Möge sie IHN immer mehr lieben!

Autor: Bobby Scott, Titel: “May She Always Love Him More – The Prayer of Every Christian Husband” Veröffentlicht am 17.04.2020,  Übersetzt von Simon Klippenstein mit freundlicher Genehmigung von Desiring God (download .pdf).

Wenn du deine Frau mehr lieben willst, lerne es, sie dich weniger lieben zu lassen – weniger, als sie Jesus liebt. Jesus erklärt ganz klar: “Wer Vater oder Mutter mehr lieb hat als mich, ist meiner nicht würdig; und wer Sohn oder Tochter mehr lieb hat als mich, ist meiner nicht würdig (Matthäus 10,37, CSV)”. Ohne es ausdrücklich zu erwähnen, enthält die Liste Jesu offensichtlich auch Ehemänner und Ehefrauen (und alle anderen Beziehungen).

Wenn ich ehrlich bin, habe ich es gehasst, im Leben meiner Frau an zweiter Stelle zu stehen. Ich hatte mit Eifersucht zu kämpfen wegen der Zeit, die sie mit unseren sechs Kindern verbrachte, wegen ihrer Verpflichtungen im Dienst, und ja, es ist mir peinlich, das sagen zu müssen, sogar wegen ihrer Zeit in inniger Gemeinschaft mit dem HERRN. Obwohl ich schon länger Pastor bin, als ich verheiratet bin (26 Jahre!), hatte mein Egoismus eine scheinbar endlose Fähigkeit, Gründe dafür zu finden, warum ich die höchste und dringlichste Priorität im Leben meiner Frau sein sollte.

Junge Ehemänner, hier  ist das, was ich darüber gelernt habe (und lerne), ein gottgefälliger Ehemann zu sein, der seine Frau wirklich lieben möchte: Sie soll Jesus mehr lieben als dich. Das wichtigste und dringlichste Bedürfnis in unserem täglichen Leben ist es, Christus über alles zu lieben. Jeder und alles andere muss nach der Liebe zu Jesus an zweiter Stelle stehen – und dazu gehört auch ihre Liebe zu dir.

Deine Frau muss Jesus mehr lieben als sie dich liebt. Und du solltest es wollen. Hier sind ein paar Erinnerungen daran, warum. „Möge sie IHN immer mehr lieben!“ weiterlesen

10 Jahre unverdiente Treue

Nach langem inneren Ringen habe ich mich entschieden, dennoch einige zeugnishafte Lebensrückblicke zu schildern. Oft denke ich an diese Verse:

“Mir ist Erbarmung widerfahren,
Erbarmung, deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren,
mein stolzes Herz hat’s nie begehrt.
Nun weiß ich das und bin erfreut
und rühme die Barmherzigkeit.”

Meine Frau meint sehr häufig über mich, dass ich ein besonderes Lieblingskind von Gott sei. Ich denke sie schildert das treffend. Doch einen Grund dafür zu suchen wäre vergebliche Mühe, denn dieser ist nur in dem Ratschluss Gottes zu finden. Es verschlägt mir den Atem darüber nachzudenken, wie viel uns nur durch Gnade zuteil wird. Wie viel davon nehmen wir so selbstverständlich, oftmals völlig gleichgültig und lieblos an, ohne auch nur ‘Danke’ dafür zu sagen.  Sage ich das nur, weil ich mit frommen Superlativen nicht sparen kann? Nein, es ist intimste Realität. Vor etwas mehr als zehn Jahren haben meine Frau Elvira und ich geheiratet. Diese zehn Jahre sind ein guter Startpunkt, um einen Rückblick zu wagen. Ich blicke heute also ich auf 10 Jahre unverdiente Treue zurück.

Meine ich das wirklich so? Ist Eheglück wirklich ein unverdientes Geschenk Gottes? In meinem Leben ist es definitiv so. Seltsamerweise wird in fundamentalistischen Kreisen oft der Eindruck vermittelt, dass eine Ehe nur auf aller beste Weise funktionieren kann, wenn “beide Partner bekehrt sind”. Ein Versagen sei gar nicht möglich. Mit genau dieser Vorannahme stolperte ich in die Ehe hinein. Damit übersah ich in krasser Blindheit, dass ich selbst eine wandelnde Gefährdung meiner eigenen Ehe bin. Gott gab uns Gnade zur Buße und seinen Schutz in Gefahr. Ein punktueller Rückblick aus unterschiedlichen Bereichen:

Die Ausgestoßenen: Die Entscheidung, Elvira zu heiraten, bedeutete für mich mehr oder wenig den Ausstoß aus meinem elterlichen Haus. Mit dem Motto “Du hast jemand besseren verdient, du Verräter” setzte (und setzt) meine Mutter alles daran, um uns auseinander zu bringen. Viele der Mittel und Maßnahmen dafür habe ich (und ich glaube noch nicht einmal meine Mutter selbst) am Anfang bemerkt. Hier musste ich immer wieder einiges korrigieren und die Schuld vor der Ehefrau eingestehen. Das ganz Verrückte dabei: Die ersten 5 Jahre habe ich überhaupt nicht gemerkt, dass meine Frau selbst unter einem ähnlichen Druck steht. Die Entscheidung Elviras sich für mich zu entscheiden, bedeutete und bedeutet für sie, dass sie von einigen ihrer nächsten Verwandten nur Verachtung empfängt. Langsam lernen wir das in Geduld zu tragen. Was sich aber so bitter anhört, war ein segensreiches Tal der Demut: Wir lernten Selbstständigkeit und Zusammenhalt. „10 Jahre unverdiente Treue“ weiterlesen