergeben ist explizit erwünscht. Rückmeldungen, Fragen und Kritik sind auf allen Kommunikationswegen ebenfalls gewünscht. In der ersten Folge möchte ich in aller Kürze über Luk. 5,1-11 nachdenken: Der wundersame Fischzug des Petrus. Meine Motivation: Ich glaube einfach, dass das Evangelium der wunderbarste TROST ist, denn man auf dieser Erde erleben kann. Hier gibt es eine Anleitung wie man meinen Podcast abonnieren kann.