Die dunklere Seite eines Hauskreises

Ein Artikel von Greg Morse, The Darker Side of Small Group, 17. Februar 2018. Übersetzt von Abijah Hesse.

IN DER ARTIKELREIHE „THE GLOBDROP LETTERS“ KORRESPONDIERT OBERTEUFEL WORMWOOD MIT DEM UNTERTEUFEL GLOBDROP, UM IHN IN DER BÖSEN KUNST SUBTILER VERFÜHRUNG ZU UNTERWEISEN. DIESE ARTIKEL TRETEN IN DIE RIESIGEN FUSSSTAPFEN VON C. S. LEWIS KLASSIKER: „THE SCREWTAPE LETTERS“

 

Mein lieber Globdrop,

ich gebe zu, bescheidene Erwartungen an deinen Erfolg gehegt zu haben, aber die unbeholfenen Andeutungen aus deinem letzten Brief haben sogar mich in Erstaunen versetzt. Du stehst kurz davor, deinen Mann dazu zu bringen, seinen Hauskreis zu verlassen? Ehrlich gesagt, wenn ich nicht dein Onkel wäre, würde ich dich zu einem Schreibtischjob im Hauptquartier herabstufen. Wenn du dein Leben nicht damit verbringen willst, die  WLan-Frequenzen der Menschen zu unterbrechen, ihre Drucker zu stören und die Autokorrektur in ihren Textnachrichten zu manipulieren, musst du anfangen, wie ein Dämon und weniger wie die Beute denken.

Nicht wir, sondern sie gehen davon aus, dass alle Hauskreise unserer Sache schaden und wir daher jeden einzelnen von ihnen hassen müssten. Aber was ich annahm und was aus unserer letzten Diskussion ersichtlich sein sollte, hast du anscheinend völlig übersehen. Neffe, wir lieben den Hauskreis deines Patienten. Tatsächlich befindet sich einer der sichersten Orte der Welt, um tote Seelen zu verbergen – und lebende zu verderben, in einer solchen Kohorte.   „Die dunklere Seite eines Hauskreises“ weiterlesen

Eine Viertelstunde über einen todsicheren Pfeil

Ich habe für meine Viertelstunde diesmal ein neues Format ausprobiert und nur eine kommentierte Schriftlesung durchgeführt (Nämlich 1. Kön. 22). Leider ist es mir nicht so ganz gelungen, die Kerngedanken sauber darzustellen, aber auch um der Transparenz willen, möchte ich weniger gut gelungene Beiträge veröffentlichen.

Nachgedacht habe ich über diese Fragen:

  • Wie steht König Ahab zur Wahrheit?
  • Wie kommuniziert Micha Wahrheit in einem Moment, in dem keiner auf diese hören möchte?
  • Lässt sich Gottes Urteil vermeiden?

Ahabs Geschichte hat mich schon immer in besonderer Weise fasziniert. Ich habe an dieser Stelle über Ahab, Isebel und Naboth nachgedacht.

Absurder Stolz

Ein Artikel von Ed Welch. Erschienen am 13.10.2020 unter dem Titel „The Absurdity of Pride“ auf ccef.org. Übersetzung von Ruth Metzger, mit freundlicher Genehmigung von CCEF. (Download als .pdf)

Stolz kann uns womöglich kurzfristig dabei helfen, uns stark und in unseren eigenen Augen attraktiv zu fühlen. Aber tatsächlich ist er eine grobe Verletzung unserer schöpfungsmäßigen Machart. Näher betrachtet ist er hässlich, destruktiv und total absurd. Speziell diese Absurdität und Lächerlichkeit möchte ich ins Auge fassen.

Ein Kind schlägt den kleinen Bruder. Sein Fehlverhalten ist offensichtlich, und die Mutter sagt ihm, dass es um Verzeihung bitten soll. Um Verzeihung bitten – was könnte selbstverständlicher sein? Aber die Worte wollen einfach nicht aus seinem Mund kommen. Sein Stolz würde jede andere Erziehungsmaßnahme akzeptieren, nur das nicht: „Kannst du mir vergeben?“ Vier Worte – warum sagt es sie nicht einfach? Weil sein Stolz schon die Vorstellung dessen hasst. Es hat einen irrationalen Abscheu vor Demut. Und in diesem Kind siehst du die ganze Menschheit wie in einem Brennglas. Wie viele Erwachsene haben etwas offensichtlich Falsches getan und können sich einfach nicht dafür entschuldigen? Wie viele Erwachsene haben noch nie gesagt: „Es tut mir leid“ – was ein kleiner Schritt wäre –, geschweige denn: „Kannst du mir vergeben?“ Das ist wirklich merkwürdig, wenn man die Wahrheit über uns bedenkt. „Absurder Stolz“ weiterlesen

Louis Berkhof über die Bestrafung der Sünde

Louis Berkhof führt in seiner “Systematic Theology” 4 Punkte der tatsächlichen Bestrafung der Sünde auf (S. 284 ff.): Geistlicher Tod, Leiden des Lebens, Physischer Tod, Ewiger Tod.
Das Thema Tod dominiert also, besonders hervorragend fand ich aber seine Ausführungen zu Leiden des Lebens, die ich im folgenden übersetzt habe:
“Die Leiden des Lebens, die eine Folge des Eintritts von Sünde in die Welt sind, sind auch Teil der Bestrafung der Sünde. Sünde bedeutet Störung des ganzen Lebens des Menschen. Sein physisches Leben fiel Schwächen und Krankheiten zum Opfer, die zu Beschwerlichkeiten führen und oft in quälenden Schmerzen enden; Und sein mentales Leben wurde Ziel von beunruhigenden Störungen, die ihm oft die Freude des Lebens rauben, für die täglichen Aufgaben disqualifizieren und manchmal sein ganzes geistiges Gleichgewicht zerstören. Seine ganze Seele wurde zum Schlachtfeld widersprüchlicher Gedanken, Lüste und Wünsche. Der Wille verweigert es den Urteilen des Intellekts zu folgen, und die Leidenschaften rebellieren ohne die Kontrolle durch einen intelligenten Willen. Die wahre Harmonie des Lebens ist zerstört und macht Raum für den Fluch eines geteilten Lebens. Der Mensch ist in einem Zustand der Auflösung, der sehr oft mit ergreifenden Leiden einhergeht. Über dies hinaus wurde auch die ganze Schöpfung Opfer der Eitelkeit/Sinnlosigkeit und an den Verfall gebunden. Insbesondere die Evolutionisten haben uns gelehrt auf die Natur zu sehen als “rot in Zähnen und Klauen”. Zerstörende Kräfte werden oft durch Erdbeben, Zyklone, Tornados, Vulkanausbrüche und Überflutungen freigesetzt, die unermesslich viel Elend über die Menschheit bringen. Nun gibt es viele, insbesondere in unseren Tagen, die in all diesem nicht die Hand Gottes sehen, und all diese Unglücke nicht als Teil der Bestrafung von Sünde bewerten. Und doch ist es genau das, was sie im allgemeinen Sinn sind. Dennoch wird es nicht angebracht sein, zu spezifizieren und und sie als besondere Bestrafung für einige schwere Sünden zu werten, begangen von denen die in den betroffenen Gebieten leben. Es wird auch nicht weise sein die Idee voranzutreiben, es existieren kausale Zusammenhänge wie im Fall der Städte in der Ebene (Sodom und Gomorrah), die durch ein Feuer vom Himmel zerstört wurden*. Wir sollten stets bedenken, dass eine gemeinschaftliche Verantwortung besteht, und dass es immer genug ausreichende Gründe gibt, weshalb Gott Städte, Bezirke oder Nationen mit schrecklichen Katastrophen besuchen sollte. Es ist eher ein Wunder dass Er diese nicht öfter mit Seinem Zorn und heftigem Unmut besucht. Es ist immer hilfreich zu bedenken, was Jesus eins zu den Juden sagte, die ihm von einem Unglück berichteten, welches bestimmten Galiliäern widerfuhr, und offensichtlich annahmen, dass diese Galiläer besonders sündig sein müssten. “Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt haben als alle andern Galiläer, weil sie das erlitten haben? Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.  Oder meint ihr, dass die achtzehn, auf die der Turm von Siloah fiel und erschlug sie, schuldiger gewesen seien als alle andern Menschen, die in Jerusalem wohnen? Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen” (Lukas 13,2-5).
Berkhof gelingt es uns daran zu erinnern, dass jedes Unglück dieser Weltzeit ihren Ursprung in der Sünde hat, ohne aber für jedes Unglück die bestimmte Sünde des oder der Betroffenen suchen zu müssen.


*Ich bin mir nicht sicher ob ich diesen Satz hier korrekt übersetzt habe, der im Original so lautet: “Neither will it be wise to ridicule the idea of such a causal connection as existed in the case of the Cities of the Plain (Sodom and Gomorrah), which were destroyed by fire from heaven.” Ich bedanke mich bereits jetzt für einen besseren Vorschlag.